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Bayer 04 Leverkusen überrollt den FSV Mainz 05 am 21. Bundesliga-Spieltag

"Brutal gut gemacht": Furioses Leverkusen überrollt Mainz

08/02/2019 um 22:51Aktualisiert 08/02/2019 um 23:58

Bayer 04 Leverkusen hat dem FSV Mainz 05 zum Auftakt des 21. Bundesliga-Spieltags eine Heim-Klatsche verpasst. Am Freitagabend gewann das Team von Trainer Peter Bosz mit 5:1 (4:1) und verbesserste sich vorerst auf den 5. Tabellenplatz. Julian Brandt (30./64.), Wendell (5.), Kai Havertz (19.) und Karim Bellarabi (43.) trafen für Bayer, der Mainzer Robin Quaison glich zwischenzeitlich aus (9.).

So lief das Spiel:

Nach dem Pokal-Aus gegen den 1. FC Heidenheim rotierten Karim Bellarabi, Kevin Volland, Kai Havertz, Sven Bender und Jonathan Tah (für Lucas Alario, Paulinho, Aleksandar Dragovic, Tin Jedvaj und Julian Baumgartlinger) bei Bayer Leverkusen in die Startaufstellung. Die Mainzer hingegen hatten unter der Woche Pause.

Dementsprechend frisch starteten sie in die Partie. Die Hausherren schlängelten sich ganz einfach durchs Mittelfeld, und Aaron Martin konnte für Jean-Philippe Mateta auflegen. Der Franzose schloss kurz und flach ab, machte es Lukas Hradecky damit aber zu einfach (2.).

Stattdessen kurz darauf die Führung für Leverkusen: Bellarabi legte im Strafraum quer, Wendell musste nur noch einschieben (5.). Eingeleitet wurde der erste wirklich zwingende Angriff der Gäste durch einen Mainzer Ballverlust.

Dem FSV gelang die beinahe direkte Antwort. Nach einer Ecke von Daniel Brosinski brachte Alexander Hack seinen Fuß an den Ball und leitete dadurch weiter vors lange Eck, wo Robin Quaison einlief und anschließend Hradecky tunnelte (9.).

Trotz des Ausgleichs begann ab diesem Zeitpunkt das Spiel der "Werkself". Die Gastgeber verfielen in Unordnung, und die Defensive ließ die Elf von Peter Bosz gewähren. Nach einigen guten Chancen klingelte es schon in der 19. Minute zur erneuten Führung. Julian Brandt hatte ein gutes Auge, spitzelte Stefan Bell den Ball aus der Luft weg und flankte ins Zentrum. Dort lief Havertz ein und vollstreckte ins linke Eck.

Mainz 05 - Bayer Leverkusen

Mainz 05 - Bayer LeverkusenGetty Images

Nach einer halben Stunde und einem Lattentreffer kurz zuvor spielten Brandt und Volland die Mainzer Hintermannschaft mit einem einfachen Doppelpass aus; Brandt ließ Florian Müller mit seinem Schuss ins lange Eck keine Chance.

Das sollte es bis zu Pause noch nicht gewesen sein. Den Mainzern gelang durch Aaron Martin ebenfalls ein Lattentreffer, exakt 49 Sekunden später erhöhten die Gäste erneut. Bellarabi bekam den Ball von Brandt zugeschoben und netzte von der Strafraumgrenze halbrechts eiskalt ins lange Eck ein.

Nach dem Seitenwechsel und einer defensiven Umstellung von Sandro Schwarz änderte sich am Bild nicht viel. Bayer spielte schnell und kam munter zu Chancen. Brandt überzeugte weiter: Den Schlusspunkt bereitete er sich selbst vor, ließ einen Gegner aussteigen und verstaute das Spielgerät nach Doppelpass mit Volland rechts unten im Tor von Müller (64.).

Entsprechend der komfortablen Führung, nahm die Intensität der Leverkusen-Vorstöße gegen Ende etwas ab. Mainz fehlten die Mittel, um noch etwas auszurichten. Bei einer kurzen Unkonzentriertheit der Gäste versprang Tah der Ball, aber Hradecky kam vor Gerrit Holtmann an den Ball und entschärfte die Situation (83.).

Holtmann hatte noch einen Trost-Treffer auf dem Fuß, Julian Baumgartlinger war schon abgeschüttelt, doch er scheiterte an sich selbst und vertändelte den Ball (90.).

Die Stimmen:

Sandro Schwarz (Trainer1. FSV Mainz 05): "Wir haben einen sehr mutigen Ansatz gewählt und hatten die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Trotz allem war es ein sehr offenes Spiel, wir sind immer wieder zurückgekommen, haben aber den einen oder anderen Konter zu viel abgegeben. Kompliment an die Zuschauer heute!"

Daniel Brosinski (1. FSV Mainz 05): "Leverkusen hat’s brutal gut gemacht, immer wieder Überzahlsituationen hergestellt, auf den Halbpositionen waren sie immer ein Mann mehr. Havertz und Brandt haben das überragend gemacht. Sie haben immer wieder die Räume schnell gefunden, und wir konnten die Räume nicht mehr schließen. Dann ging‘s ein bisschen zu schnell.“

Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Das waren zwei verschiedene Halbzeiten. Die erste war sehr offen von beiden Seiten. Ich glaube, wir haben da richtig gut gespielt, es war nicht einfach mit dem Druck von Mainz. Die Mainzer hätten vielleicht ein, zwei Tore mehr schießen können, aber wir vielleicht auch drei oder vier mehr schießen müssen. Klar, die zweite Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. Wir hatten gutes Positionsspiel und haben das Spiel ruhig kontrolliert.“

Das fiel auf: Umstellung löst keine Probleme

Noch nie haben die Mainzer im ersten Durchgang vier Tore eingeschenkt bekommen. Ein deutliches Zeichen für Schwarz, in der Halbzeit etwas an seiner Taktik zu verändern. Personell kam die Elf unverändert aus den Kabinen. Stattdessen war sofort zu erkennen, dass der Coach von Dreier- auf Viererkette umgestellt hatte.

Die Räume für die schnellen Leverkusener waren in der ersten Hälfte katastrophal weit offen. Wie das 5:1 von Brandt zeigte, war auch die neue Strategie nicht wirklich zielführend. Eine starke Einzelaktion und ein einfacher Doppelpass reichten aus, um die gesamte Defensive zu überlisten und aus der zweiten Reihe heraus einen Treffer zu erzielen.

Vor allem dem etwas gedrosselten Tempo der Gäste war es zu verdanken, dass die Abwehr-Leistung nicht noch deutlicher bestraft wurde.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 1

Brandt erzielte seinen ersten Doppelpack in der ersten Liga und war zudem an allen (!) fünf Toren beteiligt.

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