Aus Gelsenkirchen berichtet Andreas Morbach
Manuel Neuer drückte das Kreuz kurz durch, dann ließ er den Oberkörper unter seinem grau-grünen T-Shirt sanft hin und her schwanken. Der Münchner Keeper wirkte nach dem 2:0 auf Schalke, als sei er schon bei der Vorbereitung auf die kommende Partie - und blickte entsprechend in die nähere Zukunft.
"Wenn ich auf den Plan schaue, sehe ich: im September kein freier Tag mehr", sagte der 30-Jährige, der gegen die hohe Schlagzahl im beginnenden Fußball-Herbst aber keine Einwände hat: "Das tut uns gut, gerade nach der Sommerpause", findet Neuer.
Bundesliga
3 Dinge, die bei Schalke 04 gegen Bayern München auffielen
09/09/2016 AM 22:01

Weinzierl: "Uns haben zehn Minuten gefehlt"

Die Kenntnis über den nächsten Widersacher beschränkt sich beim neuen Kapitän des deutschen Nationalteams bislang auf Basiswissen. Zum Start in die Champions League empfangen die Bayern am Dienstag Russlands Vizemeister FK Rostow. "Ich weiß, wo’s liegt - und dass sich der Klub über die Playoffs qualifiziert hat", sagte Neuer, dann ergänzte er nonchalant: "Wir werden wohl eine gute Analyse machen."
Bei der Einordnung des zweiten Erfolgs in der Liga herrschte weitgehend Einigkeit: Die Schalker grämten sich nach einer über weite Strecken starken Leistung über die vertane Chance, dem Rekordmeister in die Suppe zu spucken, machen sich nun aber immerhin mit viel Zuversicht an die bevorstehenden Aufgaben in Nizza und Berlin. "Uns haben zehn Minuten gefehlt", seufzte Trainer Markus Weinzierl. Und Kollege Carlo Ancelotti befand: "Schalke hat uns große Schwierigkeiten bereitet. 60 Minuten lang war das Spiel ausgeglichen, dann hatten wir mehr Chancen."

Erfolgsgarant Lewandowski

Vor allem die Gelsenkirchener legten immer wieder die Platte von den eiskalten, gemeingefährlich effektiven Bayern auf - und unterschlugen dabei zwei Topchancen für Robert Lewandowski, die der Pole Mitte der ersten Halbzeit und vor allem kurz vor seinem Führungstor (81.) ausgelassen hatte. Zudem erzwang Weinzierls Elf mit ihrem giftigen Spiel einige erstaunliche Flüchtigkeitsfehler der Münchner - etwa durch Thiago, David Alaba, Franck Ribéry oder den portugiesischen Neuzugang Renato Sanches, dem nur ein mäßiges Debüt gelang.
So beeindruckend wie der aktuelle Punkte- und Torestand war der Auftritt der Roten auf Schalke beileibe nicht, der unerschütterliche Glaube an den Sieg war der größte Erfolg der Dienstreise in den Westen. "Wir wussten vorher, dass wir nicht unantastbar sind. Das merkt man, wenn man drin steckt - das ist jeden Tag harte Arbeit", gestand Einwechselkraft Joshua Kimmich, dem auf Zuspiel von Lewandowski in der Nachspielzeit der zweite Treffer gelang.

Zwischenziel erreicht

Im Sommer noch einer der Hauptgewinner der EM, hat sich der 21-Jährige mit den speziellen Begebenheiten bei seinem Arbeitgeber längst arrangiert. Am Freitag kam er 20 Minuten vor Schluss für 35-Millionen-Euro-Einkauf Renato Sanches aufs Feld, später erklärte Kimmich in fröhlicher Demut: "Im letzten Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt viel weniger Spielzeit. Deshalb verbreite ich auf der Ersatzbank auch keine schlechte Stimmung, sondern bin froh, dass ich dabei bin."
Das Team habe Geduld bewiesen, so nannte Torschütze Lewandowski die bajuwarische Kardinaltugend im Duell mit den Königsblauen. Ehe Philipp Lahm fast schon erzürnt anmerkte: "Das war ein Auswärtsspiel bei einer guten Mannschaft, die in den letzten Jahren so gut wie immer international gespielt hat, meist sogar in der Champions League. Wir marschieren nicht eben mal durch. Es ist nicht immer einfach, sofort da zu sein. Deshalb war das auch ein Zeichen fürs Wochenende."
Und damit meinte der Bayern-Kapitän: "Wir lassen nicht nach, wir holen die drei Punkte." Irgendwie.
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