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TSG 1899 Hoffenheim mit Schützenfest gegen 1. FC Köln

Hoffenheim feiert Schützenfest: "Kölner Fans müssten Geld zurückbekommen"

31/03/2018 um 17:15Aktualisiert 31/03/2018 um 18:42

Die TSG 1899 Hoffenheim hat den 1. FC Köln mit einem 6:0-Schützenfest einen weiteren Schritt Richtung Abstieg aus der Bundesliga befördert. Die Gastgeber führten zur Halbzeit mit 1:0, bevor in der zweiten Hälfte die Dämme brachen und der Kantersieg perfekt gemacht wurde. Serge Gnabry (22./47.) und Mark Uth (56./65.) gelangen dabei jeweils Doppelpacks für die Kraichgauer.

So lief das Spiel:

In der Länderspielpause muss sich einiges angestaut haben bei der TSG: Das Team von Julian Nagelsmann begann mit viel Spielwitz und irrem Tempo und kam sofort zu guten Möglichkeiten: Andrej Kramaric (1.) und Serge Gnabry (7.) waren frei vor dem Tor jeweils einen Schritt zu spät, dazwischen entschärfte Timo Horn einen Schuss von Gnabry (5.).

Köln hingegen schien überrumpelt, kam zunächst kaum in die Zweikämpfe und aus der eigenen Hälfte - Hoffenheim bestimmte, zeigte sich teilweise aber zu verspielt.

Der Führungstreffer war dennoch überfällig und fiel nach klasse Antritt und wuchtigem Abschluss durch Gnabry (20.). Den Fuß vom Gaspedal nahm die TSG aber auch anschließend nicht. Der agile Gnabry scheiterte mit der besten Chance nur knapp am Doppelschlag - Horn parierte reaktionsschnell per Fuß (28.). Einzig über Standards versprühte Köln etwas Torgefahr. Insgesamt waren die Gäste im ersten Abschnitt aber in allen Belangen unterlegen - der 0:1-Rückstand war zur Pause schmeichelhaft.

Auch nach der Pause begann Hoffenheim entschlossener. Die Folge: Der 2:0-Treffer durch Gnabry per Flachschuss ins linke Eck (47.) - wieder nach sehenswertem Solo aus dem Mittelfeld. Köln bekam schlicht kein Zugriff auf diese Partie und machte Hoffenheim das Toreschießen zu leicht: Nach Ballverlust von Dominic Maroh verwandelte Mark Uth zum 3:0 (56.), vier Minuten später nutzte Hoffenheim einen weiteren Ballverlust durch Lukas Rupp zum nächsten Treffer (60.).

Die Gäste waren geschlagen und fielen weiter auseinander. Uth erhöhte nach scharfer Hereingabe über links auf 5:0 (65.), der eingewechselte Steven Zuber machte nach Vorarbeit von der Grundlinie durch Uth das halbe Dutzend voll (72.). Hoffenheim spielte die Partie für die Galerie zu Ende, für Köln bedeuteten die Klatsche und die desolate Leistung einen empfindlichen Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim): "Es war ein absolut verdienter Sieg, der auch hätte höher ausfallen können. Ich glaube nach der 1. Halbzeit können wir schon 4:0 führen. Wir haben unfassbar viel Druck in den ersten 30 Minuten aufgebaut – dafür ist die Führung fast zu spät gefallen. Köln hat eines der schwächeren Spiele der vergangenen Wochen gemacht. Wir dagegen eine sehr starke Partie."

Timo Horn (1. FC Köln): "Das war gar nichts von uns und kam einer Aufgabe gleich. Mir ist völlig unverständlich, wie wir so spielen können und jeder Kölner, der hier war, müsste eigentlich sein Geld zurückbekommen für diese Leistung. Wir müssen das Spiel nun ganz schnell abhaken. Mit so einer Leistung bleiben wir nicht in der Liga."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Heute haben wir den Kampf nicht so angenommen und völlig verdient verloren. Wir hatten kapitale Ballverluste in der Defensive und eine zu hohe Fehlerquote. Der Gegner ist zu einfach zu Torchancen gekommen, hat es heute aber auch sehr gut gemacht, gerade in Sachen Tempo. Da konnten wir nichts entgegensetzen."

Stefan Ruthenbeck - 1.FC Köln

Stefan Ruthenbeck - 1.FC KölnSID

Das fiel auf: Ins offene Messer

Mit Rückenwind wollte der 1. FC Köln nach dem 2:0-Derbysieg am vergangenen Spieltag gegen Bayer Leverkusen in die Partie gehen - entsprechend offensiv war die Ausrichtung. Doch damit lief das Team von Stefan Ruthenbeck der TSG ins offene Messer: Mit einfachen Steilpässen kam Hoffenheim regelmäßig in den Rücken der hochstehenden Abwehr, zudem ging Köln den Gastgebern zu oft in die Pressing-Falle. Die Folge waren viele Ballverluste und individuelle Fehler unter Druck. Bezeichnend: Drei Gegentore fielen direkt nach Ballverlusten in der eigenen Hälfte. Ein gebrauchter Nachmittag für Köln.

Der Tweet zum Spiel:

Für die Rekordbücher.

Die Statistik: 17

Gleich an vier Toren (zwei geschossen, zwei vorbereitet) war Mark Uth gegen Köln beteiligt. Damit erhöhte seine Anzahl an Scorerpunkten in dieser Saison auf 17 (12 Tore, 5 Vorlagen) - wodurch er aktuell vor Timo Werner (15) bester deutscher Scorer in der Bundesliga ist.

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