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Für Claudio Pizarro war das Gastspiel im Wederstadion besonders emotional

Pizarro emotional zerrissen: Zwischen Fanliebe und Abstiegskampf
Von SID

13/03/2018 um 14:13Aktualisiert 13/03/2018 um 16:39

Von den Werder-Fans bejubelt, mit dem 1. FC Köln den Abstieg vor Augen: Für FC-Stürmeroldie Claudio Pizarro war die Rückkehr ins Weserstadion eines der emotionalsten Spiele seiner Karriere. Pizarros Augen schimmerten feucht. Und wer mochte es ihm verübeln, dass seine Rührung über den Empfang im Weserstadion größer war als die Enttäuschung über die 1:3-Niederlage mit dem 1. FC Köln.

Der langjährige Publikumsliebling genoss sichtlich die "Pizarro, Pizarro"-Rufe aus allen Ecken der Arena:

"Ich liebe Werder, die Fans lieben mich. Das ist immer etwas Besonderes."

Schließlich hatte der Peruaner aus Sicht der Norddeutschen alles richtig gemacht. Der fast 40-Jährige deutete mehrfach seine Torgefährlichkeit an, vergab jedoch in der 76. Minute per Kopfball eine Großchance, die der Partie noch einmal eine Wende hätte geben können. "Claudio weiß halt, was sich gehört", witzelte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann, über viele Jahre Teamkollege des Südamerikaners zu erfolgreicheren Bremer Zeiten.

Doch so tief ging die "alte Liebe" nun doch nicht, dass sich Pizarro über sein Missgeschick nicht geärgert hätte. "Normalerweise muss ich den machen", räumte der "Oldie" ein, auch Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck war sich der Bedeutung dieser Szene, die zum 2:2-Ausgleich hätte führen können, bewusst: "So eine Gelegenheit hat Claudio schon hundertmal genutzt, diesmal leider nicht."

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Und so rückt der Abstieg des Tabellenschlusslichts immer näher, in acht Spielen müssen die Rheinländer acht Punkte auf den VfL Wolfsbuug aufholen, der den rettenden 15. Platz einnimmt. Zumindest ein Zähler wäre in der Hansestadt durchaus möglich gewesen, doch in den entscheidenden Momenten brachen individuelle Fehler den Gästen das Genick.

"Das zieht sich durch die gesamte Mannschaft", klagte Torhüter Timo Horn, der in der Vorwoche gepatzt hatte, diesmal jedoch an allen drei Gegentreffern schuldlos war. Nun soll ausgerechnet im Derby am Sonntag gegen Bayer Leverkusen die sportliche Wende neu belebt werden. Horn: "Wir haben ja schon Siege gefeiert, die uns keiner zugetraut hatte, wie gegen Leipzig."

Werder Bremen kann aufatmen

Während der Druck auf den Tabellenletzten weiter wächst, darf man an der Weser zumindest einmal durchpusten. Ein Direktabstieg ist mit zwölf Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen Hamburger SV auf Rang 17 kein Thema mehr. Der Abstand auf den Relegationsplatz 16 wuchs durch den Sieg auf fünf Zähler an.

Doch Werder-Coach Florian Kohfeldt bremst die Sieg-Euphorie:

"Wir brauchen mindestens noch zehn Punkte. Wir dürfen nicht das Gefühl haben, irgendetwas erreicht zu haben."

Und auch Max Kruse warnte vor Selbstzufriedenheit: "Wir tun gut daran, die Konzentration weiter hochzuhalten."

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