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"Dosen demontieren Flaschen": Ernüchterung und Ratlosigkeit beim Hamburger SV

"Dosen demontieren Flaschen": Ernüchterung und Ratlosigkeit beim HSV

17/09/2016 um 22:38Aktualisiert 17/09/2016 um 23:24

Der Hamburger SV präsentiert sich bei der 0:4-Pleite gegen Aufsteiger RB Leipzig nur eine Halbzeit lang bundesligatauglich. Nach dem ersten Gegentreffer gleich die Defensive einem Hühnerhaufen, die Euphorie von vor Beginn der Saison ist beim Bundesliga-Dino der Tristesse gewichen. Die Fans quittieren die Leistung ihrer Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Lewis Holtby sprach Klartext: "Wir wurden zu Recht von den Fans ausgepfiffen. Es tut mir leid für alle, die heute unsere Farben tragen mussten. Jeder einzelne Fan wurde von uns enttäuscht", sagte der Mittelfeldspieler des HSV nach der bitteren 0:4-Pleite gegen RB Leipzig.

Alles sollte diese Saison besser werden bei den Hamburgern. Viel Geld wurde im Sommer in neue Spieler wie Alen Halilovic, Fililp Kostic oder Bobby Wood investiert. Im Umfeld war bereits leise Euphorie zu spüren.

Nach drei Spieltagen ist jedoch Ernüchterung eingekehrt an der Elbe. Ein mickriger Zähler, Platz 16, 2:8 Tore. Trainer Bruno Labbadia ist es noch nicht gelungen, die hoch veranlagte Offensive ins Rollen zu bringen, die Defensive zeigte gegen RB nach dem ersten Gegentreffer Auflösungserscheinungen.

"Dosen demontieren Flaschen"

"Bittere Pleite im Volkspark: Dosen demontieren Flaschen", titelte die Hamburger Morgenpost und verteilte gleich drei Mal die Note 6.

"Es ist schwierig, eine Erklärung für das heutige Ergebnis zu finden“, zeigte sich Aaron Hunt nach Schlusspfiff ratlos:

"Wir haben das 0:1 unglücklich und aus dem Nichts kassiert, die weiteren Treffer waren dann aber viel zu einfach und wir haben leider komplett den Faden verloren."

RB nimmt HSV auseinander

Hunt selbst hatte kurz vor der Pause die bis dato größte Chance des Spiels vergeben. Stattdessen sorgte der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg - von Hasenhüttl erstmals in Liga eins für die Startelf nominiert - in der 66. Spielminute per Foulelfmeter für die Führung der Gäste.

Zuvor hatte Hamburgs Ex-Nationalspieler René Adler das zur Pause eingewechselte RB-Juwel Werner von den Beinen geholt. Nach einem Kopfball von Kapitän Willi Orban erhöhte Werner kurz später auf 2:0 (72.), fünf Minuten später traf er erneut. In der Nachspielzeit sorgte der ebenfalls eingewechselte Selke für das vierte Tor (90.+2).

Leipzig schlägt den HSV deutlich

Leipzig schlägt den HSV deutlichSID

Hunt: Nicht reden, sondern Leistung liefern

"Wir müssen als Team auftreten, in jedem Training und in jedem Spiel. Wir können da nur als Mannschaft rauskommen und jeder muss sich in die Verantwortung nehmen", sagte Hunt:

"Wir brauchen jetzt nicht viel reden, sondern müssen Leistung bringen. Ich fange da bei mir an, nehme mich selbst in die Pflicht."

Am Dienstag gegen den SC Freiburg hat er die Chance seinen Worten Taten folgen zu lassen - und die Fans zu versöhnen.

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