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Youssoufa Moukoko: Alle wundern sich über das BVB-Wunderkind

Youssoufa Moukoko: Alle wundern sich über das BVB-Wunderkind

23/08/2017 um 13:15

Ein 12-Jähriger mischt derzeit die B-Junioren Bundesliga West nach allen Mitteln der Kunst auf und sorgt für lange Gesichter bei Gegnern von Borussia Dortmund: Youssoufa Moukoko. Die Torjägerliste führt er mit acht Toren nach drei Spielen mit großem Abstand an und aufgrund seines Alters trifft die Bezeichnung "Wunderkind" bei ihm ins Schwarze. Das ist Dortmunds Super-Youngster.

Youssoufa Moukoko ist am 20.04.2004 in Kameruns Hauptstadt Yaounde geboren. Das zumindest behauptet sein Vater Joseph, der in Hamburg lebt. Unmittelbar nach seiner Geburt habe er ihn beim deutschen Konsulat angemeldet - ein Vorgang, der in afrikanischen Ländern üblich ist und oftmals dafür sorgt, dass Geburtsdaten nicht genau dem Tag der eigentlichen Geburt entsprechen müssen.

Moukoko soll laut seinem Vater aber auch eine deutsche Geburtsurkunde besitzen, die sein Alter bestätigt: 12 Jahre.

Aktuell diskutieren eigens befragte Sportmediziner, gegnerische Trainer und Fußballfans am Zaun neben dem Spielfeld über die Echtheit, bzw. die Richtigkeit des in Hamburg ausgestellten Dokuments. Aber warum eigentlich?

Doppelpack, Doppelpack, Viererpack

Moukoko ist der jüngste, aber alles überragende Shootingstar der B-Junioren Bundesliga West. Im vergangenen Sommer verpflichtete Borussia Dortmund in ihm einen 11-Jährigen Stürmer vom FC St. Pauli. Zuvor hatte er bereits in der U15 für Furore gesorgt. Ein Jahr später dominiert das Wunderkind auch in der nächst höheren Altersklasse für den BVB.

Am 3. Spieltag der aktuellen Saison gelangen ihm nach zuvor zwei Doppelpacks gegen die SG Unterrath und die U17 des VfL Bochum sage und schreibe vier Tore gegen Viktoria Köln. Damit steht er vor dem 4. Spieltag bei unglaublichen acht Treffern und führt die Toschützenliste souverän an. Seine ersten Verfolger, Jonas Pfalz und Niels Friebe (beide Borussia Mönchengladbach), sowie Luis Müller (1. FC Köln) haben bisher "nur" drei Mal getroffen.

"Unfair, wenn wir ihn U15 spielen lassen"

BVB-U17-Coach Sebastian Geppert kann sich beim Gedanken an seinen Topstürmer ein breites Grinsen nicht verkneifen:

"Youssoufa ist ein klasse Junge, und es macht jeden Tag Spaß, mit ihm zu arbeiten.""

Zufall sind seine beeindruckenden Werte nicht. Seinen Gegenspielern ist er fußballerisch meilenweit voraus und auch körperlich kann er nicht nur mithalten - er ist überlegen. Als Paradebeispiel dafür reicht es, sich die Entstehung eines seiner zwei Tore gegen die SG Unterrath am 1. Spieltag anzuschauen.

Der 12-Jährige wird steil geschickt, Schultern rempeln aneinander, kein Straucheln. Dann ein Tanz im Strafraum, Haken links, Haken rechts, eine Playstation-Drehung, bis ein hilfloser Gegenspieler foult. Den Elfmeter verwandelt Moukoko selbst.

Dass manche Gegner ihrem Unglauben über das vermeintliche Alter des Deutsch-Kameruners Luft machen, ist angesichts solcher Szenen wenig verwunderlich. Geppert hat dafür dennoch kein Verständnis:

"Youssoufa misst sich ja auch mit älteren Spielern. Richtig unfair wäre es, wenn wir ihn weiterhin in der U15 spielen lassen würden."

Richtig, denn dort hatte der Youngster in der vergangenen Spielzeit - mit elf Jahren auf dem Buckel - 33 Tore erzielt. In der aktuellen Saison sieht es momentan danach aus, als würde er diese Marke locker übertreffen.

DFB schaltet sich ein

Durch Moukokos surrealen Saisonstart sah sich auch der DFB genötigt "aus aktuellem Anlass" eine Klarstellung zu veröffentlichen: Ja, ein 12-Jähriger darf in einer U17 spielen, es gibt keine Beschränkungen. Allerdings, teilt der Verband mit, sind "Talente wie Youssoufa Moukoko die große Ausnahme. Und nicht jede Ausnahme sollte zur Nachahmung animieren. Mit Blick auf die fußballerische Entwicklung ist von diesem Modell in den meisten Fällen eher abzuraten."

Markus Hirte, beim DFB als sportlicher Leiter für Talentförderung zuständig, hat ebenfalls Bedenken. Selbst wenn ein 12-Jähriger körperlich mit vier bis fünf Jahre älteren Jugendlichen mithalten kann:

"Die Frage muss sein: Welche Qualitäten bringt er auch von der Entwicklung seiner Persönlichkeit mit?"

Noch "ein kleiner Junge"

Geppert nimmt den Moukoko-Hype gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" mit Humor: "Es ist ja nicht schlecht, wenn ich einen Spieler bekomme, der vier Jahre in der Mannschaft spielen kann." Immerhin habe er so ein bisschen Planungssicherheit, fügte er im Scherz an.

Verlassen kann sich der Coach auf diese Planungssicherheit aber nicht wirklich. Schließlich ist es nicht auszuschließen, dass Moukoko, sollte er seine unfassbare Torquote beibehalten, erneut eine Altersklasse nach oben geschoben wird.

Körperlich und fußballerisch merkt man Moukoko sein junges Alter nicht an, doch es gibt auch Situationen, in denen man genau das tut:

"Youssoufa weiß, wo die Reise hingeht, aber manchmal merkt man ihm schon an, dass er ein kleiner Junge ist."

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