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Moukoko bricht alle Rekorde - so plant der BVB seine Zukunft

Moukoko bricht alle Rekorde - so plant der BVB seine Zukunft

11/06/2019 um 19:29

Youssoufa Moukoko ist Deutschlands aufregendster Jugendspieler. Mit erst 14 Jahren schießt er in der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund seit knapp zwei Jahren alles in Grund und Boden. Er brach den Fabel-Torrekord eines Ex-Schalkers und schoss sein Team ins Meisterschaftsfinale. Trotzdem bleibt Demut angesagt. Denn der bereits enstandene Hype birgt auch Gefahren.

Die reinen Zahlen sind gleichermaßen unglaublich wie beängstigend.

55 Spiele, 89 Tore und 16 Assists gelangen dem erst 14 Jahren alten Youssoufa Moukoko in den vergangenen zwei Spielzeiten für die U17 von Borussia Dortmund, für die er schon im Alter von 13 Jahren debütierte. Das sind 105 Scorerpunkte in zwei Jahren in der B-Junioren Bundesliga West - eine nie dagewesene Quote.

Beeindruckende Konstanz

Besonders beeindruckend ist die Konstanz, mit welcher der Deutsch-Kameruner den Ball ins gegnerische Tor befördert. In 20 von 25 Saisonspielen gelang ihm mindestens ein Treffer. Nur drei Spiele endeten gänzlich ohne Torbeteiligung von Moukoko.

Ganz selbstverständlich traf der Youngster auch im Halbfinale der Endrunde um die deutsche Meisterschaft gegen den VfL Wolfsburg gleich drei Mal und war damit maßgeblich am Finaleinzug der Borussia beteiligt. Der BVB spielt am 16. Juni gegen den 1. FC Köln um den Titel.

Moukoko knackt Fabel-Rekord von Avdijaj

Ebenfalls kein Wunder, dass Moukoko mit 46 Saisontoren den bisherigen Fabel-Rekord von Donis Avdijaj, der in der Saison 2012/13 44 Treffer für die U17 des Schalke 04 erzielte, knackte. Dass solche Fabelwerte jedoch keine Garantie für eine große Bundesliga- oder gar Weltkarriere sind, zeigt sich exemplarisch am Beispiel Avdijaj.

Der 22-Jährige ist nach Schwierigkeiten im A-Kader der Schalker und anschließenden Versuchen in der niederländischen Eredivisie aktuell vereinslos. Zuletzt kickte er für Willem II in Tilburg, wurde dort aber aufgrund wiederholter Disziplinlosigkeiten suspendiert.

Bescheiden und selbstbewusst

Moukoko fiel bislang durchweg positiv auf. In der kommenden Saison stößt er zur U19 und soll dem BVB mit seinen Toren dabei helfen, den Meistertitel in dieser Klasse zu verteidigen. Doch Demut ist angebracht - das weiß auch Moukoko selbst: "Ich hoffe nicht, dass die Leute denken, dass ich in der U19 wieder 46 Tore schieße. Ich muss da erstmal klarkommen und sehen, was da so passiert. Ich kenne die Jungs ja schon. Aber die Power, die sie haben, habe ich leider noch nicht", sagte der Stürmer im Interview nach dem Rückspiel des U17-Halbfinale gegen Wolfsburg.

Bescheidenheit und gesunder Realismus, den Moukoko mit ebenso wertvollem Selbstbewusstsein kombiniert:

"Ich glaube, ich werde mir die Power in der Vorbereitung holen - und dann werden wir uns messen."

Diskussionen um "wahres" Alter

Beim BVB spielt ein absolutes Ausnahmetalent, das hat sich mittlerweile deutschland-, ja sogar europaweit rumgesprochen. Für viele Experten und besonders Gegner der BVB-Jugend ist er eigentlich zu gut für sein Alter. Die Diskussionen um die Echtheit seiner Geburtsurkunde begleiten Moukoko deshalb seit Tag eins.

Der BVB bestätigte die in Yaoundé ausgestellte Urkunde zwar bereits offiziell, dennoch gehen die Diskussionen hinter vorgehaltener Hand weiter.

Dafür sorgt Moukoko nicht zuletzt mit jedem weiteren Treffer selbst.

Youssoufa Moukoko: Schon jetzt Social-Media-Idol

Der Rummel um den in Hamburg aufgewachsenen Moukoko ist riesig. Ein gefährlicher Zustand, mit dem nicht jeder umgehen kann. Der BVB versucht daher, sehr vorsichtig mit seinem Nachwuchsstar umzugehen und ihn so gut es geht vor dem Rampenlicht zu schützen.

So äußern sich die Verantwortlichen um Michael Zorc nur spärlich zum Talent:

"Er ist ein hervorragendes Talent, er schießt Tore am Fließband. Aber für eine weitreichende Prognose ist er noch viel zu jung."
Youssoufa Moukoko

Youssoufa MoukokoGetty Images

Das veranlasste auch den Sportartikelhersteller Nike im Frühjahr dazu, einen Sponsorendeal mit dem Nachwuchstalent abzuschließen. Das Gesamtvolumen soll rund 10 Millionen Euro betragen. Fotos von einem ersten Fotoshooting zusammen mit Mario Götze und Julian Brandt (ebenfalls bei Nike) postete er auf seinem Account.

Vertrag bis 2022: Moukokos Zukunft

Die Zukunft, sie scheint sportlich wie finanziell einiges bereitzuhalten für Moukoko. Beim BVB steht er noch bis 2022 unter Vertrag. Man darf, sofern ihn keine schwerwiegende Verletzung zurückwirft, davon ausgehen, Moukoko eines Tages in der Bundesliga zu sehen. Laut Statuten der DFL ist das ab November 2020 möglich, dann nämlich feiert das Talent seinen 16. Geburtstag.

Ein Zeitpunkt, ab dem es noch schwerer werden dürfte, den treffsicheren Stürmer vor der Weltöffentlichkeit zu verstecken.

Denn bereits jetzt wird er von Scouts der ganz großen Vereine aus Spanien und England beobachtet.

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