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Werder Bremen besiegt den VfL Wolfsburg, Florian Kainz trifft doppelt

"Einfach nur schlecht!" Bremen bringt Wolfsburg wieder in Nöte

11/02/2018 um 19:52Aktualisiert 11/02/2018 um 21:10

Werder Bremen hat sich mit einem 3:1 (2:0) über den VfL Wolfsburg zum Abschluss des 22. Bundesliga-Spieltags etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Ludwig Augustinsson brachte die Hausherren in Front (4. Minute), Florian Kainz erhöhte (40.). Wolfsburgs Paul Verhageh verkürzte durch einen verwandelten Elfmeter-Nachschuss (49.), erneut Kainz sorgte für klare Verhältnisse (72.) an der Weser.

So lief das Spiel:

Werder Bremen bleibt auch im siebten Heimspiel unter Florian Kohfeldt im Weserstadion ungeschlagen. Grundlage dafür war gegen Wolfsburg eine bärenstarke erste Halbzeit. Das frühe Tor durch Ludwig Augustinsson, dem sein erstes Bundesliga-Tor gelang, half dabei, das Selbstvertrauen der vergangenen Spiele auch in die Heimpartie gegen die "Wölfe" zu übertragen.

    Vor allem die Zweikampfstärke war maßgeblich für den Bremer Erfolg, denn viele Ballgewinne im Mittelfeld führten zu gefährlichen Situationen. Dazu konnten die Gäste nicht viel mit dem Bremer Spiel über die Flügel anfangen.

    Nach der Pause geriet Bremen aber schnell ins Wanken. Ein Elfmeter, den Jiri Pavlenka zunächst abwehren konnte, doch dem Nachschuss von Paul Verhaegh nichts mehr entgegenzusetzen hatte, brachte den Autostädtern wieder Oberwasser. Werder hatte ernsthaft zu kämpfen, das Spiel nicht aus den Händen zu geben. Eine Wolfsburger Nachlässigkeit nutze Werder über Maximilian Eggestein, Max Kruse und Florian Kainz, der eines seiner besten Spiele im Werder-Trikot machte, dann zur Vorentscheidung.

    Tabellarisch sind die Bremer den Gästen nun bis auf einen Punkt auf die Pelle gerückt und haben nach 22 Spielen 23 Zähler auf der Habenseite. Es bleibt zwar bei Platz 15, doch der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt damit drei Punkte. So "komfortabel" hatten es die Männer von der Weser in diesem Jahr noch nicht.

    In den nächsten Partien warten mit Freiburg und Hamburg nun Gegner aus dem direkten Tabellenumfeld. Bei erfolgreichem Abschneiden könnte sich Werder langsam, aber sich aus dem Abstiegsstrudel spielen. Die "Wölfe" schlittern hingegen immer weiter hinein. Und am nächsten Wochenende kommt Bayern.

    Die Stimmen:

    Zlatko Junuzovic (Werder Bremen): "Wir haben heute eine große Chance genutzt, einen Schritt nach vorne zu machen. Schön, dass wir den Fans etwas für die letzten Monate zurückgeben konnten. Trotzdem ist es ärgerlich, dass wir uns in der zweiten Halbzeit so schwer tun, wir dürfen den Anschlusstreffer nicht gleich nach dem Wechsel kassieren. Unsere Kampfkraft war heute entscheidend."

    Florian Kainz (Werder Bremen): "Das war ein gelungener Abend für mich und das Team an sich. Es war ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf. Deswegen bin ich froh, dass ich der Mannschaft mit den beiden Toren helfen konnte. Der Sieg war extrem wichtig, aber wir sind noch nicht unten raus, es ist noch nichts erreicht."

    Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben klar angesprochen, dass wir viel robuster rangehen müssen. Es ist unerklärlich, wie das passieren kann. Es war einfach nur schlecht, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Und wem nicht klar war, worum es in der Partie hier geht, der hat den letzten Schuss nicht gehört."

    Martin Schmidt (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir sind gut gestartet, und dann kam das 0:1. Dann ist der erste kleine Mut schon weg. In der Pause wurde es dann laut, ein paar Kisten mussten dran glauben. Wir haben auch ein bisschen rumgebrüllt. Nach der Pause kam eine Reaktion, aber nach dem dritten Gegentor war das Spiel im Eimer. Jetzt haben wir ein weiteres Negativerlebnis.“

    Der Tweet zum Spiels:

    Das fiel auf: Werder starke Flügelzange

    Bremen war grundsätzlich stark in der ersten Halbzeit. Das lag in erster Linie auch an den starken und sehr aktiven Flügelspielern. Sowohl Aron Johansson, aber vor allem auch Kainz waren die Aktivposten im Werder-Spiel. Sehr aggressiv und willensstark banden sie die Außenverteidiger und sorgten zudem für zahlreiche gefährliche Szenen (und Tore).

    Die Statistik: 100

    Bei seinem Ex-Verein absolvierte VfL-Keeper Casteels sein 100. Bundesligaspiel. An den Toren traf ihn keine Schuld, eine gute Parade hat er auch gezeigt. Trotzdem wird er mit seinem Jubiläum nicht zufrieden sein.

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