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3 Dinge, die bei Leverkusen - Bayern auffielen: Müller als besserer Wagner, Ribéry sticht Bailey aus

3 Dinge, die auffielen: Müller als besserer Wagner, Ribéry sticht Bailey aus

12/01/2018 um 23:41Aktualisiert 13/01/2018 um 10:03

Der FC Bayern München setzt sich zum Rückrundenstart mit 3:1 (1:0) gegen Bayer 04 Leverkusen durch, wenngleich es keine souveräne Vorstellung über 90 Minuten ist. Sandro Wagner kommt überraschend nicht zum Zug, Thomas Müller verdient sich seine Nominierung. Talentierte Leverkusen scheitern an cleveren Bayern, die einen erwachsenen Sieg landen - auch dank ihrer "Senioren". Was uns auffiel.

1. Erfahrung schlägt Talent

Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Bayern München, ein Klassiker zum Rückrundenstart der Bundesliga, aktuell Platz vier gegen eins - und eine Partie, die Eurosport-Experte Matthias Sammer auf drei plakative Vergleiche komprimierte:

"Klein gegen groß, jung gegen alt, unerfahren gegen abgezockt. "

Zudem agierte der Meister körperbetont (58 Prozent Plus-Zweikämpfe), aber in keiner "Überform, dass du das Gefühl hättest, du bist chancenlos", sagte Sammer.

Leverkusen gelangen furiose 20 Anfangsminuten mit einer Top-Chance durch Dominik Kohr (17.), dann schob sich Bayern auf den Fahrersitz, weil die Gastgeber "viel zu viel Respekt" zeigten, wie Sammer rügte. "Hier sieht man, was Erfahrung und Routine gegen Talent ausmachen."

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Die Rheinländer schnupperten mit Kevin Vollands Anschlusstreffer (70.) und Lucas Alarios Schuss (78.) ran, am Ende griff eine weitere Abwägung, die Sammer einfiel:

"Leverkusen ist in der Entwicklung, und die anderen entwickeln sich nicht, sondern sind schon spitze. Auf diesem Niveau kann Leverkusen noch nicht mithalten. Das war schon sehr naiv teilweise. "

Allerdings verfestigte sich der Eindruck aus 2017: Über die Gesamtdistanz ist Bayern nach wie vor nicht souverän genug. "Trotzdem fand ich es insgesamt eine reife Leistung, einfach clever", sagte Sammer.

2. Müller als besserer Wagner

Vor Anpfiff waren alle Blicke zur Bayern-Aufstellung gewandert, und gemeinhin war erwartet worden, dass Sandro Wagner den verletzten Robert Lewandowski ersetzt - dafür war er im Winter schließlich geholt worden.

Nichts da. Anstelle von Eins-zu-Eins-Ersatz Wagner wurde Lewandowski durch Thomas Müller vertreten. Wagner werde "ein leichtes Grummeln" verspüren, sagte Sammer, zuvor wurde er ja "mit Lob überschüttet, das ist immer gefährlich".

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Müller interpretierte die Position anders, weniger als Fixpunkt im Zielkorridor, mehr als beweglicher Schleicher, der sich aus der Spitze löste und Wege ging, die ein Wagner qua Spielertypus nicht gegangen wäre. "Du darfst nicht zu greifen sein", erklärte Sammer, so hatte auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes gedacht.

Für Leverkusen, das gegen den Ball mit einer Dreierkette verteidigte (Sven Bender, Jonathan Tah, Wendell), erwies sich Heynckes' Maßnahme als richtig. Müller beschäftigte die Deckung, hatte eine Möglichkeit (57.) und komplettierte das Offensivquartett um Franck Ribéry, James Rodríguez sowie Arjen Robben als präsenter Irrwisch. Wagner fiel in seinem Kurzeinsatz (ab 79.) nicht auf.

3. Bailey hübsch, Ribéry effektiv

Nach 32 Minuten beobachte Müller aus der Loge, wie Javi Martínez den ersten Münchner Erfolg in der BayArena seit März 2013 (!) einläutete. So schwand Leverkusens Angriffscourage, zuvor hatte es Heiko Herrlichs Team geschafft, den Bayern mit forscher Attitüde zu begegnen.

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Der 33-jährige Robben glänzte nicht an diesem Abend (Note 3,3), gewann jedoch ein entscheidendes Duell, das der 34-jährige Ribéry verwertete (58.). James' bildschönes Freistoßtor besiegelte den Sieg (90.+1).

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