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Trotz Chancen-Wucher: Hoffenheim schlägt Hertha und nimmt Kurs auf Europa

Trotz Chancen-Wucher: Hoffenheim schlägt Hertha und nimmt Kurs auf Europa

14/04/2019 um 15:23Aktualisiert 05/05/2019 um 19:42

Nächster Erfolg für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga. Nach den deutlichen Siegen gegen Bayern Leverkusen und beim FC Augsburg in den vergangenen Wochen setzte sich die Elf von Julian Nagelsmann am 29. Spieltag gegen Hertha BSC mit 2:0 (1:0). Die Tore für die Kraichgauer, die damit auf Platz sechs der Tabelle springen, erzielten Nadiem Amiri (29.) und Reiss Nelson (76.).

So lief das Spiel:

Die Hoffenheimer legten furios los. Sie zündeten ein Offensiv-Feuerwerk, belohnten sich aber zunächst nicht. Die Nagelsmänner vergaben in der Anfangsphase reihenweise hochkarätige Chancen - größtenteils innerhalb des Strafraums.

In der 23. Minute gab Kerem Demirbay hoch links in die Berliner Box, wo Ádám Szalai auf Ishak Belfodil ablegte. Dieser schoss den Ball ins lange Eck, doch der Treffer zählte nicht. Schiedsrichter Martin Petersen entschied auf Abseits von Szalai - eine Fehlentscheidung des Unparteiischen, da sich Karim Rekik auf gleicher Höhe befand. Da Petersen bereits abgepfiffen hatte, bevor der Ball im Tor landete, durfte der Video-Assistent nicht eingreifen.

Sechs Minuten später brachte ein Distanzschuss die TSG hochverdient in Führung. Demirbay bediente Nadiem Amiri, der halbrechts, zwei Meter vor der Box, flach abzog. Der Ball rauschte an Schlussmann Rune Jarstein vorbei, prallte an den linken Innenpfosten und landete zum 1:0 im Netz.

Die Herthaner, die bis zum 0:1 kaum im vorderen Drittel auftauchten und bis zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Mal aufs Tor geschossen hatten, agierten nach dem Rückstand etwas mutiger und offensiver, sie fanden in den entscheidenden Zonen aber weiterhin nur selten eine Lücke.

Nach dem Seitenwechsel spielten die Gäste relativ gut mit - der Ballbesitz war ziemlich ausgeglichen. Die Berliner fanden allerdings kaum Möglichkeiten, um sich ins Angriffsdrittel zu spielen.

Hoffenheim hatte im zweiten Durchgang erneut ein deutliches Chancenplus - zeigte aber Nerven und scheiterte häufig aus guten Abschlusspositionen. Nicht so allerdings in der 76. Minute: Nico Schulz flankte von links scharf auf den zweiten Pfosten. Die halbhohe Hereingabe landet beim wenige Minuten zuvor eingewechselten Reiss Nelson, der aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie nickte.

Der zuständige Linienrichter hob zunächst die Fahne, Peter Pekarik hob das Abseits jedoch auf. Petersen hatte daraufhin Kontakt mit dem Video-Assistenten. Nach kurzer Überprüfung zeigte er an, dass das Tor regulär erzielt wurde. Nelson traf somit mit seinem ersten Ballkontakt.

Nach der erzielten Zwei-Tore-Führung hatten die Kraichgauer alles unter Kontrolle und ließen keine nennenswerten gegnerischen Tormöglichkeiten zu. Am Ende fuhren die Kraichgauer einen hochverdienten Heimsieg ein, der durchaus deutlich höher hätte ausfallen können.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer TSG 1899 Hoffenheim): "Mit den ersten 25 Minuten war ich sehr zufrieden. Einzig das Tor hat gefehlt, doch der Schlüssel lag in der Tiefe und dem Pressing. Kurz vor der Pause kam Hertha besser ins Spiel, aber auch ohne größere Gefahr. Nach der Pause war das Spiel etwas träger. Nach dem zweiten Tor haben wir die Punkte gut und souverän nach Hause gespielt. Am Ende ist das ein verdienter Heimsieg und da freuen wir uns drüber. Die Teams um uns herum spielen konstant guten Fußball. Wir versuchen, uns so weit wie möglich in der Tabelle nach oben zu schieben und wenn andere Federn lassen, greifen wir natürlich gerne an."

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Glückwunsch an Hoffenheim für den verdienten Sieg. Positiv für uns war, dass Lukas Klünter als Innenverteidiger und Maxi Mittelstädt als Sechser gezeigt haben, dass sie auf diesem Niveau auf ungewohnten Positionen bestehen können. Wir haben zu ängstlich begonnen, hatten im Laufe des Spiels ein paar gute Aktionen, haben aber nicht die nötige Gefahr ausgestrahlt. Die TSG war - vor allem bei Kontern - sehr gefährlich. Wir akzeptieren das Ergebnis und nehmen die positiven Aspekte mit."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Dárdais Angstgegner

Hertha-Coach Pál Dárdai traf bisher siebenmal im Trainerduell mit Julian Nagelsmann aufeinander - durchsetzen konnte er sich dabei nie. Nach drei TSG-Siegen in Serie folgten drei Punkteteilungen sowie dieses 2:0.

Die Statistik: 30

Insgesamt 30 Torschüsse gaben die Hoffenheimer in dieser Partie ab. Nur der FC Bayern München schoss in dieser Bundesliga-Saison (am 15. Spieltag bei Hannover 96) öfter in Richtung des gegnerisches Kastens (32).

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