Der milliardenschwere Unternehmer hatte sein weiteres Engagement beim HSV an klare Bedingungen geknüpft und dabei auch Kritik an der Arbeit von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sowie Sportchef Jens Todt geübt.
Vor allem die Pläne zur Neubesetzung des Aufsichtsrates sind Kühne, der 17 Prozent der Anteile an der HSV AG hält, ein Dorn im Auge.
"Mir leuchtet in Anbetracht des vergangenen Jahres seit Bruchhagens Übernahme des Vorstandspostens nicht ein, warum die Besetzung des wichtigsten Klubgremiums komplett neu gestaltet werden müsste", sagte Kühne: "Warum setzt der Klub jetzt nicht mal auf Kontinuität?" Die Neubesetzung des Kontrollgremiums ist für den 18. Dezember vorgesehen.
Bundesliga
Kühne kritisiert HSV-Führung
07/11/2017 AM 17:26

Kühne kann Kritik an seiner Person nicht verstehen

Trotz seiner Kritik an Bruchhagen und Todt, unter denen in dieser Saison erneut das Thema Abstieg "akut" geworden sei, habe er ein gutes Verhältnis zu den Entscheidungsträgern.
Ich pflege mit dem aktuellen Vorstand und dem sportlichen Bereich des HSV einen professionellen, inhaltlichen und sehr vertraulichen Austausch, bei dem es weder um Einflussnahme noch um grundsätzliche Manöverkritik der Verantwortlichen geht.
Ob die finanzielle Unterstützung des Klubs nun beendet sei, könne er "noch nicht sagen. Ich werde mir die weitere Entwicklung sehr genau ansehen. Ich traue starken Leuten an der Spitze und entscheidungsfreudigen sportlich Verantwortlichen sowie Trainer Markus Gisdol zu, dass sie in dieser Saison einen weiteren wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller machen werden."
Die Kritik, er selbst sei das Kernproblem des HSV, kann Kühne nicht verstehen.
Ich habe mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, dem offensichtlich in finanzieller Schräglage befindlichen Klub meines Herzens zu helfen. Meine finanzielle Unterstützung hat dem HSV keine zusätzlichen Probleme beschert, sondern einige davon beseitigt, andere gelindert.
Zuvor hatten sich die HSV-Verantwortlichen in Schweigen gehüllt. Kühne hatte dem Bundesliga-15. in seiner Erklärung unverhohlen damit gedroht, nur dann seine finanzielle Unterstützung fortzuführen, "wenn er über einen von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat verfügt".

HSV-Bosse schweigen

Weder der Vorstandsvorsitzende Bruchhagen noch Vereinspräsident Jens Meier nahmen zur heftigen Attacke des 80 Jahre alten Milliardärs öffentlich Stellung.
Meier hatte sich im Vorfeld der Neuwahl zum Aufsichtsrat am 18. Dezember gegen eine erneute Kandidatur des Kühne-Vertrauten und früheren Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums Karl Gernandt ausgesprochen. Kühne hält 17 Prozent der Anteile an der HSV-AG.
Für die seit Jahren unbefriedigende sportliche Situation hatte Kühne in seinem Brandbrief Bruchhagen und Sportdirektor Todt verantwortlich gemacht: "Diese Herren waren im Kampf gegen den Abstieg erfolgreich, haben es aber nicht geschafft, die Mannschaft zur Saison 2017/18 zu verbessern."
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