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Abstieg des Hamburger SV rückt immer näher, Titz bleibt optimistisch

HSV-Abstieg rückt näher: "So lange es rechnerisch noch möglich ist ..."
Von SID

14/04/2018 um 21:43Aktualisiert 15/04/2018 um 21:39

Der erste Abstieg des Hamburger SV aus der Bundesliga rückt immer näher. Nach dem 0:2 (0:2) bei 1899 Hoffenheim gibt es eigentlich kaum noch Hoffnung für die Norddeutschen. HSV-Coach Christian Titz glaubt dennoch an das Wunder für den Bundesliga-Dino: "So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben."

Christian Titz kratzte sich am Kopf, zog sein Hemd zurecht - und begann noch auf dem Platz mit der Aufbauhilfe. Dem immer näher rückenden Abstieg zum Trotz zollte der Trainer des Hamburger SV jedem seiner Profis nach dem 0:2 (0:2) bei 1899 Hoffenheim Anerkennung, dann schickte er seine Schützlinge zu den mitgereisten Fans.

Auch die Anhänger ließen ihre Mannschaft nicht hängen und schworen sie mit Sprechchören auf den Abstiegskampf-Endspurt ein - noch will sich der Dino nicht in sein Schicksal ergeben.

HSV-Trainer Titz: "Es wird nicht leichter"

"Nein, davon gehe ich nicht aus", antworte Titz auf die Frage, ob das Ende nicht schon am Montag kommen könnte. Dann treffen der FSV Mainz 05 und der SC Freiburg im Kellerduell aufeinander. Und sollte der FSV gewinnen, hätte der Vorletzte vier Spieltage vor Schluss bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Der erste Abstieg des HSV, der als einziges Gründungsmitglied immer in der Eliteklasse gespielt hat, wäre kaum noch zu vermeiden. Schon jetzt stehen die Chancen äußerst schlecht.

"Die Situation wird natürlich nicht leichter, wir haben immer weniger Spiele vor der Brust. Aber in der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft gegen die Niederlage gestemmt. Da haben die Spieler die Antwort gegeben", sagte Titz, der dann sogar die Mutter aller Phrasen im Abstiegskampf auspackte:

"So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben."

Magath mit Kritik-Rundumschlag

Klub-Idol Felix Magath holte nach der Niederlage im "NDR Sportclub" dagegen zum Rundumschlag aus:

"Was mittlerweile unter der Bezeichnung 'HSVer' für den Verein tätig ist, da würde ich diese Bezeichnung nicht verwenden."

Erkritisierte sowohl die Vereinsführung als auch die Spieler. Der bedingungslose Einsatz für den Verein sei schon lange nicht mehr zu sehen, erklärte der Europapokalsieger der Landesmeister von 1983 mit dem HSV.

"Es wird überhaupt nicht darüber gesprochen, dass ständig Geld verschleudert wird für eigenes Unvermögen. Die Verantwortung dafür trägt niemand", sagte Magath und betonte: "Der HSV war schon in den letzten Jahren ein Verein, der in Fußballdeutschland nicht mehr ernst genommen wurde." Die Situation sei ein "Jammer", der 2014 verstorbene Kult-Masseur Hermann Rieger "wird sich im Grab umdrehen, wenn er das, was jetzt hier passiert, mitansehen muss".

Lichtblick gegen Schalke 04

Aufgegeben hatten sich die Hamburger zuvor zu keinem Zeitpunkt. Dennoch stand am Ende eine Niederlage, die noch weitaus höher hätte ausfallen können. Der seit Wochen in Topform spielende Serge Gnabry (18.) und Adam Szalai (27.) trafen vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena für die TSG, die dank der siebten Partie ohne Niederlage ihren Kurs Richtung Europacup hält.

Dagegen warten die Hanseaten seit knapp acht Monaten auf einen Auswärtssieg. Dass der einzige Dreier in der Fremde am zweiten Spieltag bei Schlusslicht 1. FC Köln gelang, sagte fast alles über die Qualität der Norddeutschen, die insgesamt nur fünf Siege auf dem Konto haben. Das 3:2 am vergangenen Spieltag gegen Schalke 04 scheint ein Ausrutscher nach oben gewesen zu sein.

Hoffenheim kämpft um Champiosn League

"Dennoch lassen wir uns nicht unterkriegen. Die Niederlage darf uns nicht aus der Bahn werfen", sagte der frühere Hoffenheimer Sejad Salihovic, der alles auf das nächste Spiel gegen Freiburg setzt:

"Die vergangenen Wochen geben uns Hoffnung. Auch diesmal waren gute Ansätze dabei. Gegen Freiburg müssen wir natürlich unbedingt gewinnen."

Auch Hoffenheim hat ein vorentscheidendes Spiel vor der Brust. Sollte ein Sieg bei RB Leipzig gelingen, rückt sogar die Champions League für den Vorjahres-Vierten in greifbare Nähe. "Wir wollen nach Möglichkeit noch maximal klettern", äußerte Sportchef Alexander Rosen.

Helfen könnten dabei Gnabry und der ebenfalls seit Wochen stark spielende Linksverteidiger Nico Schulz. Beiden werden mittlerweile sogar Chancen auf eine überraschende WM-Nominierung eingeräumt. Gnabry aufgrund seiner überragenden Qualitäten, Schulz wegen des überschaubaren personellen Angebots auf seiner Position.

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