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Alassane Pléa putzt mit Hattrick Werder Bremen weg

Dreifacher Pléa putzt Bremen weg: "Einfach ausgesprochen gut"

10/11/2018 um 17:42Aktualisiert 10/11/2018 um 18:54

Alassane Pléa hat mit drei Toren den Unterschied im Spiel von Borussia Mönchengladbach bei Werder Bremen ausgemacht und den 3:1 (1:0)-Auswärtssieg gesichert. Der überragende Franzose traf in der 39., 48. und 52. Minute für die "Fohlen". Werder spielte eigentlich nicht schlecht, konnte aber zwischenzeitlich nur durch Nuri Sahin (59.) verkürzen. Für Bremen war es die dritte Pleite in Folge.

So lief das Spiel:

Vor ausverkauftem Haus im Weserstadion kamen die Gäste aus Gladach nach fünf Minuten zur ersten Chance durch Tobias Strobl, der den Ball nach einer Ecke knapp am Bremer Gehäuse vorbeispitzelte (5.). Mit zwei Niederlagen im Rücken tat sich Werder zu Beginn enorm schwer, zwei Schüsse von Maximilian Eggestein (21.) und Martin Harnik (23.) läuteten die beste Bremer Phase im ersten Durchgang ein.

Davy Klaassen fehlten kurz darauf nur Zentimeter zum Bremer Führungstreffer, seinen Schuss fälschte Oscar Wendt mit einer beherzten Grätsche noch Zentimeter über die Latte ab (28.). Kurz vor der Pause nutzte Alassane Pléa nach einem abgefälschten Stindl-Schuss die Unaufmerksamkeit in der Bremer Hintermannschaft, ließ Klaassen und Ludwig Augustinsson elegant aussteigen und vollendete per präzisem Linksschuss in die lange Ecke zur Gästeführung (39.).

Der an diesem Nachmittag unaufhaltsame Pléa machte nach dem Seitenwechsel direkt dort weiter, wo er aufgehört hat. Nach einem flach getretenen Eckball versenkte der Franzose den Ball etwas glücklich per Doppeltunnel gegen Augustinsson und Pavlenka zum 2:0 (48.) und machte Minuten später auf Zuspiel von Wendt vollkommen allein gelassen den Hattrick perfekt (52.).

Nach gut einer Stunde brachte Nuri Sahin mit einem präzisen Abschluss in die rechte Ecke die Hoffnung zurück ins Werder-Spiel (59.). Es war zugleich Sahins erster Pflichtspieltreffer für seinen neuen Arbeitgeber. Kapitän Max Kruse vergab Sekunden später die einhundertprozentige Gelegenheit zum Anschluss und setzte seinen Kopfball aus fünf Metern knapp am Kasten vorbei (60.).

Auch der eingewechselte Claudio Pizarro verpasste das 2:3 mit einem Lattenkopfball für in der Schlussphase drückende Werderaner (75.) und konnte die dritte Bundesliga-Pleite in Folge Werder nicht mehr abwenden.

Die Stimmen:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir machen zu wenige Tore und fangen uns zu einfache Gegentreffer. Individuelle Fehler entscheiden die Spiele, es ist für mich kein dramatischer Leistungsabfall als Team zu erkennen."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir machen es momentan einfach ausgesprochen gut und werden versuchen, diesen Lauf so lange wie möglich fortzuführen. Jetzt können wir erstmal in der Länderspielpause den Blick auf die Tabelle genießen, dann bereiten wir uns wieder auf die kommenden Aufgaben vor."

Max Kruse (Werder Bremen): "Insgesamt stehen wir nicht mehr so kompakt wie in den ersten acht Spielen. Heute haben wir wieder sehr dumme Gegentore kassiert und wurden nach der Pause für unsere Schlafmützigkeit bestraft."

Nuri Sahin (Werder Bremen): "Wir sind noch keine Spitzenmannschaft. Heute hatte wir einige Phasen, wo es gut war; das reicht gegen eine Mannschaft wie Gladbach aber nicht. Wir müssen zusehen, dass wir mehr solcher Phasen in unserem Spiel haben."

Alassane Pléa (Borussia Mönchengladbach): "Meine Mannschaftskameraden helfen mir ungemein auf dem Platz, da ist das Toreschießen nicht mehr schwer. Wir punkten zu Hause und auswärts gut, so kann die Saison gerne weitergehen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Misslungenes Rauten-Experiment

Werder-Trainer Kohfeldt verwarf das gewohnte 4-3-3-System und wollte seinen Mannen mit einer Art Raute neue Stabilität verleihen. Zwar funktionierte die Konterabsicherung der Bremer dadurch weitaus besser als bei den Niederlagen gegen Leverkusen und Mainz, allerdings konnten die Hausherren mangels Flügelspielern kaum Druck über die Außen entwickeln. Die nominellen Außenverteidiger Augustinsson und Gebre Selassie schalteten sich zu selten in die Offensive ein und machten das zentrumslastige Bremer Angriffsspiel dadurch eindimensional. Erst in der Schlussphase verlagerten die Hausherren ihre Angriffe vermehrt über die Flügel und kamen so zu einigen guten Gelegenheiten.

Die Statistik: 250

Lars Stindl absolvierte gegen Werder sein 250. Spiel in der Bundesliga. In seinen 96 Spielen für die Borussia war der Gladbacher Kapitän an 50 Treffern beteiligt, gleichmäßig aufgeteilt auf 25 Tore und 25 Assists.

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