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BVB - 1899 Hoffenheim: Meistertraum nach epischem Einbruch gefährdet

Dortmunds epischer Einbruch: Ein Versprecher lässt tief blicken

10/02/2019 um 00:15Aktualisiert 10/02/2019 um 09:18

Es war nicht die Woche von Borussia Dortmund. Erst das Aus im DFB-Pokal gegen Werder Bremen, dann verspielte der BVB gegen 1899 Hoffenheim einen 3-Tore-Vorsprung in der Schlussviertelstunde. Statt sieben hat der Tabellenführer plötzlich nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Bayern München. Zeigt das junge Team nun - wie von vielen Experten prophezeit - Nerven im Fernduell mit dem Rekordmeister?

Es herrschte ungläubiges Entsetzen.

Als das verrückte Spiel von Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim am Samstagnachmittag nach dreiminütiger Nachspielzeit beendet war, wussten im Signal-Iduna-Park viele nicht, wie sie reagieren sollten.

Als diese Erkenntnis schließlich verarbeitet worden war, wurde die Mannschaft doch noch von der Südtribüne gefeiert.

"Die Mannschaft wird das wegstecken", gab sich BVB-Co-Trainer Manfred Stefes kämpferisch. Er hatte zusammen mit seinem Kollegen Edin Terzic den erkrankten Chefcoach Lucien Favre an der Seitenlinie vertreten. "Wir haben einen Punkt. Es ist zwar ärgerlich, weil wir 3:0 geführt haben, aber wir haben immerhin einen Punkt."

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Trotzdem war den Protagonisten in Schwarz und Gelb anzusehen, dass sich dieses Unentschieden eher wie eine Niederlage anfühlte. Einer sprach es sogar aus.

"Die Niederlage", sagte Sebastian Kehl, der Chef der Lizenzspielerabteilung, mit grimmigem Gesichtsausdruck, "äh, ich meine natürlich das Unentschieden, haben wir uns selbst anzukreiden". Ein Versprecher, der tief blicken ließ.

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"Ganz leicht ist es nicht zu erklären", gab Kehl zu:

"Wir haben angesprochen, dass Hoffenheim mit Wucht und Körpergröße kommen wir. Wir haben uns nicht mehr richtig gewehrt, nicht die Ruhe gehabt. Das Unentschieden tut weh."

Götze appelliert an Grundüberzeugung

Der bis kurz vor Weihnachten in Bundesliga und Pokal ungeschlagene BVB verlor erst gegen Kellerkind Düsseldorf und legte nun innerhalb einer Englischer Woche gleich drei sieglose Spiele nach: In Frankfurt (1:1), im Pokal gegen Bremen (5:7 i.E.) und nun gegen die TSG.

In allen drei Partien schaffte es Dortmund nicht, eine Führung über die Zeit zu bringen. Der Verlauf des Hoffenheim-Spiels war aber noch dramatischer - und er erinnerte fatal ans 4:4 gegen Schalke im November 2017. Da hatte der BVB sogar 4:0 geführt.

Jadon Sancho von Borussia Dortmund

Jadon Sancho von Borussia DortmundGetty Images

Dieses Fass wollte Mario Götze dann doch nicht aufmachen, auch wenn ihm die Enttäuschung deutlich anzumerken war. "Wenn man zu Hause 3:0 führt gegen so einen guten Gegner wie Hoffenheim und dann noch 3:3 spielt, ist es sehr bitter. Das sollte uns nicht passieren. Wir müssen es souverän zu Ende spielen", meinte er und mahnte gleichzeitig an, die Grundüberzeugung nicht zu verlieren:

"Wir müssen weiter Siege einfahren und Spiel für Spiel konzentriert absolvieren."

Auf ein Säbelrasseln im Fernduell mit Bayern verzichtete Götze genau wie Julian Weigl. "Es ist extrem schade, aber das ist Fußball. Daraus müssen wir lernen", sagte der Verteidiger, der erneut eine über weite Strecken solide Vorstellung abgeliefert hatte.

Bei allem Ärger wies Sportdirektor Kehl an, nun nicht in Hektik zu verfallen. "Wir sind im Erfolgsfall ruhig geblieben, und das werden wir auch jetzt so machen", sagte er - wohlwissend, dass sich die Chance zur Wiedergutmachung ja schon am Mittwoch in der Champions League bietet. Dann tritt Dortmund im Achtelfinal-Hinspiel bei Tottenham Hotspur an. "Das wird ein ganz anderes Spiel", meinte Kehl: "Es ist gut für uns, dass wir erst einmal auswärts ran müssen."

Die Chancen stehen gut, dass Favre dann wieder auf der Bank sitzt. Kapitän und Führungsfigur Marco Reus wird allerdings auch dieses Spiel verpassen.

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