Ousmane Dembélé ist nicht unbedingt ein Lautsprecher, keiner, der sich außerhalb des Fußballplatzes großartig produzieren müsste. "Ich stehe in Dortmund unter Vertrag und werde wohl auch (in der kommenden Saison, d. Red.) in Dortmund sein", sagte der Franzose nach seinem Gala-Auftritt beim 3:2 der "Bleus" im Prestigeduell gegen England am 13. Juni.
Doch auch, wenn der 20-Jährige es nicht ausspricht, ist sicher: Dembélé will den BVB noch in diesem Sommer wieder verlassen.
Informationen unserer französischen Eurosport-Kollegen zufolge, habe der Mittelfeldspieler mit dem starken Drang zum Tor seine Entscheidung bereits direkt nach der Entlassung von Trainer und Förderer Thomas Tuchel gefällt. Um mit Tuchel in Dortmund zu arbeiten, hatte das französische Supertalent schon im vergangenen Sommer ein Angebot des FC Barcelona ausgeschlagen.
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Machtwort von Zorc im Fall Dembélé

So war es nur logisch, dass die Spanier bereitstanden, um erneut bei Dembélé anzuklopfen - schließlich hatten beide Seiten schon vor einem Jahr intensive Gespräche geführt. "Ich muss bereit für die Unterschrift sein, lassen Sie mir Zeit", hatte der Franzose den spanischen Riesen damals vertröstet und schließlich für fünf Jahre beim BVB unterschrieben. Laut "Sport" war der Weg im zweiten Anlauf für einen Wechsel bereitet, doch der BVB schob dem möglichen Transfer einen Riegel vor.
Das Matchwort kam von Sportdirektor Michael Zorc:
Ousmane Dembélé hat einen langfristigen Vertrag - wir planen fest mit ihm. Es gibt keine Verhandlungen. Ous wird auch in der kommenden Saison beim BVB spielen!
Doch das Wechseltheater um den pfeilschnellen Flügelspieler, der in seiner Premierensaison beim BVB zehn Tore erzielte und satte 21 Vorlagen verbuchen konnte, ist damit noch lange nicht vorbei.
Wie "Eurosport.fr" erfahren hat, sind auch der FC Chelsea sowie die beiden Manchester-Klubs United und City am französischen Nationalspieler interessiert. Sowohl José Mourinho und die "Red Devils" als auch der Meister aus London wollen in Kürze ein Angebot für Dembélé abgeben.

Thomas Tuchel und Ousmane Dembélé bei Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Beide Klubs wollen ihre Flügelpositionen aufwerten. Bei Chelsea soll Dembélé dem Duo Willian und Pedro Druck machen, in Manchester soll der 20-Jährige als Konkurrenz für Juan Mata und Henrich Mchitarjan hinzukommen.

Dembélé-Abgang eine Frage des Geldes?

Ein wenig anders ist die Situation bei Manchester City, wo Trainer Pep Guardiola mit Bernardo Silva bereits einen neuen Mittelfeldspieler vorzeigen kann. Aus Sicht des Spaniers kann sich das Transferkarussell nun erst einmal eine Weile drehen - aufspringen können die wohlbetuchten "Skyblues" mit ihrem Geldkoffer dann immer noch.
Vielleicht ist es am Ende ja doch wieder eine Frage des Geldes. Für rund 15 Millionen Euro kam Dembélé im Vorjahr von Stade Rennes zu den Schwarz-Gelben. Was aber, wenn die Angebote aus England die nicht unwahrscheinliche Summe von 80 Millionen Euro überschreiten?
Die BVB-Verantwortlichen sind dafür bekannt, genau abzuwägen, in welchen Situationen es sinnvoll ist, einen Spieler - gegen seinen Willen - in Dortmund zu halten. Sollte es tatsächlich Angebote aus England geben, werden sie das auch bei Dembélé tun.

Die Suche nach Konstanz

Dortmund steht somit vor einer enormen Herausforderung. Erst vor Beginn der vergangenen Saison mussten die Schwarz-Gelben die Abgänge mehrerer Leistungsträger kompensieren, nun würde ein ähnliches Szenario drohen.
In den eigenen Reihen würden mit Pulisic und Phillipp zwar zwei aufstrebende Talente bereitstehen, um die entstehende Lücke zu füllen. Und für die Einnahmen im Falles eines Dembélé -Transfers würde sicherlich neue Talente ihren Weg in die Ruhrmetropole finden.
Dennoch müsste sich erneut unter einem neuen Trainer, eine neue Mannschaft formieren. Eine schwierige Aufgabe für den BVB, der auch in der kommenden Spielzeit Titel anstreben möchte. Dembélés Abgang wäre für den BVB Chance und Risiko zugleich.
Eurosport überträgt die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2017/18 live im Eurosport Player. Wir starten unsere Berichterstattung am 5. August 2017, 20:30 Uhr mit dem DFL-Supercup zwischen Borussia Dortmund und Bayern München.
Matthias Sammer und Jan Henkel werden bei Eurosport ab Sommer 2017 das Bundesliga-Gespann des Senders vor der Kamera bilden. Mit dem Ex-Sportvorstand des FC Bayern wird Eurosport den Fußball-Fans im deutschsprachigen Raum erstmalig exklusive Live-Übertragungen der Bundesliga anbieten. "Sie glauben gar nicht, wie sehr ich mich bereits auf die neue Saison freue", sagt Sammer.
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