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"Jeder weiß, dass ich da nicht spielen will": Favre vercoacht sich mit Reus

"Jeder weiß, dass ich da nicht spielen will": Favre vercoacht sich mit Reus

07/04/2019 um 07:55Aktualisiert 07/04/2019 um 12:55

Die Aufstellung von Borussia Dortmund beim Ligagipfel beim FC Bayern München schlägt auch nach der Partie noch hohe Wellen. Völlig überraschend ließ Lucien Favre den BVB in München ohne Mario Götze auflaufen, stellte dafür Marco Reus in die Sturmspitze. Angesprochen auf seine Spielerwahl im Anschluss an das 0:5-Debakel gab sich der Schweizer selbstkritisch. Auch von Kapitän Reus gab es Kritik.

Lucien Favre ging mit seiner Aufstellung im Topspiel gegen den FC Bayern München ein großes Risiko ein. Eigentlich stellte sich die Offensive nach dem Ausfall von Paco Alcácer und der Rückkehr des frischgebackenen Vaters Marco Reus von allein auf. Zuletzt hatte Mario Götze als "falsche Neun" durchaus überzeugt, bekam meist sogar den Vortritt vor einem gesunden Alcácer.

    In München jedoch blieb der WM-Held von 2014 zunächst auf der Bank. Ins Sturmzentrum rückte Marco Reus, der seine angestammte Position auf der Zehn dem zuletzt kaum berücksichtigten Mahmoud Dahoud überließ.

    Lucien Favre von Borussia Dortmund

    Lucien Favre von Borussia DortmundGetty Images

    "Ich habe so entschieden, weil wir Läufe in die Tiefe wollten", erklärte Favre nach dem Spiel am "Sky"-Mikrofon, fügte kleinlaut an:

    "Das hat aber nicht funktioniert."

    Zunächst sah jedoch alles so aus, als könnte sich die Dahoud-Idee als Glücksfall erweisen. In der 7. Minute hatte ausgerechnet der Deutsch-Syrer die Chance zur BVB-Führung, traf aus 13 Metern zentraler Position aber nur den rechten Außenpfosten. Es sollte die einzige Torchance im kompletten Spiel für die Borussia bleiben, Dahoud überzeugte in der Folge nicht mehr und musste in der 62. Minute für Götze weichen.

    Marco Reus: "Ist scheißegal"

    Marco Reus wirkte ebenfalls nicht begeistert darüber, in München zum wiederholten Male die Position der alleinigen Sturmspitze besetzen zu müssen.

    "Ich sage es noch einmal", so der 29-Jährige sichtlich angefressen:

    "Natürlich ist das nicht meine Lieblingsposition, aber ehrlich gesagt ist mir das scheißegal. Es ist scheißegal, wo du auf dem Platz stehst. Du musst Einsatz zeigen und deine Leistung bringen. Das haben wir nicht geschafft. Wir haben verdient verloren."
    Robert Lewandowski gegen eine überforderte BVB-Abwehr

    Robert Lewandowski gegen eine überforderte BVB-AbwehrGetty Images

    Wenig später präzisierte Reus: "Erklärt hat es mir der Trainer nicht. Jeder weiß, dass ich auf dieser Position nicht spielen will, aber ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt", sagte der Nationalspieler den wartenden Journalisten.

    Ob das Spiel anders gelaufen wäre, hätte Favre in gewohnter Manier (Reus auf der Zehn, Götze als Stürmer) aufgestellt, ist reine Spekulation. Favre: "Ich weiß nicht, ob es besser gewesen wäre, 4-4-1-1 (mit Götze als einziger Spitze, Anm. d. Red.) zu spielen."

    Woher soll er das auch wissen? Dass er sich nun kritische Fragen gefallen lassen muss, weiß Favre jedoch ganz gewiss.

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