Aus der Allianz Arena berichtet Florian Bogner
Die Kunde schlug sich schnell bis Liverpool durch. Dort wurde Jürgen Klopp nach dem 3:0 des FC Liverpool über Manchester City von der "BBC" nach den Ergebnissen der Konkurrenz gefragt. Klopp antwortete: "Ich habe gehört, dass Bayern verloren hat..." Und brach in schallendes Gelächter aus.
Man kann sich vorstellen, was sich der ehemalige Coach des 1. FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund über die Vorkommnisse in der Heimat gedacht hat – und wie er sich darüber gefreut haben mag.
Bundesliga
Jetzt oder nie! BVB bläst zum Angriff auf Bayern
03/03/2016 UM 07:55
Es war ja wirklich ein bemerkenswertes Ergebnis am Mittwochabend in München: Bayern 1, Mainz 2. Dazu der Sieg der Dortmunder in Darmstadt. Hallo, offene Meisterschaft!

Philosoph Robben

Während Klopps Lache in Liverpool nachhallte, war bei den Bayern Katerstimmung angesagt. Die meisten ließen sich nach dem Spiel gar nicht blicken: Kein Kommentar zur ersten Heimpleite nach 17 Siegen in Folge.
Arjen Robben stellte sich immerhin dem "Sky"-Mikrofon. "Wenn du viele Spiele hintereinander gewinnst, dann kommt irgendwann der Moment, in dem du verlierst", meinte der Schütze des zwischenzeitlichen 1:1 (64.) beinahe philosophisch.
"Wir haben es probiert, innen und außen. Wir hatten genug Torchancen kreiert, nicht viele, aber genug, um dieses Spiel zu gewinnen", sagte derweil Trainer Pep Guardiola, der sich vor dem Spitzenspiel bei Borussia Dortmund ein wenig vercoacht hatte.

Drei, vier, fünf Spieler schlecht

Durch die Schonung der Passmaschinen Philipp Lahm und Xabi Alonso, denen Guardiola gänzlich frei gegeben hatte, fehlte den Bayern Druck im Spielaufbau. Thomas Müller auf die Bank zu setzen, war schon gegen Eintracht Frankfurt (0:0) und Bayer Leverkusen (0:0) keine gute Idee gewesen. So fehlte es den Bayern vorne an Finesse.
Wenn dann noch Spieler wie Juan Bernat, Rafinha, Thiago und Kingsley Coman nicht ihren besten Tag erwischen, wird’s selbst für die Bayern eng. "Sechs, sieben, acht Spieler haben gut gespielt", zählte Guardiola auf. Entsprechend aber auch: drei, vier, fünf nicht.
Uli Hoeneß wurde jedenfalls zur Rückkehr in die Allianz Arena nach fast zwei Jahren Abwesenheit nicht gerade ein Leckerbissen angeboten. Nur sechs Schüsse brachten die Bayern aufs von Loris Karius gut behütete Mainzer Tor.

"Verdiente Niederlage"

Vorne kamen die Gäste dagegen beachtlich leicht zu zwei Kontertoren durch Jairo Samperio (26.) und den eingewechselten Jhon Cordoba (86.).
"So wie Mainz gespielt hat, ist es kein unglückliches Ergebnis für uns, sondern vielleicht auch eine verdiente Niederlage. Vielleicht hat der eine oder andere schon an Samstag gedacht und geglaubt, das wäre heute einfach", tadelte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.
"Beim Gegentor haben wir nicht korrekt verteidigt, das war eine individuelle Aktion", ärgerte sich Guardiola über das 1:2 und meinte wahlweise das Nicht-Eingreifen von Bernat und Douglas Costa auf der Außenbahn oder den Fauxpas von Arturo Vidal gegen Vorbereiter Julian Baumgartlinger am Strafraum.
"Beim Gegentor ist einiges schief gegangen. Das darf uns nicht passieren, da müssen wir rigoroser sein", grantelte auch Robben.

Momentum jetzt beim BVB

Das Problem der Bayern: Durch die überraschende Niederlage hat der Besuch beim BVB am Wochenende unangenehme Züge angenommen.
Siegt Dortmund, sind die Bayern nur noch zwei Punkte (und ein paar Tore) vor der Borussia, die Meisterschaft wäre plötzlich wieder offen. Guardiola warnte bereits am Mittwoch vor den von Thomas Tuchel geführten Punktesammlern: "Dieses Jahr ist der BVB ein komplett anderer als in den vergangenen drei Jahren."
Das Momentum liegt bei Schwarz-Gelb. "Es ist nicht einfach für uns. Die Leute haben schon im November gesagt, der FC Bayern ist Deutscher Meister. Heute merken wir, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um unseren Titel zu verteidigen", so Guardiola. Rummenigge sagte:
Dieses Spiel sollten wir besser nicht verlieren.
Robert Lewandowski hoffte derweil vor der Rückkehr in die alte Heimat, "dass wir nach dem Spiel beim BVB weiter mindestens fünf Punkte Vorsprung haben. Der Kampf um die Meisterschaft geht bis zum Saisonende. Wir wissen, dass wir weiter Gas geben müssen."
Er versprach aber auch: "Wir werden besser und effektiver spielen."

Coole Mainzer scherzen

Die Mainzer dagegen reagierten lässig auf ihren zweiten Sieg in München in der Bundesliga. "Fußball ist ein Player-Game. Der Glaube war heute entscheidend", versuchte Trainer Martin Schmidt seinen Anteil am Sieg runterzuspielen.
Siehe da: Mit 39 Punkten liegt der FSV auf Platz fünf, der direkte Champions-League-Rang drei ist nur drei Zähler weg. Was denn noch so geht, wurde Keeper Karius gefragt. "Meisterschaft wird schwer", sagte er. Schmidt meinte: "Jetzt steigen wir glaube ich nicht mehr ab." Coole Mainzer.
Schlusssatz von Schmidt:
Ich bin glücklich, dass wir den Titelkampf noch einmal spannend machen konnten. Das ist gut für die Liga! Ich weiß, ihr wollt das nicht hören, aber das macht die Bundesliga aus: solche Geschichten wie heute.
Klopp wird ihm zustimmen.
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