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Joshua Kimmich auf der Sechs: FC Bayern braucht Rechtsverteidiger

Bayern braucht neuen Rechtsverteidiger: Vier heiße Kandidaten

07/12/2018 um 11:12Aktualisiert 07/12/2018 um 18:12

Mit Leon Goretzka bildet Joshua Kimmich seit kurzem die neugeschaffene Doppelsechs beim FC Bayern München - und das äußerst erfolgreich. Weshalb sich bei den Münchenern die Frage stellt: Wer ersetzt den 23-Jährigen langfristig auf der rechten Verteidigerposition? Denn Rafinha ist mit seinen 33 Jahren vor allem international wohl nur noch Ergänzung. Eurosport.de stellt mögliche Kandidaten vor.

Dauerspieler Kimmich, der in dieser Saison bisher nur einmal eingewechselt wurde (in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den SV Rödinghausen), scheint nach langem Hin und Her seinen Platz im Zentrum der FC Bayern eingenommen zu haben. Auf der Sechs hatte Kimmich schon in der Jugend gespielt.

Auch Trainer Niko Kovac dürfte es schwer fallen, den deutschen Nationalspieler nach den guten Leistungen der vergangenen Wochen wieder auf die rechte Abwehrseite zu beordern. Gerade als Duo mit Nationalmannschaftskollege Goretzka bildete Kimmich im 4-2-3-1-System ein defensiv stabiles und offensiv wirkungsvolles Zentrum.

Kimmich überzeugt in wichtigen Spielen

"Wir hatten auf der Doppelsechs eine gute Balance. Sie hat uns Stabilität und vorne mehr Möglichkeiten gegeben", sagte Kovac, der zu Beginn gegen Kimmich im Zentrum war. Aktuell gebe es "keine andere als die Rechtsverteidigerposition" so der Coach weiter.

Kimmich selbst hatte noch Ende September im Exklusiv-Interview mit Eurosport gesagt:

"Kovac hat mir relativ klar gesagt, dass ich hier als Rechtsverteidiger spielen werde, da wir im Mittelfeld genug Spieler haben."

Er habe bei Bayern fast schon jede Position ausgefüllt. "Das erste halbe Jahr bei Bayern habe ich auf der Sechs, dann als Innenverteidiger und später Außenverteidiger gespielt. Als junger Spieler ist es wichtig, flexibel zu sein und alle diese Positionen kennenzulernen. Das hat mich extrem weitergebracht."

Video - Kimmich: Deshalb spiele ich bei Kovac als Rechtsverteidiger

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Bundestrainer Joachim Löw zog den 23-Jährigen schon früher ins Zentrum. Kimmich kann in einem missglückten Länderspieljahr der deutschen Nationalmannschaft als einer der wenigen Lichtblicke bezeichnet werden.

Video - Sammer sicher: "Kimmich wird Bayern- und DFB-Kapitän"

24:12

Dabei lief der Münchener die längste Strecke (12,86 Kilometer), hatte am häufigsten den Ball (109 Mal) und zugleich die beste Passquote (93,8 Prozent). Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic war äußerst angetan: "Joshua hat sehr gut geführt und geordnet."

Pavard weiter heißester Kandidat

Spielt Kimmich aber dauerhaft im Zentrum, fehlt den Bayern ein auf internationalem Topniveau agierender Rechtsverteidiger. Diesen Ansprüchen genügt Rafinha mittlerweile nicht mehr. Als wahrscheinlichster Kandidat darf weiter Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart angesehen werden. Der 22-Jährige wurde schon im Sommer mit den Münchenern in Verbindung gebracht, erklärte aber: "Ich habe niemandem irgend etwas versprochen."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß dementierte am Montagabend bei einer Veranstaltung der "Stuttgarter Nachrichten" einen abgeschlossenen Deal mit dem Franzosen: "Wäre es in trockenen Tüchern, würde ich es heute bekannt geben", meinte aber weiter: "Er ist natürlich ein Spieler, der uns interessiert."

Auch VfB-Coach Markus Weinzierl glaubt daran, dass Pavard sich bei den Münchnern durchsetzen könnte. Der "Sport Bild" sagte der neue Trainer der Schwaben:

"Wenn Sie wissen wollen, ob Benji in der Zukunft mal beim FC Bayern spielen könnte: Ja, das Niveau hätte er."

Vorteil bei Pavard: Der Franzose spielt in der französischen Nationalmannschaft auf allerhöchstem Niveau - auch rechts in der Kette. Zudem könnte ihn der Rekordmeister im kommenden Sommer dank einer Ausstiegsklausel in die bayerische Landeshauptstadt holen - angeblich für 35 Millionen Euro.

Benjamin Pavard (VfB Stuttgart)

Benjamin Pavard (VfB Stuttgart)Imago

Klostermann und Beyer: Junge Alternativen aus der Bundesliga

Aber auch andernorts in der Bundesliga könnten die Bayern fündig werden. Lukas Klostermann von RB Leipzig wäre für die Zukunft ein weiterer interessanter Kandidat. Der talentierte Verteidiger kann links wie rechts eingesetzt und auch in der Innenverteidigung aufgestellt werden. Bis 30. Juni 2021 ist der U21-Nationalspieler noch an die Leipziger gebunden.

Über eine festgeschriebene Ablösesumme ist nichts bekannt, der Marktwert des 22-Jährigen liegt laut "transfermarkt.de" aktuell bei rund 12 Millionen Euro. Auch in der Champions League und Europa League konnte Klostermann schon internationale Erfahrung sammeln. Fraglich ist aber, ob Leipzig das Talent bereits jetzt ziehen lässt.

Eine weitere vielversprechende Alternative findet sich bei der U19 des DFB. Louis Jordan Beyer (Marktwert etwa eine Million Euro), der im vergangenen Sommer erst in die Profi-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach aufrückte, bekam in dieser Saison bereits Bundesliga-Einsatzzeit bei den "Fohlen".

Schon als man einen Nachfolger für Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite suchte, wurde ein anderer Name immer wieder genannt: Héctor Bellerín vom FC Arsenal. 2016 kam kein Wechsel zustande - auch jetzt sollte das schwer werden. Denn der 23-jährige Spanier ist bei den "Gunners" gesetzt und dürfte mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro sowie einem langfristigen Vertrag bis 2023 noch deutlich teurer werden.

Video - Kimmich exklusiv: Natürlich will ich Führungsspieler bei Bayern werden

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