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Handlungsbedarf in Dortmund: Diese Lücken muss der BVB schließen

Handlungsbedarf in Dortmund: Diese Lücken muss der BVB schließen

15/05/2019 um 19:56

Nico Schulz wechselt offenbar von der TSG 1899 Hoffenheim zu Borussia Dortmund. Damit behebt der BVB ein offenkundiges Problem auf der linken Seite. Wie die aktuelle Saison zeigt, besteht für den Tabellenzweiten aber noch an anderen Stellen Handlungsbedarf. Wir zeigen auf, wen die Borussia noch auf dem Zettel hat und wie wahrscheinlich eine Verpflichtung ist.

Hinten links drückte der Schuh besonders. Insgesamt 21 verschiedene Versionen seiner Viererkette schickte BVB-Trainer Lucien Favre in Pokal, Champions League und Bundesliga ins Rennen. Dabei gaben sowohl Marcel Schmelzer, Abdou Diallo, Achraf Hakimi als auch Raphael Guerreiro den Linksverteidiger.

Wirklich zufrieden war Favre nie. Der Coach machte nie einen Hehl daraus, dass auf dieser Position akuter Nachbesserungsbedarf bestand.

Nico Schulz jubelt (Niederlande vs. Deutschland)

Nico Schulz jubelt (Niederlande vs. Deutschland)Getty Images

Was sich der BVB von Schulz erhofft

Der Nationalspieler kommt aus Hoffenheim nach Dortmund und soll nach Informationen des "Kicker" einen Vertrag bis 2024 erhalten. Die Ablösesumme liegt wohl zwischen 25 und 30 Millionen Euro.

Von Schulz erhofft sich die Borussia mehr Tempo und Dynamik auf der linken Außenbahn. Genau wie gegenüber von Hakimi.

Am Samstag, nach dem letzten Saisonspiel von BVB und TSG soll der Wechsel bekanntgegeben werden.

Damit macht die Borussia einen nächsten großen Schritt bei der Optimierung des eigenen Kaders. Weitere sollen folgen. Auf diesen Positionen:

Innenverteidigung:

Mit Manuel Akanji, Diallo, Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi plant man in Dortmund - das ist sicher. Mit Ömer Toprak und Julian Weigl eher nicht.

Allerdings ist man sich in der Führungsetage sicher, dass ein weiterer erfahrener Defensivmann der Jungstar-Ansammlung durchaus guttun würde.

44 Gegentore in der laufenden Bundesliga-Saison sind zu viel für allerhöchste Ansprüche. Besonders die eklatante Anfälligkeit bei Standardsituationen hat die Bosse nachdenklich gemacht.

Zentrales Mittelfeld:

Axel Witsel und Thomas Delaney schlugen sich besonders im ersten halben Jahr nach ihrer Verpflichtung außergewöhnlich gut. Danach fielen sie - wie fast der gesamte Kader - deutlich ab.

Beide haben ihre Stärken eher in der Balleroberung, die kreativsten Mittelfeldspieler sind sie nicht. Weil aber der Verbindungsspieler Mo Dahoud nie zu seiner Form fand, mussten die beiden Neuzugänge diesen Job übernehmen. Für das BVB-Spiel war das nicht eben förderlich.

Ilkay Gündogan

Ilkay GündoganGetty Images

Deshalb soll ein sogenannter "Achter" her. Die Namen Ilkay Gündogan (Wunschvorstellung) und Donny van de Beek (vielleicht zu Offensiv) fielen hier immer wieder. Beide dürften deutlich über 30 Millionen Euro kosten.

"Paris United" bringt deshalb Stanley N'Soki von PSG ins Spiel. Der 20-Jährige hat beim französischen Meister noch einen Vertrag bis 2021. Unter Trainer Thomas Tuchel machte er bislang 15 Pflichtspiele.

Offensive Außen:

Zwei Ausnahmespieler hat der BVB für die beiden offensiven Außenpositionen im Blick. Der Transfer von Gladbachs Thorgan Hazard ist dabei so gut wie unter Dach und Fach. Wie der "Kicker" berichtet, wechselt der Belgier im kommenden Sommer von Borussia zu Borussia - Ablöse (ähnlich wie bei Schulz) knap 30 Millionen Euro.

Damit hat die Borussia die Transferentschädigung für Christian Pulisic schon reinvestiert. Trotzdem soll noch nicht Schluss sein. Julian Brandt von Bayer Leverkusen zum Beispiel hätte man sehr gerne. Der Nationalspieler soll ganz und gar nicht abgeneigt sein. Kostenpunkt: 25 Millionen Euro. Machbar.

AS Roma Czech forward Patrik Schick celebrates after scoring a goal during the Italian Serie A football match AS Roma vs Empoli, on March 11, 2019 at the Olympic stadium in Rome.

AS Roma Czech forward Patrik Schick celebrates after scoring a goal during the Italian Serie A football match AS Roma vs Empoli, on March 11, 2019 at the Olympic stadium in Rome.Getty Images

Mittelstürmer:

Immer wieder wies Eurosport-Experte Matthias Sammer im Verlaufe dieser Saison auf einen Missstand hin: Der BVB verfügt mit Mario Götze und Paco Alcácer nur über einen Stürmertyp. Klein, mitspielend, technisch beschlagen.

Das ist gut, so lange es funktioniert. Bleibt der Erfolg aber aus, oder hat sich der Gegner auf die Spielweise eingestellt, täte eine Alternative gut. Es trifft sich nicht nur deswegen gut, dass Sammer im Nebenjob Berater des BVB ist.

Man darf also einen Dortmunder Transfer in der Sturmspitze erwarten. Patrick Schick vom AS Rom oder Sebastian Haller von Eintracht Frankfurt würden ins Schema passen. Schick wäre wohl günstiger. Der Tscheche kann mit seinen 1,90 Meter sowohl den klassischen Neuner im Sturmzentrum geben, aber auch über die Außen eingesetzt werden.

Alexander Isak - der aktuell an Willem II Tilburg ausgeliehen ist - traut man diesen Job (noch) nicht zu.

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