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Borussia Dortmund: Das passiert mit den Pulisic-Millionen - Thorgan Hazard, Leonardo Balerdi

Volle Kassen: So verplant der BVB die Pulisic-Millionen

09/01/2019 um 23:32Aktualisiert 10/01/2019 um 10:04

Der Verkauf von Christian Pulisic an den FC Chelsea spülte dem BVB in der Winterpause reichlich Bares in die Kasse. Nach Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang ist der US-Amerikaner der dritte Verkauf jenseits der 60-Millionen-Euro-Grenze. Geld, das der BVB in zwei Wunschspieler reinvestieren will. Aber Vorsicht: das volle Bankkonto hat einen Haken.

Das Schema war in den vergangenen Jahren stets dasselbe: junge, aufstrebende Talente wurden für vergleichsweise kleines Geld gekauft, weiterentwickelt und schließlich als halbwegs fertige Stars wieder veräußert. Beachtlicher Transferüberschuss inklusive.

So könnte der BVB die Pulisic-Millionen verplanen:

Leonardo Balerdi: Nachwuchs für die Defensive

In der Hinrunde hatte der BVB kaum mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Wenn jedoch mal der Schuh drückte, dann in der Viererkette. Kurz vor Weihnachten fielen sowohl das Stamm-Duo Abdou Diallo und Manuel Akanji, als auch Ersatzmann Dan-Axel Zagadou mit Verletzungen aus. Sogar Mittelfeldspieler Julian Weigl musste neben dem einzig verbliebenen Innenverteidiger Ömer Toprak aushelfen.

Der BVB ist deshalb auf der Suche nach einer weiteren Alternative für die zentrale Abwehrposition und scheint in Argentinien fündig geworden zu sein. Objekt der Begierde: Leonardo Balerdi von den Boca Juniors. Am Montag reisten bereits BVB-Vertreter nach Südamerika, um den Deal einzutüten. Im Gepäck ein Angebot über 15 Millionen Euro.

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Sollte sich das Lazarett beim BVB in der Verteidigung nicht bald lichten - unter anderem droht Manuel Akanji für den Rest der Saison mit Hüftproblemen auszufallen - könnte der Argentinier bereits in der Rückrunde zu Einsätzen kommen. Zorc sagte bezüglich eines Wintertransfers am Freitag:

"Wir schließen nichts aus."

Thorgan Hazard: das offene Geheimnis

Sollte Balerdi tatsächlich für 15 Millionen Euro nach Westfalen wechseln, wäre immer noch reichlich Geld übrig. Ein offenes Geheimnis ist mittlerweile, dass die Borussia an Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach interessiert ist.

Der jüngere Bruder von Chelsea-Superstar Eden spielt derzeit auf herausragendem Niveau, ist Topscorer der "Fohlen" (19 Pflichtspiele, 12 Tore, 7 Assists) und absoluter Wunschspieler von BVB-Trainer Lucien Favre, der ihn schon zu Gladbacher Zeiten trainierte. Hazard könnte Pulisic positionsgetreu ersetzen. Genau wie der Amerikaner fühlt er sich auf beiden Flügeln wohl und ist stark im Eins-gegen-eins.

Der Vertrag des Belgiers läuft im Sommer 2020 aus, eine Verlängerung in Gladbach wird von Woche zu Woche unrealistischer. Sportdirektor Max Eberl kündigte einen Verkauf des Edeltechnikers am Saisonende im Falle einer ausbleibenden Verlängerung bereits an.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach (Jadon Sancho, Thorgan Hazard)

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach (Jadon Sancho, Thorgan Hazard)Getty Images

Gegenüber dem "kicker" äußerte sich der 25-Jährige zu Wochenbeginn vielsagend zu seiner Zukunft. "Alles ist offen", so Hazard:

"Vor der Winterpause hatten wir einen weiteren Termin. Da habe ich gesagt: Ich möchte mich jetzt erst einmal darauf konzentrieren, meine Leistung zu bringen. Ich will mithelfen, dass die Borussia zurück nach Europa kommt."

Gleichzeitig schloss er einen Wechsel im Winter aus:

"Das ist keine Option. Ich bleibe auf jeden Fall bis zum Saisonende."

Übersetzt heißt das: die Borussia vom Niederrhein sollte sich auf einen Abschied Hazards am Saisonende einstellen. Laut "Bild"-Informationen befinden sich BVB und VfL bereits in Verhandlungen. Kolportierte Ablöse: rund 42 Millionen Euro.

Für den BVB wäre das eine Rekordsumme - und genau das sollte die Alarmglocken schrillen lassen..

Vorsicht: Die Konkurrenz kennt den Kontostand

Der BVB weiß genau, wie es sich anfühlt, mit vollgestopften Taschen auf dem Transfermarkt herumzulaufen. Schon nach den Transfers von Ousmane Dembélé (wechselte für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona) und Pierre-Emerick Aubameyang (wechselte für 65 Millionen Euro zum FC Arsenal) schwamm der BVB im Geld. Das Problem: Auch die verkaufenden Vereine kennen die finanziellen Möglichkeiten ihrer Kunden. Das Resultat: je reicher der Interessent, desto teurer die Ware.

Was bei Scheich-Klubs wie Paris Saint-Germain oder Manchester City eher ein kleines Ärgernis darstellt, ist für den BVB, der meist nur temporär über große Geldsummen verfügt, ein mittelgroßes Problem.

Daher heißt es für Michael Zorc und Co., im Verhandlungspoker besonders achtsam zu sein. Bisher gelang das dem erfahrenen Sportdirektor meistens.

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