Erst einmal stand Gladbach in seiner langen Historie nach zwei Spielen noch schlechter da - 1993 waren es null Zähler und 2:8 Tore gewesen. Grund zur Sorge besteht laut Eberl dennoch nicht. "Wir dürfen jetzt nicht unruhig, nicht hektisch werden", sagte der 41-Jährige und bat um Geduld beim Aufbau der neuen Mannschaft: "Wir alle wissen, dass das bei unserem System Zeit benötigt."
Die Euphorie der vergangenen Rückrunde ist nach dem 1:2 gegen Mainz und dem Sturz auf den letzten Platz dennoch verflogen. Vor der seit Wochen ersehnten Auslosung der Königsklasse am Donnerstag in Monaco herrscht Liga-Frust statt Champions-League-Lust. "Das ist ein sehr bescheidener Start. Wir haben uns das selbst eingebrockt, jetzt müssen wir es auch ausbaden", sagte Kapitän Tony Jantschke.
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Trainer Lucien Favre kündigte seinem Team dann auch harte Wochen an. "Auf uns wartet richtig viel Arbeit", sagte der Schweizer, die Mannschaft müsse "bereit sein zu leiden und die Fehler zu korrigieren." Angst vor einer ähnlichen Negativspirale wie bei Borussia Dortmund vor genau einem Jahr hat Favre nicht. Beide Fälle seien nicht vergleichbar, sagte er.
Unbestritten bleibt aber, dass den Fohlen die Leichtigkeit abhandengekommen ist. In der Abwehr fehlt jene Stabilität, die zuletzt die Grundlage für den Höhenflug war. Vorne mangelt es an Kaltschnäuzigkeit - und durchaus auch ein wenig an Glück. Eberl sprach am Sonntag dann auch von einer "Summe von Gründen" für den Stotterstart.
"Wir können die Verletzten anführen, die Abgänge, die fehlenden Automatismen. Auch, dass die Champions League dauernd um uns herumwabert", sagte Eberl: "Da können wir gar nicht verhindern, dass der eine oder andere nicht diese 100 Prozent hat, sondern nur 98." Auch hier hofft die Borussia vor allem auf den Faktor Zeit.
Ein Kopfproblem angesichts der bevorstehenden Auftritte in der Champions League stritten alle Beteiligten jedenfalls ab. "Fakt ist, dass die Bundesliga unser Tagesgeschäft ist. Das haben wir immer betont", sagte Jantschke, auch für Torschütze Patrick Herrmann bleibt die Königsklasse in dieser Saison nur "ein Bonus", wenn auch ein willkommener. Und genau deshalb wird Eberl am Donnerstag sehr wohl mit Vorfreude zu seiner bislang wohl schönsten Dienstreise gen Monaco aufbrechen. "Wir wollten in der Bundesliga sicher nicht mit null Punkten starten", sagte Eberl, "aber wir werden Mitte September trotzdem in der Champions League antreten."
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