Pal Dardai (Hertha BSC) - Platz 3, 48 Punkte

Überraschend souverän und konstant präsentierte sich die "Alte Dame" bislang. Dardai verlieh seinem Team einen schönen Mix aus Abgeklärtheit in der Abwehr und Mut in der Offensive. Wie er einst als Profi agierte, so verhalten sich seine Schützlinge: Zuverlässig.

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Doch jetzt wird es brisant. Hatten Dardais Männer bis dato den Überraschungseffekt auf dieser Seite, fällt dieser jetzt weg. An diesem Sonntag steht das erste "Endspiel" an, denn in Gladbach wird die Weiche gestellt. Ein Erfolg bei den "Fohlen" wäre ein großer Schritt. Die hochveranlagten Talente - John Brooks, Mitchell Weiser, Marvin Plattenhardt oder Niklas Stark - müssen nun beweisen, dass sie auch mit Last auf den Schultern ihre Leistung abrufen können.

"Wir fahren nach Gladbach, um zu gewinnen", sagte Dardai und kündigte "Risiko" an:

Die Jungs sind heiß, das Gefühl ist positiv. Es sind alle mental fit, das ist wichtig in dieser Phase.

Dardai mag es vielleicht einschätzen können und guter Dinge sein, doch ob es ihm gelingt, die Augen seiner Spieler auf das Wesentliche zu lenken, muss sich erst bestätigen.

Wichtig wird bei einem Blick auf das Restprogramm auch der 31. und 32. Spieltag mit den Duellen gegen Bayern und den direkten Konkurrenten Leverkusen, dazwischen steigt noch das Pokal-Halbfinale gegen den BVB. Ob der Traum vom Finale im eigenen Stadion das Team belebt oder weiter belastet, wird sich dann zeigen.

Restprogramm: Gladbach (A), Hannover 96 (H), Hoffenheim (A), FC Bayern (H), Leverkusen (A), Darmstadt (H), Mainz (A)

André Breitenreiter (Schalke 04) - Platz 4, 44 Punkte

Das was Hertha hat, fehlt den Schalkern etwas: Das Ausstrahlen von Selbstbewusstsein, der Mut. Die Leistungen sind auch unter Breitenreiter durchwachsen, ein klares Konzept ist phasensweise nur zu erahnen. Es geht jetzt auch um die Zukunft des Trainers. Beim künftigen Manager Christian Heidel steht er auf dem Prüfstand.

Für die Endphase braucht Schalke vor allem Konstanz im System und Killerinstinkt im Sturm. Klaas-Jan Huntelaar und Franco di Santo (zuletzt mit positiver Tendenz) stehen dabei natürlich besonders in der Pflicht.

Ingolstadt am Wochenende ist eine Pflichtnummer, das Derby gegen den BVB am 29. Spieltag wird zum Schlüsselspiel. Es ist bekannt, wie sehr ein Prestigeerfolg die Stimmung beflügeln kann. Wichtig wäre es obendrein, nach Dortmund stehen die Duelle gegen Bayern und Leverkusen an.

"Wir müssen versuchen, schnell unseren Rhythmus zu finden", gab Breitenreiter als Maßgabe für das Spiel in Ingolstadt vor. Besser hätte er einen Leitsatz für die entscheidende Phase der Saison nicht formulieren können.

Restprogramm: Ingolstadt (A), BVB (H), FC Bayern (A), Leverkusen (A), Hannover 96 (A), Augsburg (H), Hoffenheim (A)

André Schubert (Borussia Mönchengladbach) - Platz 5, 42 Punkte

Bei öffentlichen Terminen präsentiert sich der Trainer demonstrativ gelassen. Dabei steht er vor einem prekären Spiel.

Natürlich ist das Heimspiel gegen den Dritten Hertha kein "echtes Finale", wichtig wird es jedoch extrem. Sollte Borussia am Sonntag verlieren, wäre zumindest die Chance, am Ende dieser kuriosen Achterbahn-Saison Dritter zu werden und somit zum zweiten Mal in Folge direkt in die Champions League einzuziehen, quasi zunichte gemacht.

Der Druck steigt. Und der erfahrene Schubert weiß: "Da kann man mal enttäuscht werden."

Seine größte Sorge ist nun, ob seine Spieler genug Mumm aufbringen können. So wie gegen den FC Bayern am 15. Spieltag beim 3:1 gegen den Spitzenreiter. Diese Partie gilt als Muster für die verbleibenden Spiele.

Schubert ist sich aber auch bewusst:

Letztlich ist der Saison-Endspurt Kopfsache. Alle Teams, von denen man viel erwartet, müssen lernen, mit diesem Druck umzugehen.

Beweisen seine Männer gegen Hertha, wo ausgerechnet Spielgestalter und Goalgetter Raffael fehlt, Mut, ist vieles drin.

Restprogramm: Hertha BSC (H), Ingolstadt (A), Hannover 96 (A), Hoffenheim (H), FC Bayern (A), Leverkusen (H), Darmstadt (A)

Roger Schmidt (Bayer Leverkusen) - Platz 6, 42 Punkte

Negatives gab es einiges in den letzten Wochen für die Werkself. Verletzungssorgen, Formschwäche, der Eklat um Schmidt selbst. Und noch dazu ranken sich ständig Wechselgerüchte um den Trainer. Förderlich war das für die junge Truppe, die ihr Potenzial zu selten abruft, nicht.

Ob der Fokus wirklich auf den Rasen gelenkt werden kann, ist die große Frage unterm Bayer-Kreuz.

Schmidt bemüht sich, das Positive in den Vordergrund zu rücken und an die jüngsten Erfolge zu erinnern: "Wir können momentan sehr positiv auf das Saison-Finale blicken. Nächste Woche kommen vielleicht Ömer Toprak und Kevin Kampl zurück und in dieser Woche Lars Bender und Charles Aránguiz. Deshalb war es wichtig, die beiden Spiele vor der Länderspielpause zu gewinnen, damit wir in Schlagdistanz sind."

Dass sich die Personallage entspannt, kann tatsächlich Gold wert sein, denn die restlichen Partien haben es in sich. Die Integration muss dagegen schnell gehen. Wolfsburg, Schalke, Hertha, Gladbach stehen unter anderem auf dem Programm. Da gibt es viel zu gewinnen. Oder auch viel zu verlieren...

Restprogramm: Wolfsburg (H), 1. FC Köln (A), Eintracht Frankfurt (H), Schalke (A), Hertha BSC (H), Borussia Mönchengladbach (A), Ingolstadt (H)

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