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VfB Stuttgart bleibt unter Tayfun Korkut auch gegen RB Leipzig ungeschlagen

Stuttgart ärgert auch Leipzig: "Hätten den Punch machen können"

11/03/2018 um 17:20Aktualisiert 11/03/2018 um 18:13

Der VfB Stuttgart hat sich am 26. Bundesliga-Spieltag auch gegen RB Leipzig behauptet und seine ungeschlagene Serie unter Neu-Trainer Tayfun Korkut durch ein torloses Remis auf sechs Partien ausgebaut (vier Siege, zwei Remis). Damit bleibt der VfB mit jetzt 34 Punkten auf Rang zehn, Leipzig (40) ist weiter Sechster und nach vier sieglosen Spielen schon sechs Zähler hinter dem Zweiten Schalke 04.

So lief das Spiel:

Starker beginn von RB Leipzig bei den unter Neu-Trainer Tayfun Korkut noch ungeschlagenen Stuttgartern: Viel Tempo über die Außen, immer wieder scharfe Querpässe in den schwäbischen Strafraum, bereits in den ersten zehn Minuten hatten die Gäste mehrfach die Chance zur Führung. Doch vor allem dank Holger Badstuber hielt die VfB-Defensive zunächst Stand.

Nach temporeichem Beginn flaute die Partie nach rund 20 Minuten ab, die Teams schalteten in den Abtast-Modus. Vor allem Leipzig zog sich weiter zurück und lauerte auf Konter, der VfB war nur bei Standards gefährlich.

So kultiviert dieses Spiel begonnen hatte, so emotional wurde es plötzlich: Ein paar harte Zweikämpfe im Mittelfeld ohne Gelbe Karten oder böse Absichten reichten aus, um die Stimmung komplett zu kippen: Wütende Pfiffe der Zuschauer und Fouls am Fließband bestimmten jetzt das Geschehen, der Ex-Stuttgarter Timo Werner wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, obwohl er in keine strittige Situation involviert war. Von Fußball war nur noch wenig zu sehen.

Stuttgart - Leipzig

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Kurz vor der Pause wurde dann für einige Minuten tatsächlich nochmal gespielt statt diskutiert – das reichte allerdings nicht für nennenswerte Offensivaktionen. Mit 0:0 ging es in die Kabine. Nach Wiederanpfiff ging es glücklicherweise verstärkt um Sport. Schiedsrichter Tobias Stieler, der oft deeskalierend eingriff, dennoch konsequent Fouls ahndete, jedoch nicht durch überzogenen Einsatz Gelber Karten die Stimmung noch anheizte, machte das ganz stark.

Ralph Hasenhüttl hatte zur zweiten Hälfte bereits Bruma eingewechselt, kurz darauf kam Emil Forsberg zur Stärkung der Offensive hinzu (64.). Rund zehn Minuten vor Schluss brachte Hasenhüttl mit Jean-Kévin Augustin den nächsten Stürmer (77.), doch auch er konnte an der Torflaute nichts ändern.

Stuttgart und Leipzig trennen sich 0:0, Korkut bleibt weiter ungeschlagen, RB konzentriert sich auf Zenit St. Petersburg am Donnerstag.

Die Stimmen zum Spiel:

Holger Badstuber (VfB Stuttgart): "Zu Null zu spielen ist immer gut, RB ist immerhin ein Champions-League-Teilnehmer. Wir hätten den Punch machen können, Leipzig hatte aber auch gute Chancen, daher können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir sind noch nicht so weit, dass wir gegen so einen Gegner groß aufkombinieren. Der Abstiegskampf ist erst vorbei, wenn wir rechnerisch durch sind. Zu den Gerüchten um Lazio Rom kann ich jetzt nicht sagen, ich konzentriere mich auf diese Saison."

Tayfun Korkut (Trainer VfB Stuttgart): "Es ist ein guter Punkt für uns, es hätte auch mehr werden können. Taktisch war das Spiel auf höchstem Niveau. Der Weg ist jetzt kürzer zum Klassenerhalt, aber wir müssen noch Punkte holen, um sicher zu sein."

Timo Werner (RB Leipzig): "Es war schön, wieder hier nach Hause zu kommen, ich habe viele alte Gesichter gesehen. In der 45. Minute wollte ich an Zieler vorbeispitzeln, erwische den Ball aber nicht richtig. Wir müssen sehen, dass wir vor allem unsere Heimspiele wieder gewinnen. Bezüglich der Bayern-Gerüchte: Ich habe Vertrag bis 2020 und bleibe auf jeden Fall nächstes Jahr noch in Leipzig."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Die beiden Mannschaften haben sich neutralisiert, es war kampfbetont, die großen Aktionen vor dem Tor waren Mangelware. Unser Hauptaugenmerk lag auf der Null. Dafür haben wir mehr Energie aufgewendet als nach vorne. Da war es nicht sehr inspirierend. Wir liegen zwei Punkte hinter einem direkten Champions-League-Platz, die Reise bis dahin ist noch weit, wir werden das Maximum rausholen."

Der Tweet zum Spiel:

Erst zu Saisonbeginn von Sporting Lissabon ausgeliehen, erlitt Carlos Mané im Januar einen Sehnenriss im Oberschenkel und fällt bis Saisonende aus. Der Stuttgarter Offensivmann feierte am Sonntag seinen 24. Geburtstag – wahrscheinlich ein schwacher Trost.

Das fiel auf: Gift und Galle

In der Anfangsviertelstunde sahen die Fans ein ansprechendes, schnelles Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten und Vorteilen für RB. Eine Reihe von Zweikämpfen rund um die 30. Minute – wohlgemerkt ohne Gelbe Karten oder ernsthafte Verletzungen – reichte aus, das Publikum in Rage zu versetzen. Jetzt wurde nur noch gepfiffen, besonders Werner war Gegenstand der Fan-Aversionen. Diese Stimmung schien sich auf die Spieler zu übertragen und verschlechterte das Niveau dramatisch. Wer Interesse an Sport und nicht an Stimmungsmache hatte, konnte das nur bedauern.

Die Statistik zum Spiel: Korkut-Effekt

Unter Korkut ist der VfB in sechs Partien noch unbesiegt und holte 14 von möglichen 18 Zählern – mehr als in den letzten 14 Spielen davor unter Hannes Wolf.

Video - Werner erklärt die Leipzig-DNA: "Das gibt es weltweit kaum"

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