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Werder Bremen schlägt 1. FC Köln im Montagsspiel der Bundesliga

Bremen ringt Köln nieder: "Dieses Spiel hat mich ein Jahr gekostet..."

12/03/2018 um 22:21Aktualisiert 13/03/2018 um 08:51

Werder Bremen hat am 26. Bundesliga-Spieltag durch ein 3:1 (1:0) über den 1. FC Köln einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gelandet. Miloš Veljković brachte Werder in Front (33. Minute), Yuya Osako glich aus (53.), ehe Milot Rashica (58.) und Maximilian Eggestein (90.) für den Erfolg sorgten. Der gefeierte Bremen-Rückkehrer Claudio Pizarro vergab eine Riesen-Chance zum Ausgleich (76.).

So lief das Spiel:

Im Abstiegskrimi klammerte sich der 1. FC Köln an den letzten Bundesliga-Strohhalm, musste unbedingt einen Dreier in Bremen einfahren, um nicht vorzeitig aus dem Klassenerhaltstraum geweckt zu werden. Acht Punkte betrug der Abstand vor der Partie zum rettenden Ufer - Mainz und Wolfsburg verbuchen je 25 Zähler. So lag der Kölner Fokus klar auf Sieg, doch auch für Werder hatte dieses Spiel eine enorm hohe Wertigkeit - mit 27 Punkten steckten die Bremer ebenfalls noch mitten drin im Tabellenkeller.

Die Mannschaft von Florian Kohfeldt, die kurz vor Beginn noch auf Philipp Bargfrede verzichten musste, war in den Anfangsminuten die griffigere, zielstrebigere Mannschaft. Bremen bespielte die Gäste, fand allerdings zunächst nicht den Weg in die Gefahrenzone. Köln agierte passiv, hielt den Ball jedoch vom eigenen Tor fern. Erst in der 30. Minute wurde es erstmalig gefährlich. Nach Zuspiel von Florian Kainz zog Max Kruse aus 17 Metern ab. Timo Horn streckte sich und parierte stark im rechten Toreck.

Werder nutzte das Momentum, blieb dran und belohnte sich in der 33. Minute mit dem Führungstreffer. Nach einer Ecke von der rechten Seite von Kruse landete der Ball am zweiten Pfosten bei Milos Veljkovic. Aus elf Metern schoss der Innenverteidiger die Kugel unbedrängt ins linke Toreck. Köln versuchte in der Folge, das Ruder rumzureißen, fand aber kein Mittel - vor allem im Mittelfeld ging der Ball beim "Effzeh" zu schnell und einfach verloren.

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Zu Beginn des zweiten Durchgangs reagierte Stefan Ruthenbeck auf diese spielerischen Missstände, brachte mit Salih Özcan und Leonardo Bittencourt gleich zwei frische Spieler. Den Gästen taten diese Wechsel sichtlich gut, Köln kam verbessert aus der Kabine, drückte dem Spiel den eigenen Stempel auf. In der 53. Minute erzielte der "Effzeh" schließlich den Ausgleich. Claudio Pizarro bediente Yuya Osako im Strafraum. Aus 14 Metern knallte der Angreifer den Ball stark ins kurze Eck.

Köln blieb dran, bespielte Bremen, setzte sich in der Hälfte der Werderaner fest und drückte auf den Führungstreffer. Mitten in diese Drangphase fiel in der 58. Minute ein Konter der Hausherren. Kainz schickte Milot Rashica auf die Reise. Im Strafraum blieb der Flügelspieler vor Horn eiskalt und verwandelte flach zur erneuten Führung.

Trotz des Rückschlags setzten die Kölner alles auf eine Karte, verbuchten in der 76. Minute die große Chance zum Ausgleich. Marcel Risse flankte punktgenau von der rechten Seite in die Mitte, ausgerechnet Pizarro köpfte aus elf Metern knapp rechts am Tor vorbei.

Auch in den Schlussminuten glaubte Köln weiterhin an den Treffer, kassierte in der 90. Minute jedoch den Knockout. Zlatko Junuzovic spielte den Steilpass auf Maximilian Eggestein, der Offensivmann schob flach zum 3:1 ein. Der Schlusspunkt der Partie, und die bittere Erkenntnis für den "Effzeh": die Bundesliga-Uhr läuft dieses Jahr aller Voraussicht nach ab.

Die Stimmen:

Florian Kainz (Werder Bremen): "Wir freuen uns natürlich richtig über den Sieg. Wir haben dieses Spiel als Chance gesehen, weil die Konkurrenz nicht gepunktet hat, es war ein wichtiger Schritt für uns. Wir sind natürlich sehr erleichtert."

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Dieses Spiel hat mich ein Jahr gekostet. Wir sind zunächst nicht so in die Tiefe gekommen. Wir haben aber nie die Ruhe verloren und dann unsere Chancen bekommen. Wir müssen nur unsere Konter besser ausspielen, dann ist der Sack früher zu. Das Entscheidende aber ist, dass wir die drei Punkte haben."

Timo Horn (1. FC Köln): "Die erste Halbzeit war viel zu passiv. Du kannst nicht nach Bremen fahren und dann abwartend spielen. Die Innenverteidiger konnten bis 30 Meter vor unser Tor laufen, ohne angegriffen zu werden, das kann nicht sein. Wir haben ein gutes Spiel gegen Stuttgart gemacht und sehr unglücklich verloren, aber dann muss man nachlegen und nicht erst in der zweiten Halbzeit anfangen, Fußball zu spielen."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Wir müssen das erst mal sacken lassen. Diese individuellen Fehler sind auf jeden Fall zu viel. Wir hatten Möglichkeiten, da muss man dann aber auch mal einen Punch setzen. Es ist schade, denn nach dem 1:1 fühlte es sich kurz an, als würde das Spiel kippen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Mehr als nur ein Wiedersehen

Im Transfersommer 1999 verließ Claudio Pizarro seine Heimat Peru und heuerte in Deutschland an. Werder Bremen sicherte sich damals für knapp 1,5 Millionen Euro die Dienste des Stürmers. Es entwickelte sich eine enge Beziehung zwischen Spieler und Verein. Pizarro und Werder: eine Liebe, die auch nach 19 Jahren noch nicht geendet ist.

Zwei Jahre spielte der Peruaner an der Weser, wechselte anschließend zum FC Bayern. Über Umwege kam er 2008 zurück zu den Bremern, ehe er 2012 erneut zum Rekordmeister wechselte. 2015 kehrte Pizarro zum dritten Mal zurück - nun läuft er im Trikot des 1. FC Köln auf. Bei Werder hat der 39-Jährige längst Legenden-Status: in 271 Spielen für die Bremer erzielte Pizarro insgesamt 144 Tore und gab zudem 51 Assists.

Die Statistik: 9

Unter Kohfeldt avanciert zur absoluten Heimmacht. Mit dem 35-jährigen Fußballlehrer gingen die Nordlichter in neun Partien nicht ein einziges Mal als Verlierer vom Feld. Sechs Siege konnten die Bremer einfahren, hinzu kommen drei Unentschieden.

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