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Bundesliga | Uli Hoeneß und Niko Kovac bedient, Corentin Tolisso schwer verletzt

"Wir sind Freiwild!" Bayern-Bosse wüten nach Doppel-Verletzung
Von SID

15/09/2018 um 21:33Aktualisiert 15/09/2018 um 22:40

Die Verletzungen von Corentin Tolisso und Rafinha trüben beim perfekt gestarteten FC Bayern die Vorfreude auf die Champions League. Niko Kovac kritisierte nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen (3:1) das harte Einsteigen der Konkurrenz: "Wir haben den dritten Bundesliga-Spieltag, und ich habe das Gefühl, dass wir Freiwild sind." Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß war außer sich.

Uli Hoeneß sah rot.

Das souveräne 3:1 (2:1) gegen Bayer Leverkusen und die Tabellenführung? Der Start in die Champions League am Mittwoch? Davon wollte der aufgebrachte Präsident vom FC Bayern München nichts wissen. "Das Foul von Bellarabi war geisteskrank!", schimpfte er:

"Das war vorsätzliche Körperverletzung. Sowas gehört drei Monate gesperrt - und zwar für Dummheit!"

Erst die schwere Knieverletzung bei Corentin Tolisso, der nach einem Allerweltsfoul von Kevin Volland (39.) einen Kreuzbandriss erlitt und mehrere Monate ausfällt, dann Karim Bellarabis Tritt in die linke Hacke von Rafinha, der zu Recht mit einem Platzverweis geahndet wurde (80.) - Hoeneß war auf 180. Und nicht nur er

Hartes Einsteigen gegen Bayern-Spieler

"Nicht lustig" fand Trainer Niko Kovac das überharte Einsteigen von Bellarabi, wobei Rafinha wohl noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen war:

"Das ist nicht nur Rot, das ist Doppel-Rot! So langsam reicht es mir. Wir haben den dritten Bundesliga-Spieltag, und ich habe das Gefühl, dass wir Freiwild sind."

Auch Rafinha werde mit einer Innenbandverletzung vorerst ausfallen, teilten die Bayern am Samstagabend mit.

Bereits die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart hatten sich gegen den FC Übermacht teilweise nur mit harter Gangart zu helfen gewusst. Nach Kingsley Coman (Riss der Syndesmose) beklagen die Münchner nun die "Opfer" Nummer zwei und drei - zur Unzeit: Der ungefährdete Sieg gegen die mit drei Ligapleiten historisch schlecht gestarteten Leverkusener war der Start in den heißen Herbst mit sieben Spielen binnen drei Wochen. Am Mittwoch steigen die Bayern bei Benfica Lissabon in die Champions League ein.

Doch die Vorfreude ist stark getrübt. "Ich bin sehr traurig", bekannte Kovac. Weltmeister Tolisso, der den Rekordmeister nach Wendells 0:1 (6./Handelfmeter) mit seinem Tor zurück ins Spiel gebracht hatte (10.), verließ die Arena auf Krücken. Zwei Betreuer halfen ihm in den Teambus, der ihn wie Rafinha zur Kernspin-Untersuchung in die Klinik brachte. "Das ist ganz bitter", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, "wir haben in den letzten Spielen teuer bezahlt."

Hoeneß: "Kader ist groß genug"

Noch, ergänzte er, seien zwar genügend starke Spieler fit, "aber in dem Tempo darf es nicht mehr gehen". Was ihn etwas beruhigen wird: In Lissabon sollen die gegen Leverkusen geschonten Mats Hummels (Sprunggelenk) und Leon Goretzka (Hüfte) wieder dabei sein. "Unser Kader ist groß genug, um das aufzufangen", sagte Hoeneß.

Als die Bayern mit der 2:1-Pausenführung zum verletzten Kollegen Tolisso in die Kabine kamen, sei die Stimmung im Keller gewesen, berichtete Hoeneß. Umso bemerkenswerter empfand er die Leistung. "Unsere Mannschaft ist so stark und so gefestigt, dass sie auch so ein Pech wegsteckt", sagte er. Der fünfte Sieg im fünften Pflichtspiel unter Kovac sei "nie in Gefahr gekommen".

Arjen Robben (19.) und James (89.) mit seinem ersten Kopfballtor für die Bayern machten den vollauf verdienten Dreier perfekt. Die Erwartungen für die kommenden, schweren Wochen seien "positiv", sagte Kovac angesichts der Stärke seiner Mannschaft, "obwohl wir jetzt zwei verletzte Spieler mehr haben".

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