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BVB: Allerletzte Chance für André Schürrle bei Borussia Dortmund

Fünf vor Zwölf: Schürrles allerletzte Chance beim BVB

14/01/2018 um 00:10Aktualisiert 14/01/2018 um 14:55

Zu Saisonbeginn wollte André Schürrle unter Peter Bosz einen Neuanfang beim BVB starten. "Topfit kann ich jeder Mannschaft helfen", sagte der 27-Jährige im August exklusiv bei Eurosport. Ein halbes Jahr später steht der Nationalspieler am Scheideweg und muss liefern. Zu allem Überfluss gibt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nun ein vielsagendes Interview.

André Schürrle war heiß. Heiß auf die neue Saison unter einem neuen Trainer mit und bei Borussia Dortmund. Eine Spielzeit, in der er die letzten enttäuschenden Jahre vergessen machen und endlich wieder durchstarten wollte.

Doch ein Muskelfaserriss stoppte sein Vorhaben noch vor dem ersten Spiel in Wolfsburg. Schürrle kam in der Hinrunde nur in vier Spielen zum Einsatz und gab dabei einen Assist.

Schürrles Déjà-vu

Nun befindet sich Schürrle in einer vergleichbaren Situation, erlebt in gewisser Weise ein Déjà-vu.

Wenn der BVB am Sonntag in die Rückrunde startet, ist der Gegner im heimischen Signal-Iduna-Park wieder sein Ex-Klub Wolfsburg - und Schürrle ist fit, Stand jetzt. Allerdings hat er dieses Mal ein vielleicht noch größeres Problem: enormen Druck.

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Nach seinen missglückten Engagements beim FC Chelsea und in Wolfsburg droht der Nationalspieler nun auch beim BVB endgültig zu scheitern. Seine Zeit im Ruhrpott ist geprägt von unglücklichen Auftritten, gefolgt von langwierigen Verletzungen und dem harten Kampf um den Anschluss.

Wechselspekulationen in der Winterpause

In der Winterpause gab es deshalb folgerichtig Gerüchte über seinen Abschied. Der VfB Stuttgart soll interessiert gewesen sein und nahm Kontakt mit Berater Ingo Haspel auf. Inter Mailand erkundigte sich nach einem Leihgeschäft.

"Grundsätzlich will André so viel wie möglich spielen, und wenn die Spielzeit nicht gewährleistet ist, dann wäre es geradezu fahrlässig, nicht darüber nachzudenken, wie die Zukunft da aussehen kann und wo man mehr Spielzeit bekommt", sagte Haspel angesprochen auf die Wechselspekulationen gegenüber "Sky".

Watzke zählt Schürrle an

Für Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte bislang ein Flop. Zur "Welt" sagt Watzke:

"Ganz offen und ehrlich gesagt: Beide Seiten sind - Stand jetzt - noch nicht zufrieden."

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Allerdings legt Watzke dem 27-Jährigen nahe, "vielleicht auch ein bisschen Ursachenforschung" zu betreiben.

"Woran liegt es, dass es nicht funktioniert? Es scheint ja nicht nur bei uns in Dortmund bis jetzt nicht funktioniert zu haben."

Seine Aussagen wollte Watzke nicht als Reaktion auf die Marktsondierung von Schürrle und seinem Berater verstanden wissen: "Das, was ich gesagt habe, ist isoliert zu betrachten", sagte er, Schürrle würden beim BVB alle Brücken gebaut: "Er hat alle Möglichkeiten, er wird immer wieder die Chance bekommen, sich zu zeigen. Aber in letzter Konsequenz muss er das sportlich lösen."

Schürrle vs. Sancho

Nach aktueller Sachlage bleibt er in Dortmund und hofft, beim Rückrundenstart gegen Wolfsburg ein erstes Zeichen zu setzen. Und die Chance auf einen Einsatz - vielleicht sogar in der Startelf - ist gar nicht so schlecht.

Marco Reus ist noch nicht bereit, Christian Pulisic nach einem gerade überstandenen Magen-Darm-Virus eventuell nicht bei 100 Prozent. Trainer Peter Stöger wird sich voraussichtlich zwischen Schürrle und Youngster Jadon Sancho entscheiden.

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Für den Engländer spricht die aktuelle Form. Der erst 17-jährige Flügelstürmer ist der Gewinner des Wintertrainingslagers in Marbella, überzeugte in den Tests gegen Fortuna Düsseldorf (2:0) und Zulte Waregem (2:2).

Schürrle punktet momentan nur in Sachen Bundesligaerfahrung: 13.766 des Routiniers gegen 15 Minuten Spielzeit des Youngsters.

Schürrle: Fünf vor Zwölf

Wie Stöger letztlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Dass Schürrle seine Einsatzzeit bekommen wird, ist höchstwahrscheinlich, dass er sie zur Eigenwerbung nutzt, wäre ihm zu wünschen.

Bildlich gesprochen ist es fünf vor Zwölf. Die anstehende Rückrunde ist Schürrles allerletzte Chance beim BVB, wenn er sie überhaupt noch in Schwarz-Gelb erlebt.

Bis zum 31. Januar haben die Vereine noch Zeit, Spieler zu verpflichten oder abzugeben.

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