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Bayern-Abwehr ohne Hummels und Boateng? Diese Rechnung geht nicht auf

Bayern-Abwehr ohne Hummels und Boateng? Diese Rechnung geht nicht auf

19/06/2019 um 15:04

Mats Hummels kehrt zum BVB zurück, Jérôme Boateng ist quasi schon weg: Beim FC Bayern München ist der Umbruch in der Defensive in vollem Gange, Lucas Hernández und Benjamin Pavard stehen bereits seit Monaten als Neuzugänge fest. Allerdings stellt sich nun die Frage: Geht es überhaupt ohne das Weltmeister-Duo Hummels/Boateng? Und: Braucht es nicht weitere Verteidiger?

Weltmeister sind sie, mehrfacher deutscher Meister auch und beim FC Bayern sind sie wohl schon bald vor allem eines: weg. Die Zeiten, in denen das Duo Hummels/Boateng Manuel Neuer oft zum Beinahe-Arbeitslosen machte, sind vorbei.

Zwei Innenverteidiger gehen, zwei neue kommen. Die Rechnung geht auf, oder etwa nicht? Bei genauerem Hinsehen fällt auf: Verlässt nach Hummels tatsächlich auch Boateng den deutschen Rekordmeister, wird es luftig in der Münchner Deckung.

Mats Hummels und Jérôme Boateng - FC Bayern München

Mats Hummels und Jérôme Boateng - FC Bayern MünchenImago

Alternativen? Die Rechnung geht nicht auf

Denn: Auch Rafinha kehrt dem Klub nach acht Jahren in rot den Rücken. Stand jetzt bleiben damit für die Außenverteidigerpositionen: Joshua Kimmich auf rechts, David Alaba auf links, Pavard und Hernández bilden die Back-ups.

In der Innenverteidigung gestaltet sich die Besetzung deutlich dünner. Niklas Süle, Hernández und Pavard machen die zwei zu vergebenen Plätze unter sich aus. Back-ups? Fehlanzeige!

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Die einzige Alternative im Kader ist Javi Martínez. Genau, der Martínez, der eigentlich als Abräumer VOR der Abwehr ran muss. Wer in Mathe aufgepasst hat, merkt: Die Rechnung geht nicht auf.

Zwar scharrt mit Lukas Mai ein vielversprechendes FCB-Verteidiger-Talent schon mit den Hufen und soll nach Informationen der Münchner "tz" die Situation bei den Profis genau beobachten. Doch ob eine derart knappe Personalplanung mit den hohen Ansprüchen der Bayern kompatibel ist? Wohl eher nicht.

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Gesucht: erfahren, auf dem Markt, kann gut kicken

Hinzu kommt, dass neben der rein zahlenmäßigen Besetzung den Münchnern im Falle eines Doppelabgangs von Hummels/Boateng auch einiges an Erfahrung abhanden kommt.

Mit 23 Jahren (Jahrgang 1995) ist Süle dann der älteste Innenverteidiger, Pavard und Hernández (beide 23, aber Jahrgang 1996) werden die verlorene Erfahrung in Münchens Defensivzentrale nicht ersetzen können – wie auch?

Dass Hummels in der Rückrunde zu den besten im roten Dress zählte, birgt das nächste Problem aus Sicht des FCB. Boateng spielte immerhin schon in der abgelaufenen Saison kaum noch eine Rolle unter Trainer Niko Kovac, Hummels gilt es jedoch auch erst einmal sportlich zu ersetzen.

Aufbauspiel, Antizipation, Kopfballspiel, all das beherrscht der ehemalige deutsche Nationalspieler nach wie vor auf Weltklasse-Niveau, all das gilt es zu ersetzen.

Damit ist klar: Verkauft der FC Bayern sein gesamtes Weltmeister-Duo, braucht er einen weiteren Innenverteidiger. Und der sollte im Idealfall mehr als nur geradeaus laufen können. Das Problem aus Sicht der Münchner: Der Markt für Innenverteidiger, zumindest auf diesem Niveau, ist rar gesät.

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Wenig Spielraum, noch weniger Alternativen auf dem Markt

Da wäre zum einen das den Bayern nachgesagte Interesse an Ajax-Juwel Matthijs de Ligt. Der niederländische Nationalspieler dürfte allerdings teuer werden, also so richtig teuer.

Laut dem englischen "Guardian" bietet PSG de Ligt ein Wochengehalt von 380.000 Pfund, die Ablöse beläuft sich auf rund 70 Millionen Euro. Ein finanzielles Gesamtpaket, das selbst die Bayern wohl kaum mitgehen dürften.

Denn: Auch in der Offensive benötigt der Verein noch mindestens einen neuen Spieler, Leroy Sané ist dort die derzeit heißeste Aktie - und mindestens genau so teuer wie de Ligt, eher kostspieliger.

Auf der anderen Seite steht bei Boateng dem Vernehmen nach eine Ablöse von knapp 15 Millionen Euro im Raum. Für Hummels bekommt der FCB inkl. Bonuszahlungen laut "kicker" 38 Millionen Euro - und das für einen bald 31-Jährigen.

Damit steht der FC Bayern vor der undankbaren Aufgabe, aus finanziell beschränkten Mitteln möglichst viel herauszuholen - vorausgesetzt natürlich, auch Boateng trägt ab der kommenden Saison tatsächlich ein anderes Trikot.

Noch bleibt den Oberen an der Säbener Straße Zeit, eine Lösung zu finden. Bleibt nur abzuwarten, ob diese Lösung dann auch realisierbar ist.

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