So lief das Spiel:

Die Gastgeber brauchten gerade einmal 28 Sekunden, um den ersten gefährlichen Schuss in Richtung des Gehäuses von Schalke-Torwart Ralf Fährmann abzufeuern. Raffaels Abschluss rauschte gut einen Meter am Tor vorbei. So furios die erste Hälfte begann, so schnell verflachte sie auch wieder.

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Gladbach agierte bis auf einige weitere gute Szenen in den Anfangsminuten erstaunlich abwartend, schlug dann gegen spielerisch etwas gefälligere Schalker aber im richtigen Moment eiskalt zu. Fabian Johnson rückte von seiner linken Seite ein und spritzte in die Hereingabe von Patrick Herrmann – 1:0 Gladbach (28.).

Doch die Führung der "Fohlen" hielt gerade einmal zehn Minuten. Dann kreuzte der schnelle Thilo Kehrer im Sechzehner den Laufweg von Weltmeister Christoph Kramer und ging zu Boden – Elfmeter. Nabil Bentaleb nahm sich der Sache an und schickte Yann Sommer in die falsche Ecke (38.).

Im Gegensatz zur ersten Hälfte erwischten die Schalker diesmal einen Blitzstart. Guido Burgstaller verfehlte mit seinem Power-Kopfball das Gladbacher Gehäuse knapp (47.). Auf der Gegenseite verhinderte Fährmann mit einer Glanztat gegen Lars Stindl den erneuten Rückstand für S04 (53.).

In der Folge fielen die bis dahin recht sicher stehenden Gäste komplett auseinander. Erst markierte Johnson nach einer feinen Passstaffette sein zweites Tor (64.), dann stand Oscar Wendt 136 Sekunden später nach Steckpass von Stindl auf einmal völlig frei und erhöhte mit links unter Fährmann hindurch auf 3:1 (67.).

Nach Zuspiel des eingewechselten Tobias Strobl stand Raffael am Elfmeterpunkt vollkommen frei und hatte keine Probleme, die Führung auszubauen (76.). Leon Goretzka betrieb noch Ergebniskosmetik für die Gäste. Eine Flanke von Benedikt Höwedes verwertete er sehenswert per Kopf zum Endstand (82).

Die Stimmen zum Spiel:

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben schon in der ersten Halbzeit ein super Spiel gemacht und alles unter Kontrolle gehabt. Man kann auf diese Mannschaft stolz sein. Auch heute war es wieder eine fantastische Laufleistung. Ich glaube, dass wir jetzt den Abstiegskampf endgültig beendet haben. Wenn mir das vor vier Wochen einer gesagt hätte, dann hätte ich gesagt, nie und nimmer. Wir würden das Momentum gerne behalten. Zu viele Schulterklopfer lassen wir nicht zu, wir wollen weiter erfolgreich Fußball spielen."

Benedikt Höwedes (Schalke 04): "Wir haben genau die Fehler gemacht, die wir nicht machen wollten. Wir haben die Gladbacher zu Kontern eingeladen. Wir müssen jetzt auch schauen, wer in der Tabelle von unten kommt."

Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben heute super gespielt und am Ende verdient gewonnen. Der Sieg ist mental wichtig für die nächsten Spiele gegen Schalke."

Markus Weinzierl (Trainer Schalke 04): "Wir können nicht zufrieden sein. Die Spieler sollen selbstkritisch sein. Mit dieser Leistung können wir nicht gut leben. Die Borussia hat uns heute klar geschlagen. Das ist äußerst unbefriedigend. Wir haben die Tabelle in beide Richtungen im Auge."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Gräfe "pfeift" auf den rollenden Ball

So blitzsauber herausgespielt die Gladbacher Führung auch war – der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Bei der Verlagerung von Oscar Wendt auf Rechtsverteidiger Tony Jantschke führte der schwedische Linksverteidiger den Freistoß aus, obwohl der Ball noch deutlich in Bewegung war.

In den Fernsehbildern war zu erkennen, dass der Unparteiische Manuel Gräfe die Pfeife schon zum Mund führen wollte, dann aber zögerte und das Spiel weiterlaufen ließ. Schiedsrichter-Experte Markus Merk sprach bei "Sky" von einer "nicht korrekten Regelauslegung" und einem "Schiedsrichterfehler".

Die Statistik: 100

Es war das 100. Pflichtspielduell zwischen Borussia Mönchengladbach und Schalke 04. 88 Mal trafen beide Teams in der Liga aufeinander, zwölf Mal begegnete man sich im Pokal.

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