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Bundesliga: Nach verrücktem Videobeweis und Pannen-Tor: Mainz schafft Big Point gegen Freiburg

Historischer Videobeweis und Pannen-Tor bringen Mainz den Big Point

16/04/2018 um 22:42Aktualisiert 16/04/2018 um 23:47

Dank der kuriosesten Videobeweisentscheidung der Saison und einem eklatanten Torwartfehler hat der FSV Mainz 05 den Abstiegskrimi gegen den SC Freiburg gewonnen. Das Mainzer 2:0 (1:0) im letzten Montagsspiel der Saison bringt zudem den Hamburger SV und den 1. FC Köln ganz nah an den Abgrund zur 2. Liga. Der Rückstand des HSV auf Freiburg auf dem Relegationsplatz beträgt acht Punkte.

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So lief das Spiel:

Abstiegskampf pur in Halbzeit eins! Mainz war noch das gefälligere Team zweier sehr verunsicherter Mannschaften, die mit stark angezogener Handbremse spielten. Die Nervosität war in den vielen Fehlpässen deutlich erkennbar, Angst spielte mit. Mainz konnte sich wenigstens noch ein paar Möglichkeiten erarbeiten, zwingend war davon wenig. Freiburg trat offensiv überhaupt nicht in Erscheinung.

Als Schiedsrichter Guido Winkmann zur Pause pfiff, stand es 0:0. Das Halbzeitergebnis war das allerdings nicht, denn es wurde kurios. In der letzten Szene vor dem Pausenpfiff drang Mainz' Daniel Brosinski in den Freiburger Strafraum ein, zog ab und schoss Marc-Oliver Kempf den Ball an den Arm, ehe Schwolow klären konnte. Das bekam Winkmann aber erst nach dem Abpfiff aus Köln von Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus zu hören. Winkmann sah sich die Bilder an und entschied auf Elfmeter – die Freiburger waren zu diesem Zeitpunkt bereits in der Kabine und mussten erst wieder auf den Rasen gerufen werden. Pablo de Blasis trat an, schickte Alexander Schwolow in die falsche Ecke und stellte neun Minuten nach dem Halbzeitpfiff auf 1:0.

Mit einer guten halben Stunde Verspätung wurde dann weitergespielt – nachdem Fans schon den Anpfiff durch Montagsspiel-Proteste verzögert hatte, verhinderte Toilettenpapier im Tor auch den Anpfiff zur zweiten Hälfte. Doch auch in diesem Durchgang passierte wenig, wenngleich Mainz auch dieses Mal wieder aktiver war. Interessant wurde es erst wieder in der 78. Minute, als SC-Torwart Schwolow verhängnisvoll patzte, einen kurzen Pass direkt in den Fuß von Robin Quaison spielte. Der Schwede legte quer zu de Blasis, der dann aus sieben Metern aufs freie Tor schoss und den Pfosten traf – von wo der Ball ins Tor rollte. Auch Nils Petersen traf in der Folge noch den Pfosten auf der anderen Seite, hatte aber nicht so viel Glück.

Dann war Schluss. Mainz gewinnt so verdient wie Freiburg unglücklich verliert und springt durch den Sieg auf Platz 15, verdrängt den Freiburg aufgrund des besseren Torverhältnisses auf den Relegationsplatz. Beide Teams haben wir Wolfsburg 30 Punkte und werden die Relegation unter sich ausmachen. Durch den Mainzer Sieg sind auch die Chancen von Köln und Hamburg auf eine Rettung gesunken. Neun bzw. acht Punkte Rückstand auf Platz 16 stehen bei noch vier Spielen zu Buche.

Guido Winkmann in der Diskussion mit Spielern des SC Freiburg

Guido Winkmann in der Diskussion mit Spielern des SC FreiburgImago

Die Stimmen:

Sandro Schwarz (Trainer Mainz): "Ich hab auch schon in der Kabine gesessen und wurde dann noch mal rausgerufen zum Elfmeter. Die Halbzeitansprache war dann sehr emotional. Pablo (de Blasis) hat die Kugel genommen, die Nerven behalten und somit einen sehr guten Job gemacht. Die drei Punkte nehmen wir gerne mit. Es war ein verdienter Sieg, da gilt es dranzubleiben."

Christian Streich (Trainer Freiburg): "Ich war nicht ruhig in Schalke, deswegen war ich dieses Mal ruhig. Ich hab die Mannschaft zur Pause dann taktisches umgestellt und versucht, dass sie ruhig bleibt und mit freiem Kopf wieder ins Spiel geht."

Alexander Schwolow (Freiburg): "Sehr kurios, dass wir schon in der Halbzeit sitzen und dann wieder raus müssen. Bei der anderen Szene wollte ich den Ball am Gegner vorbeispitzeln, hab das aber nicht geschafft. Ich hab den Ball nicht sauber getroffen. Dumm gelaufen für die Mannschaft."

Pablo de Blasis (Mainz): "Das war einer meiner größten Momente im Mainz-Trikot. Wir haben fünf, sechs Wochen nicht mehr gewonnen, deswegen war der Sieg sehr wichtig. So zurückzukommen nach den letzten Spielen - das ist Mainz. Wir können kämpfen."

Das fiel auf: Schiri im Fokus

Der Tweet des Spiels:

Aus der 78. Spielminute:

Die Statistik: 9

Mainz bleibt zu Hause gegen Freiburg ungeschlagen. Sechs Siege und drei Unentschieden stehen damit auf dem Konto. Nur im Rhein-Main-Derby gegen Frankfurt trat der FSV im Oberhaus öfter zu Hause an ohne zu verlieren (10-mal – 5 Siege, 5 Remis).

Video - Verrückter Videobeweis gegen Freiburg: So reagiert Christian Streich

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