Imago

Bundesliga: 1. FC Köln schlägt Hertha BSC - Anthony Modeste trifft drei Mal

Dreierpacker Modeste schießt Hertha ab

18/03/2017 um 16:08Aktualisiert 18/03/2017 um 19:35

Angeführt vom einmal mehr überragenden Torjäger Anthony Modeste hat sich der 1. FC Köln im Rennen um das internationale Geschäft eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Stürmer erzielte beim 4:2 (3:0) gegen Hertha BSC seine Saisontore 20 bis 22 und sorgte fast im Alleingang für das Ende der Kölner Negativserie mit fünf Spielen ohne Sieg in der Bundesliga.

So lief das Spiel:

Nach zuletzt nur zwei Siegen aus den letzten 13 Partien legte der 1. FC Köln im RheinEnergieStadion furios los. Schon in der 6. Minute klingelte es im Kasten von Hertha BSC. Yuya Osako bekam den Ball 30 Meter vor dem Tor von Matthias Lehmann zugespielt. Der Japaner legte eine Drehung hin, zog mit dem Vollspann ab und jagte die Kugel ins rechte obere Eck. Ein Treffer, bei dem Hertha-Keeper Rune Jarstein nicht gut aussah.

Die Führung spielte den Kölnern in die Karten. Die Hausherren ließen die Hertha kommen und schlugen binnen zwei Minuten zweimal eiskalt zu. Zunächst hatte Osako im Strafraum der Hertha viel Platz und bediente Anthony Modeste, der aus 16 Metern per Dropkick zum 2:0 vollstreckte (35.). Kurz darauf butterte der Top-Torjäger der Domstädter noch einen obendrauf und erzielte seinen 21. Saisontreffer.

Matthias Lehmann überspielte die Abwehr der Hertha mit einem langen Ball, Modeste war frei durch und schob die Kugel an Jarstein vorbei unten links ein (37.). Die Hertha hatte zwar vor der Pause durch Ibisevic noch eine gute Chance zum Anschlusstreffer, wirkte aber gegen einen gut organisierten Gegner völlig rat- und planlos.

Das sollte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs ändern. Timo Horn kam bei einem Freistoß der Gäste zu spät aus seinem Kasten und rammte Niklas Stark um – Elfmeter. Vedad Ibisevic ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte hoch in die Mitte (50.).

Es blieb allerdings bei einem Strohfeuer der Gäste, denn die Kölner fingen sich wieder und hatten einen überragenden Modeste in ihren Reihen. Marco Höger schickte den Franzosen in der 63. Minute mit einem langen Pass auf die Reise. Modeste ließ John Anthony Brooks stehen und schob das Spielgerät überlegt an Jarstein vorbei - 4:1.

Allerdings kamen die Berliner nochmal heran. Nach einem Eckball von Vladimir Darida war Brooks mit dem Kopf zur Stelle und traf zum 4:2 (69.). Die Kölner ließen sich den Sieg aber nicht mehr nehmen – auch wenn die Hertha durch Ibisevic und Brooks in der Schlussphase noch zwei dicke Chancen hatte.

Die Stimmen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC Berlin): "In der ersten Halbzeit haben wir geschlafen. Ich habe kein Gegenpressing gesehen und der Gegner hat uns bestraft. Wir hatten in den wichtigen Szenen auch ein wenig Pech. Aber schlussendlich war das von uns zu wenig, um hier etwas mitzunehmen. Auswärts verschenken wir immer die erste Halbzeit. Das müssen wir ändern. Es ist ein Kopfproblem."

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Timo Horn hat dort mit einer tollen Parade den Ausgleich verhindert. Für uns war es ein wichtiger Sieg nach den letzten Spielen."

Anthony Modeste (1. FC Köln): "Wir haben sehr gut gespielt. Ohne die Mannschaft hätte ich keine 22 Tore erzielt. Man muss Spaß beim Fußball haben. Das ist sehr wichtig. Ich gucke nicht auf die nächste Saison, sondern auf das nächste Spiel. Ich bin hier glücklich. Schauen wir mal, was sich noch tut."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Horn patzt und glänzt

Der Keeper der Kölner ist noch nicht zurück bei 100 Prozent. Zunächst patzte er in der letzten Woche bei seinem Comeback gegen den FC Ingolstadt, was Köln zwei Punkte kostete. Gegen die Hertha leistete er sich beim Elfmeter zum 3:1 den nächsten Bock, parierte aber in der Schlussphase zweimal ganz stark und hielt den Sieg der Domstädter fest.

Die Statistik: 22

Modeste ist Kölns Lebensversicherung. Der Stürmer erzielte acht der letzten zehn Tore der Domstädter und hat nun schon 22 Saisontore auf dem Konto – eins weniger als Pierre-Emerick Aubameyang und eins mehr als Robert Lewandowski.

0
0