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3 Dinge, die beim Spiel FC Bayern gegen Hertha BSC in der Bundesliga auffielen

3 Dinge, die auffielen: Bayern ohne Esprit, Lewy ohne Glück, Hertha ohne Makel

24/02/2018 um 22:47Aktualisiert 24/02/2018 um 22:48

Der FC Bayern München ist am 24. Bundesliga-Spieltag gegen Hertha BSC nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Der Rekordmeister tat sich zum Abschluss der Englischen Woche schwer, die Berliner spielten hinten kompakt - die Taktik von Pal Dardai ging voll auf. Robert Lewandowski erarbeitete sich zwar Chancen, war vor dem Tor aber ungewohnt harmlos. Diese 3 Dinge fielen uns auf.

1. Harmlose Bayern

Auswärtsfahrten nach Münchnen sind eigentlich nie schön. Entweder man stellt sich hinten rein und verliert letztendlich trotzdem, oder man spielt mutig mit und kriegt hinten die Hütte voll. Dass der FC Bayern wenige Tage zuvor in der Champions League den türkischen Meister Besiktas mit 5:0 abgefertigt hatte und so gut wie alle Stars in fittem Zustand unterhält, macht es nicht einfacher. Eigentlich.

Es war im Grunde ein klassischer Bayern-Start gegen Hertha BSC: viel Ballbesitz, frühe Annäherungsversuche. Thiago, Mats Hummels, Robert Lewandowski und Franck Ribéry vergaben in Hälfte eins die Führung, Hertha-Keeper Rune Jarstein hielt, was es zu halten gab

Bayern-Hertha

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Unterm Strich waren es zu wenige Überraschungsmomente, zu wenige 1:1 Situationen, in denen die Bayern ihre individuelle Klasse ausspielen konnten. Arjen Robben, nach der Kritik an Coach Jupp Heynckes wieder in der Startelf, fasste es kurz und knapp zusammen:

"Es gibt so Tage, da will der Ball nicht rein. Heute war so ein Tag. Kompliment an Hertha, uns hat der letzte Schritt gefehlt."

Kleiner Wermutstropfen: Sie verpassten den 15. Pflichtspielsieg in Serie - das wäre Vereinsrekord gewesen.

2. Unglücklicher Lewandowski

Anzumerken waren Lewandowski die Spekulationen nicht. Er ackerte, erarbeitete sich ein Dutzend Chancen, holte sich die Bälle tief aus der eigenen Hälfte. Das Problem: er traf nicht.

Robert Lewandowski im Duell mit Jordan Torunarigha

Robert Lewandowski im Duell mit Jordan TorunarighaGetty Images

In Hälfte eins rieben sich die Zuschauer verdutzt die Augen: Anstelle des erblondeten Rafinha trieb Lewanwoski hinten rechts den Ball nach vorne - im Spielaufbau. Das zeigt: Der 29-Jährige wollte, auf Teufel komm raus. Er forderte Bälle, schirmte sie ab, organisierte das Offensivspiel, ließ sich fallen, war omnipräsent. Es war eigentlich ein richtig gutes Spiel von ihm, am Ende wirkte es dennoch unglücklich ob seiner vergebenen Chancen.

Freilich warteten die Journalisten hartnäckig nach dem Spiel. Lewandowski schlich sich - taktisch clever - an den Mikrofonen vorbei, als Kollege Mats Hummels interviewt wurde, und verschwand in den Katakomben der Allianz Arena.

3. Kompakte, gut organisierte Hertha

Es ist eine seltsame Hertha-Saison: Ein frühes Aus in der Gruppenphase der Europa League gegen Teams wie Östersund oder Zorya Luhansk, in der Liga irgendwo im Niemandsland. Furiose Siege gegen Bayer Leverkusen (2:0) oder RB Leipzig (3:2), müde Kicks gegen Mainz (0:2) oder Stuttgart (0:1) - das ist die Hertha 2017/18.

Gegen Bayern lieferte die "Alte Dame" eine starke Leistung: kompakt in der Defensive, zehn Mann gegen den Ball bei Bayern-Ballbesitz, Davie Selke als einzige Spitze lief konsequent die Gegner an. Der Matchplan von Coach Pal Dardai ging voll auf, ein 0:0 in München ist schließlich aller Ehren wert und kann zurecht wie ein Sieg gefeiert werden.

Dardai happy:

"Ich kann meiner Mannschaft gratulieren. Hier einen Punkt mitzunehmen, ist eine großartige Sache. Es war der Kampfgeist und die Laufbereitschaft, damit haben wir einen Punkt verdient."

Die Hertha spielte das, was sie schon in der Vorsaison auszeichnete: grundsoliden, gut organisierten Fußball. Hummels lobte Berlin:

"Sie haben leidenschaftlich und diszipliniert auf einem sehr hohen Niveau verteidigt."

In der 19. Minute bestrafte Vladimir Darida die Bayern gar fast nach einem gut platzierten Flachschuss aus zweiter Reihe. Auch wenn die Hauptstädter nach dem Seitenwechsel offensiv kaum präsent waren, ging der Punkt vollkommen in Ordnung.

Startet die Hertha jetzt einen Lauf, könnte sie noch mal auf die Europa-League-Plätze schielen. Die Qualität wäre (eigentlich) da.

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