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Dardai nimmt Kritik gelassen: "Das ist nicht meine Existenz"

Dardai nimmt Kritik gelassen: "Das ist nicht meine Existenz"
Von Eurosport

14/04/2019 um 16:07

Pal Dardai äußert sich am Rande des Bundesliga-Spiels von Hertha BSC am 29. Spieltag der Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim zu seiner Zukunft. Nach der mittlerweile fünften Niederlage in Folge steigt der Druck auf den 43-Jährigen, der mit der Kritik jedoch gelassen hinnimmt und betont, dass der Trainer-Job nicht seine Existenz sei. Die Stimmen aus dem Vorlauf der Partie.

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC) im Interview mit Eurosport ...

… über seine eigene Zukunft: "Das ist nicht meine Existenz. Ich habe genug Fußball gespielt. Ich bin ein Rentner, weil mein Fuß kaputt ist, aber ich würde nicht verhungern. Das macht Spaß, wir haben eine Philosophie gewählt auch aus der Not heraus. Das muss man akzeptieren und respektieren. Ich habe immer gesagt: Wenn ich derjenige bin, der die Entwicklung stoppt oder blockiert, dann müssen sie es nur sagen. Wir haben eine gute Kommunikation mit dem Manager und dem Präsidenten und dann werden wir sehen, in welche Richtung die Reise geht."

… über den Weg von Hertha BSC: "Ich habe nicht umsonst gesagt, dass Hertha ein Ausbildungsverein ist. Für das, was wir hier machen, ist das ein großer Job. Aber die Erwartung ist riesig. Mit jungen Spielern muss man gut umgehen können und wenn sie Fehler machen, dann muss man Geduld haben."

Julian Nagelsmann (Trainer TSG 1899 Hoffenheim) im Interview mit Eurosport ...

… über die Gründe, für die guten Ergebnisse zuletzt: "Erst einmal muss man das Thema Spielglück thematisieren. Das ist schon ein Unterschied zu den Wochen zuvor. Da haben wir viel mehr Chancen für ein Tor gebraucht. Aktuell sind wir die konterstärkste Mannschaft der Liga. Wir haben grad ein ganz gutes Gleichgewicht zwischen Ballbesitz und aggressivem Verteidigen. Da kommt einiges aktuell zusammen, warum es gut läuft."

Jan Henkel; Julian Nagelsmann und Matthias Sammer

Jan Henkel; Julian Nagelsmann und Matthias SammerEurosport

… über die Leistungen von Ishak Belfodil: "Er hat einfach viele Aktionen bei Konter, die er selbst einleitet. Es ist ganz normal, wenn du ins Eins gegen Eins gehst, dass du auch mal hängen bleibst. Diesen Moment zu nutzen, dann ins Gegenpressing zu gehen, den Rückkonter zu verhindern, weil da die ganze Mannschaft in der Vorwärtsbewegung ist, ist sehr wichtig. Denn dann kann es ganz schnell gefährlich werden. Da hat er sich stark verbessert."

Eurosport Experte Matthias Sammer ...

… über die Leistung von Borussia Dortmund gegen Mainz 05: "Sie haben erst einmal eine gute Reaktion gezeigt, wenn man fünf Tore in München bekommt – eine schallende Ohrfeige. Dann haben sie das 35, 40 Minuten in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und damit Moral und Charakter bewiesen. Sie haben das Spiel beherrscht, aber in der zweiten Halbzeit haben sie ihre Chancen nicht gemacht. Dazu kommt, das war davor schon manchmal der Fall, dass sie deutlich das Spiel beherrscht und geführt haben und am Ende noch unter Druck geraten sind. Das müssen sie lernen."

… über die Zukunft von Pal Dardai: "Ich würde Pal Dardai in Berlin nicht infrage stellen: Fachlich, aber auch vom Persönlichkeitsprofil und der Identität zum Klub – das ist schon außergewöhnlich. Ich weiß, dass kann am Ende Michael Preetz am besten beurteilen. Sie haben jetzt ein paar Spiele verloren, es ist die Summe der Kleinigkeiten, die in der ersten Halbserie gut waren, die jetzt weniger gut sind. Sie sind noch nicht weiter, aber behaltet die Ruhe. Es bringt nichts, wie es in der Bundesliga jetzt der Fall ist, dass ausgetauscht wird. Das ist nicht immer vorteilhaft."

… über TSG 1899 Hoffenheim: "Ich finde, es ist eine gute Mannschaft, aber sie braucht noch Zeit für die Entwicklung. Sie brauchen ein gewisses Maß an Training, an Vorbereitung. Das haben sie jetzt wieder. Wenn man alle zwei, drei Tage spielt, kann man kaum Elemente einbringen, die sie aber bräuchte. Diese Kombination jetzt hat eine wunderbare Situation zwischen Ballbesitzfußball, als auch auf Konter zu spielen, geschaffen und das ist phantastisch anzuschauen. Aber das braucht eben Arbeit."

… über die Fußball-Jugend: "Das ist doch eine erstaunliche Erkenntniss der heutigen Zeit, was die Jugend betrifft im Vergleich zur Vergangenheit. Es gibt die neuen Medien, die Spieler präsentieren sich. Sie sind unglaublich gut betreut durch ihre Agenturen, sie stellen sich dar. Jetzt kommt aber die entscheidende Frage: Ist das Bild, was ich von den Spielern habe, ihr eigenes oder ist es ein künstliches? Ich glaube, dass die große Stärke immer daran liegt, diese Authentizität zu wahren. Ich glaube, dass im Fußball viel zu viele Kunstbilder dargestellt werden. Das gab es in der Vergangenheit nicht. Ich glaube, dass die Jungen in der heutigen Zeit und dass ist die Schuld der Gesellschaft von Dingen beeinflusst werden, die sie eher instabiler erscheinen lassen, aber eigentlich sind sie gefühlt Helden. In Wirklichkeit sind sie aber eher so klein mit Hut.“

Video - Sammer: DFB-Präsident? "Sieht meine Lebensplanung nicht vor"

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