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RB Leipzig verliert gegen Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln

"Ins Leben zurückgeworfen": Köln schafft Überraschung in Leipzig

25/02/2018 um 19:57Aktualisiert 25/02/2018 um 22:58

Der 1. FC Köln schöpft neuen Mut im Abstiegskampf. Am 24. Spieltag gewann das Bundesliga-Schlusslicht nach Rückstand bei RB Leipzig mit 2:1 (0:1). Den Führungstreffer durch Jean-Kévin Augustin (5.) drehten Startelf-Debütant Vincent Koziello (70.) und Rückkehrer Leonardo Bittencourt (77.) in Halbzeit zwei. Der Rückstand des FC auf Relegationsplatz 16 beträgt damit noch sieben Punkte.

So lief das Spiel:

Obwohl es bereits das dritte Leipziger Spiel in dieser Woche ist, agierten die Hausherren mit hohem Tempo - von Erschöpfung war nichts zu sehen. Sie erarbeiteten sich eine Vielzahl toller Chancen, vergaben aber reihenweise.

Nicht jedoch in der fünften Minute: Im Kampf um den Ball wurde Bruma unabsichtlich in Szene gesetzt. Er nahm Fahrt auf und drang in den Sechzehner ein, von wo aus er flach ins Zentrum spielte. Ademola Lookman spitzelte die Kugel aus sechs Metern an Timo Horn vorbei und traf den rechten Pfosten. Der Abpraller landete bei Jean-Kévin Augustin, der aus geringer Distanz zum 1:0 einschob.

Köln war größtenteils mit Defensivarbeit beschäftigt und kam nur selten zum Abschluss. Die beste Möglichkeit der Gäste hatte Simon Terodde (10.), er scheiterte mit seinem Kopfball aber am stark parierenden Péter Gulácsi.

Die Halbzeitansprache von "Effzeh"-Trainer Stefan Ruthenbeck fruchtete. Seine Mannschaft zeigte nach dem Seitenwechsel eine enorme Leistungssteigerung. Mit mehr Biss waren die Kölner zweikampfstärker als in den ersten 45 Minuten und drehten die Partie nicht unverdient.

Kevin Kampl schaffte es nicht, eine Hereingabe von Marcel Risse aus der Gefahrenzone zu befördern. Sein Kopfball landete bei Winter-Neuzugang Vincent Koziello, der aus etwa 19 Metern per Schlenzer halbhoch zum 1:1 traf (70.).

Sieben Minuten später ließ Risse Bernardo nach einem Ballverlust von Dayot Upamecano leichtfüßig aussteigen. Kurz vor der Grundlinie schob er nach innen, wo Leonardo Bittencourt aus sechs Metern zum 2:1-Endstand einnetzte. Von den Leipzigern war offensiv kaum mehr etwas zu sehen. Keeper Horn wurde nach dem Pausentee nicht ernsthaft geprüft.

Der 1. FC Köln setzte ein dickes Ausrufezeichen im Abstiegskampf. Das Schlusslicht ist durch den Dreier punktgleich mit dem HSV und hat "nur" sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. RB hingegen rutschte auf den sechsten Rang ab.

Die Stimmen:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wenn man aus den Möglichkeiten nicht das zweite oder dritte Tor macht, dann kannst du die Uhr danach stellen, bis der Gegner die Chancen nutzt. In der zweiten Halbzeit war es gar nichts mehr. Die Kaltschnäuzigkeit hat gefehlt."

Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wir haben in der ersten Halbzeit verpasst, den Sack zuzumachen. Es gab mehrere Top-Chancen aufs zweite Tor, die wir nicht genutzt haben. Das hat sich dann gerächt."

Bernardo (RB Leipzig): "Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, dann aus unerklärlichen Gründen den Faden verloren. Wir müssen einfach konzentrierter auftreten und besser verteidigen."

Emil Forsberg (RB Leipzig): "Wir haben verdient verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was uns auszeichnet. Wenn wir führen, müssen wir es auch zu Ende bringen."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Wir müssen weiter Punkte einfahren, um das Ziel Klassenerhalt noch zu erreichen. Ob du Fünfter, Siebter oder Erster in der Rückrundentabelle bist, das bringt uns doch nichts. In der ersten Halbzeit haben wir Glück gehabt, da muss Leipzig höher führen. In der zweiten Halbzeit haben wir dem Gegner weh getan.“

Leonardo Bittencourt (1. FC Köln): "Wir müssen gewinnen, egal wir. Das ist uns bei einem sehr starken Gegner gelungen. Leipzig hatte in der ersten Halbzeit drei oder vier einhundertprozentige Chancen. Da hätten sie den Sack zumachen können. In der zweiten Halbzeit haben wir ein komplett anderes Gesicht gezeigt, da haben wir es super gemacht.

Ich bin froh, dass ich fit bin, keine Schmerzen habe und der Mannschaft wieder helfen konnte. Da ist es egal, wer die Tore macht. Aber es war ein rundum gelungener Tag. Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft. Wir haben uns mit dem Sieg wieder ins Leben zurückgeworfen. Da müssen wir anknüpfen. Zuhause müssen wir die Spiele gewinnen, egal wie der Gegner heißt. Wir denken von schritt zu Schritt. Jetzt müssen wir Hamburg einholen.

Der Tweet zum Spiel:

Ob wir den 20-jährigen Franzosen auch bei der WM sehen? Konkurrenz in der Nationalelf hat er reichlich.

Das fiel auf: Debütant und Comebacker

Koziello rechtfertigte seine erste Startelf-Nominierung und erzielte seinen Debüt-Treffer im Kölner Dress. Bittencourt erlebte ebenfalls einen tollen Abend: Bei seinem Comeback nach überstandener Verletzung traf er erstmals seit Mai 2017.

Die Statistik: 5

Timo Werner blieb auch im fünften Bundesligaspiel in Serie ohne eigenes Tor. Eine ebenso lange Durststrecke seit seinem Wechsel zu RB Leipzig hatte er nur einmal (September bis Oktober 2016).

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