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Pep Guardiola spricht Machtwort zu Mario Götze: Nix Juventus Turin! Aber was macht der FC Bayern?

Guardiola spricht Machtwort zu Götze: Aber was macht der FC Bayern?

19/07/2015 um 16:12Aktualisiert 19/07/2015 um 16:33

In der Causa Mario Götze hat Pep Guardiola jetzt ein Machtwort gesprochen. Die Frage aber bleibt: Was entscheidet Bayern? "Mario hat einen Vertrag hier. Er ist mein Spieler, er ist ein überragender Spieler, ein Top-Spieler", sagte der Coach und ergänzte vage: "Doch ich weiß, dass hier nicht allein der Trainer entscheidet. Es hängt vom Verein ab." Juve will den Jungstar zwei Jahre ausleihen.

Pep Guardiola hat genug vom nervenden Transfer-Theater um Mario Götze. Die dauernden Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang des WM-FInalhelden stören nur die Vorbereitung. Ein Machtwort des Bayern-Coaches auf einer Pressekonferenz in Shanghai sollte eigentlich für Ruhe sorgen.

"In meinem Kopf bleibt er hier", sagte Guardiola am Rande der Asien-Tour. Basta.

Oder doch nicht?

Da war doch was

Auch Bastian Schweinsteiger wurde – ähnlich wie jetzt Götze mit Juventus Turin – wochenlang mit Englands Rekordmeister Manchester United in Verbindung gebracht. Guardiola verkaufte die Gerüchte öffentlich stets als Phantasiekonstrukt.

"Mein Plan für die nächste Saison ist: Bastian Schweinsteiger ist hier", sagte er, obwohl seine Taten zweifelsfrei erkennen ließen, dass er die Bayern-Ikone eher als austauschbare Verschiebemasse bewertete. Vor knapp einer Woche unterschrieb der Weltmeister dann einen Dreijahresvertrag bei ManUnited.

Jetzt also Götze.

Der 23-Jährige sei ein Super-Typ, "einer der besten Profis, den ich in meiner Karriere je trainiert habe", flötete der Katalane in der vergangenen Saison über den Edeltechniker. Schon damals klang das vermeintliche Lob wie ein vergiftetes Kompliment.

Guardiola wollte bei seinem Amtsantritt 2013 eigentlich Barcas Weltstar Neymar - und bekam von den Bayern-Verantwortlichen stattdessen Götze.

Atmosphärische Störungen

So richtig warm geworden sind die beiden nie. Besonders offensichtlich wurde dies in der entscheidenden Phase der vergangenen Saison, als die Superstars Arjen Robben und Franck Ribéry verletzt fehlten – und Götze trotzdem keine Rolle in den Plänen des Trainers spielte.

In der Champions League ließ Guardiola den hochtalentierten Offensivkünstler im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona eine gefühlte Ewigkeit warmlaufen, ehe er ihn schließlich in der 87. Minute ins Spiel schickte - fast schon eine öffentliche Demontage. Im Hinspiel wurde Götze in der 79. Minute eingewechselt, im Pokal-Halbfinale gegen seinen Ex-Klub BVB in der 84. Minute.

Wirkliche Wertschätzung sieht anders aus. Götzes Berater Volker Struth kritisierte den Umgang der Bayern mit seinem Klienten: "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass Mario in der einen oder anderen Situation mehr Rückendeckung erfahren hätte. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn Mario Vertrauen spürt, ist es für ihn einfacher, noch mehr von seinem unglaublichen Potenzial abzurufen. Dann ist er einer der besten Spieler der Welt."

Jetzt ist Götze gefordert

In seinem dritten Jahr bei den Bayern muss Götze jetzt liefern. Sein Vertrag läuft noch bis 2017. Ein vorzeitiger Verkauf wäre aus Bayern-Sicht das Eingeständnis eines 37 Millionen Euro teuren Fehleinkaufs.

Juve träumt nach Informationen der "Gazzetta dello Sport“ weiter davon, Götze für zwei Jahre mit einer späteren Kaufoption auszuleihen und ihm sechs Millionen Euro Gehalt pro Saison zu zahlen.

Angeblich soll Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge den Juve-Verantwortlichen sogar erlaubt haben, direkt mit dem Spieler und Struth zu verhandeln.

Soll Mario Götze beim FC Bayern bleiben?

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Diese Antwort sei allerdings aus dem Kontext gerissen worden, stellte der Jungstar kurze Zeit später klar. Sie sei auf die Frage gefallen, ob er sich irgendwann einen Wechsel zu Juve vorstellen könne - und nicht jetzt.

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