Dabei hatte es zu Beginn der Versammlung turbulente Szenen gegeben. Die Mannschaft wurde bei ihrem Eintreffen mit einem lauten Pfeifkonzert und Buh-Rufen begrüßt, Hoeneß in seiner Ansprache immer wieder durch das Publikun unterbrochen. Das hat es in der Club-Geschichte zumindest seit dem Wiederaufstieg in die 1. Liga vor zehn Jahren nie gegeben. "Ihr habt hundert Prozent Recht, dass ihr sauer seid", zeigte Josip Simunic Verständnis.
Spieler entschuldigen sich
Kapitän Arne Friedrich räumte vor den 1227 anwesenden Mitgliedern ein: "Jeder Einzelne von uns gesteht ein, dass wir selbst der ausschlaggebende Punkt sind." Die Spieler entschuldigten sich bei ihren Fans offiziell für ihre schwachen Leistungen. "Wenn man alles dunkel sieht, kommt man nicht voran", rief Publikumsliebling Andreas "Zecke" Neuendorf den aufbrausenden Zuhörer zu und schloss den Appell an: "Macht jetzt nicht alles kaputt." Der scheidende Mittelfeldspieler erntete Standing Ovations und ebnete damit den Weg für eine ruhigere Versammlung.
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Manager Hoeneß räumte Fehler in der Trainerfrage ein und gab an, man hätte sich früher von Falko Götz trennen sollen. Wer Nachfolger des ebenso erfolglosen Karsten Heine werden soll, ließ der im Stadion zuletzt oft mit "Hoeneß raus"-Rufen bedachte Manager offen. Ohnehin blieben Personalfragen weitgehend ungeklärt. Die Trainerfrage soll bis Ende Mai geklärt werden, Spielmacher Bastürk werde ersetzt und die Abwehr verstärkt - mehr war ihm nicht zu entlocken. Klar äußerte der Hertha-"Macher" sich zur Stellung von Michael Preetz. Hoeneß werde "nicht mehr zu allen Themen Stellung nehmen", stattdessen rückt der beliebte Ex-Torjäger Preetz mehr in die erste Reihe.
Wirtschaftlich auf positivem Weg
Auf wirtschaftlichem Sektor vermittelten die Club-Bosse den Mitgliedern trotz des weiterhin hohen Schuldenberges von 45 bis 47 Millionen Euro Zuversicht, die "alte Dame" sei auf einem positive Weg. Nach eigenen Angaben wird das Geschäftsjahr 2006/07 mit einem Gewinn von rund 900 000 Euro abgeschlossen. Die Verbindlichkeiten seien von 54 Millionen Euro zum Stand 30. Juni 2006 in einem Jahr um sieben bis neun Millionen Euro reduziert worden. "Die Veränderungen spiegeln sich in Zahlen wider, wir haben einfach den ersten Schritt geschafft", erklärte Aufsichtsratschef Werner Gegenbauer.
"Ich werde mit meinem Team die nächsten drei Jahre nutzen, um Hertha BSC fit für die Zukunft zu machen", erklärte Hoeneß, der bei den Berlinern noch einen Vertrag bis 2010 besitzt. Wie das geschehen soll, wer das Team verstärken und trainiern kann, wie der Verein sein Image verbessern möchte und wie die kurzfristigen Ziele aussehen, darüber ließ Hoeneß die versammelten Mitglieder im Dunkeln - wobei wir wieder bei "Zecke" Neuendorf wären: "Wenn man alles dunkel sieht, kommt man nicht voran." Fragt sich nur, wer in Berlin endlich das Licht anmacht...
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