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3 Dinge, die auffielen: Naby Keïta-Show, Joker Timo Werner und Schalke-Schwachpunkt

3 Dinge, die auffielen: Keïta-Show mit Makel, Schalke tappt in Leipzigs Falle

13/01/2018 um 22:38Aktualisiert 13/01/2018 um 22:40

Der Erfolg ist zurück. RB Leipzig springt zum Start der Rückrunde mit viel Elan auf Platz zwei der Tabelle. Beim 3:1 (1:0)-Sieg gegen den FC Schalke 04 glänzten Naby Keïta und Joker Timo Werner. Nichts war zu spüren von möglichen Abwanderungsgedanken bei Keïta. Was Schalke beim Hinspiel noch auszeichnete, wurde in Leipzig zum Bumerang. Drei Dinge, die uns auffielen.

Keita-Show mit Makel

Kurze Drehung, schneller Antritt und ab geht die Post. Gegen Schalke war Naby Keïta bis in die Haarspitzen motiviert. Nichts zu spüren von irgendwelchen Wechselgedanken auf die Insel.

Der FC Liverpool ist heiß auf den Angreifer. Um ihn sofort aus Leipzig loszueisen, sollen die "Reds" angeblich bereit sein, auf die bereits ausgehandelte Summe von 70 Millionen Euro, noch einmal 20 Millionen drauf zu packen.

Sportdirektor Ralf Rangnick schob einem vorzeitigen Wechsel aber zumindest verbal einen Riegel vor:

"Es liegt für keinen der Spieler, die heute für uns auf dem Platz stehen oder auf der Bank sitzen, von irgendeinem Verein eine Anfrage oder ein Angebot vor. Ich gehe davon aus, dass er noch 19 Spiele bei uns spielt."

Falls Keita mit den Gedanken dennoch schon in Liverpool sein sollte, ließ er es sich zumindest nicht anmerken. Der Mittelfeldmann spielte hochmotiviert. Gegen zu Beginn gut gestaffelte Schalker suchte er immer wieder die direkten Duelle im Zentrum.

Naby Keïta

Naby Keïta Getty Images

Keïta war mit vollem Herzen bei der Sache. Der 22-Jährige ackerte, übernahm Verantwortung und wurde belohnt.

Kurz vor der Pause nahm Keïta (41.) sein Herz in beide Hände und erzielte das 1:0. Sein Distanzschuss wurde von Naldo unhaltbar für Keeper Ralf Fährmann abgefälscht.

Nach zuvor vier sieglosen Spielen wirkte Trainer Ralph Hasenhüttl erleichtert:

"Wir haben dieses Tor gebraucht, um wieder an uns zu glauben. Das war ein Brustlöser für uns."

Falls es am Ende doch sein letzter Auftritt für Leipzig gewesen sein sollte, kann sich Keïta zumindest nichts vorwerfen lassen.

Einziger Wermutstropfen: In der 67. Minute nahm ihn Trainer Ralph Hasenhüttl vorsichtshalber vom Platz, nachdem er in der 64. Max Meyer umgegrätscht und zuvor schon Gelb (54.) gesehen hatte. Dabei hatte er Glück, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin beide Augen zudrückte. Nicht das erste Mal, dass der Guinese am Rande eines Platzverweises wandelte - oder ihn sogar kassierte.

Hasenhüttl meinte bei Sky:

"Man darf eins nicht vergessen. Wenn er im Zweikampf immer versucht, den letzten Schritt in den Mann hinein zu machen, um Bälle zu gewinnen, dann kann es auch vorkommen, wenn man einen kleinen Tick zu spät ist. Im Endeffekt ist es so, dass er viel einstecken muss. Aber durch seine Spielweise möchte er auch sehr viele Bälle gewinnen, deshalb kommt er halt ab und an mal zu spät."

Kleine Randnotiz noch: Jedes Mal, wenn Keïta (39 Ballaktionen, 84% Passquote, 5 Fouls) in der Bundesliga getroffen hat (8 Mal), haben die "Roten Bullen" das Spiel gewonnen.

Joker Werner

Nicht einmal ein grippaler Infekt konnte den Nationalstürmer stoppen. Obwohl Timo Werner (Erkältung) zum dritten Mal in dieser Saison in der Startelf fehlte, drehte er nach seiner Einwechslung richtig auf.

Hasenhüttl schickte ihn in der 63. Minute beim Stand von 1:1 ins Spiel. Nur sechs Minuten später klingelte es im Schalker Kasten. Vorausgegangen war ein fataler Fehler von Naldo, der den Ball durch einen Fehlpass verlor.

Leipzig schaltete im 4-3-3-System sofort um und ließ den Ball über drei Stationen laufen. Marcel Sabitzer und Konrad Laimer leiteten die Kugel auf Werner (69.) weiter, der den Ball elegant zum 2:1 ins Tor spitzelte.

Timo Werner

Timo WernerGetty Images

Nach seinem neunten Saisontreffer erklärte Werner bei "Sky":

"Ich schieße meine Tore lieber von Anfang an. 90 Minuten auf dem Platz zu stehen, das macht deutlich mehr Spaß als 30 oder 15 Minuten. Ich wollte der Mannschaft wieder helfen und bin froh, dass es geklappt hat."

Beim nächsten Mal dann - aus seiner Sicht - gerne wieder von Beginn an.

Schalkes Schwachpunkt

Was Schalke im Hinspiel (2:0) noch ausgezeichnet hatte, konnten die "Königsblauen" in Leipzig lediglich in der ersten Halbzeit in Ansätzen präsentieren.

Gegen eine extrem gut organisierte Mannschaft von Domenico Tedesco tat sich Leipzig damals schwer im Herausspielen von Torchancen. Schalke wiederum war nach Kontern stets brandgefährlich.

Nun das umgekehrte Bild. Schalke stand im 3-5-2-System zu Beginn zwar stabil, aber Leipzig gewann die entscheidenden Zweikämpfe im Mittelfeld und konnte das schnelle Umkehrspiel der Schalker unterbinden.

Zwar versuchten Alessandro Schöpf, Amine Harit und Meyer sich durch die Mitte und über die Flügel durchzutanken, doch Diego Demme, Kevin Kampl und Keïta machten die Räume dicht.

Domenico Tedesco

Domenico TedescoEurosport

Schalke-Coach Tedesco sagte im "Sky"-Interview:

"Wir haben zu viele Ballverluste im Zentrum gehabt. Wir haben die Bälle zu früh in die Mitte gespielt. Leipzig hat das Pressing gut gemacht und uns wenig Räume gelassen."

Anstatt sich noch mehr auf die eigene Defensiv-Arbeit zu konzentrieren, ließ sich Schalke von Leipzig zu sehr ins Spiel nach vorne verleiten und wurde am Ende bitter bestraft.

In der Hinrunde kassierte Schalke lediglich 21 Gegentreffer. Nun kamen drei weitere Gegentore hinzu. Schalke hatte sogar noch Glück, das Jean-Kévin Augustin in der 37. Minute seinen Elfmeter verschoss.

Damit verloren die "Königsblauen" zum ersten Mal seit dem 23. September 2017 (0:2 gegen Hoffenheim) wieder ein Spiel in der Bundesliga. Die Schalker Erfolgsserie mit 13 Pflichtspielen ohne Niederlage ist damit beendet.

Video - #SotipptderBoss: Bayern stolpert, Leipzig kocht Schalke ab

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