So lief das Spiel:

Jupp Heynckes musste nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Thiago und Arjen Robben weiter improvisieren und versuchte es mit einem massiven Mittelfeld um Javi Martinez, Sebastian Rudy, Arturo Vidal und Corentin Tolisso.

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Allerdings ging den Bayern das Spiel über die Flügel ab, so dass die Gladbacher keine großen Probleme hatten, das bayrische Spiel zu verteidigen. Zudem ging die selbstbewusste Ansage von Dieter Hecking, der vor dem Spiel "keinen eindeutigen Favoriten" ausmachen konnte, bei seinen Spielern in Fleisch und Blut über.

Nach einer abtastenden Anfangsphase war es Thorgan Hazard, der energisch in den Strafraum eindrang. Niklas Süle wehrte dessen Versuch ihn zu umkurven regelwidrig mit der Hand ab. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Belgier selbst zum 1:0 (39.).

In der Folge kam mächtig Schwung in die Partie. Robert Lewandowski scheiterte an Yann Sommer und dem Pfosten gleichermaßen und auf der anderen Seite marschierte Lars Stindl an Vidal vorbei in den Strafraum und fand am langen Pfosten Matthias Ginter, der problemlos zur 2:0-Pausenführung einschob (44.).

Heynckes reagierte und brachte mit Kingsley Coman den letzten verbliebenen Flügelspieler in die Begegnung.

Gladbach igelte sich hinten ein und vermochte es nun nicht mehr, für die notwendige Entlastung zu sorgen. Coman traf mit einem Rechtsschuss aus 20 Metern den Pfosten (67.).

Vidal brachte mit einer Volleyabnahme aus 25 Metern ins rechte untere Eck die Gäste dann zurück an den Rande des Unentschiedens (74.), doch die verbliebene Zeit reichte nicht mehr, um die erste Niederlage unter Jupp Heynckes nach dessen Rückkehr noch abzuwenden.

Die Stimmen:

Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Das war heute ein hartes Stück Arbeit gegen eine starke Mannschaft. Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen. Die mussten wir nutzen. Wir haben gekämpft und sind am Ende dann belohnt worden. Wir sind froh, dass es bei Kramer nicht so schlimm ist, wie es zunächst aussah. Der Schuss von Vidal war schwer zu halten. Es standen viele Spieler vor mir und der Ball war spät zu sehen. Als Torwartfehler würde ich das nicht bezeichnen."

Niklas Süle (FC Bayern München): "Ich habe den Ball mit einem Finger berührt. Meiner Meinung nach gehe ich nicht mit dem Arm zum Ball. Das hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die ich nicht verstehe. Gladbach hatte eine Chance. In so einem Spiel darf man so einen Elfmeter nicht geben. Wir hatten viele Chancen, doch leider hat es nicht gereicht. Wir sind froh, dass Jupp Heynckes da ist. Ob er bleibt, das müssen andere entscheiden."

Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Alles ist gegen Bayern nicht zu verteidigen, deshalb sind wir froh, dass es geklappt hat. Als ich auf die Sechs musste, bin ich extra noch einmal zum Trainer und habe gefragt, ob das sein muss, doch es ging nicht anders und dann mache ich das natürlich auch. Wir haben uns klasse vorbereitet, uns nichts gefallen lassen und deshalb nicht unverdient gewonnen."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Der Sieg fühlt sich richtig gut an. Wir hatten uns vorgenommen, leidenschaftlich zu spielen. Wir haben die Räume sehr eng gemacht und hatten im richtigen Moment das Glück auf unserer Seite. Ich hätte mir in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitzphasen gewünscht, da war es fast ein Belagerungszustand."

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Wir haben in der ersten Halbzeit zu langsam gespielt, nicht die richtige Drehzahl gehabt. Die Niederlage haben wir uns aufgrund der ersten Halbzeit zuzuschreiben. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht genügend investiert. In der zweiten Halbzeit haben wir nur noch auf ein Tor gespielt, da haben wir auch läuferisch überzeugt."

Tweet zum Spiel:

Christoph Kramer bekam in der Anfangsphase die Schulter von Teamkollege Jannik Vestergaard so unglücklich ins Gesicht, dass er mit Verdacht auf Gehirnerschütterung wie schon im WM-Finale 2014 gegen Argentinien ausgewechselt werden musste.

Das fiel auf: Bayern ohne Außenspieler zu durchschaubar

Ohne die verletzten Arjen Robben, Brack Ribéry und Thomas Müller und mit Kinksley Coman auf der Bank begann Jupp Heynckes die Partie in Mönchengladbach ohne echte Außenspieler. Das hatte zur Folge, dass viel zu viel durch die Mitte ging. So konnte sich Gladbach auf die defensive Zentrale konzentrieren und machte dort geschickt die Räume eng.

Die Statistik: 6

Wegen der anhaltenden Personalprobleme schöpften die Bayern ihre Besetzung der Ersatzbank nicht aus und nahmen und 17 statt 18 möglicher Akteure mit in den Kader nach Gladbach.

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