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Eintracht Frankfurt punktet bei RB Leipzig mit Boateng-Motto

Frankfurt punktet mit Boateng-Motto: "Bruder, schlag den Ball lang"
Von SID

09/02/2019 um 20:54Aktualisiert 09/02/2019 um 21:10

Das 0:0 zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt war lange Zeit kein schön anzusehendes Fußballspiel. Vor allem die Hessen waren taktisch nur darauf aus, das Spiel des Gegners zu zerstören. Frankfurt beschränkte sich auf viele lange Bälle, um die Pressinglinie der Leipziger zu überspielen. Das Team von Adi Hütter konnte mit diesem Punkt gut leben und bleibt 2019 weiter ungeschlagen.

Wenn Bullen und Büffel sich in der Bundesliga bekämpfen, bleibt der Fußball ein wenig auf der Strecke. Zumindest glich das Heimspiel von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt mit der "Drei-Mann-Büffelherde" Ante Rebic, Sebastian Haller und Luka Jovic fast einem Tennisspiel: Der Ball flog ständig hin und her. Vor allem die Frankfurter übertrieben es mit dem Pokalfinal-Motto ihres Ex-Spielers Kevin-Prince Boateng ("Bruder, schlag den Ball lang!").

Torhüter Kevin Trapp gab zu, dass die vielen langen Bälle zum Frankfurter Matchplan gehörten: "Wir haben das von Anfang an so gewollt. Es ist kein schönes Spiel, aber es hätte effektiv sein können. Es war ein Mittel, ob es das beste war, weiß ich nicht."

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Hütter verteidigt seine Taktik

Eintracht-Trainer Adi Hütter, der bei Red Bull Salzburg mit RB-Coach Ralf Rangnick zusammengearbeitet hatte, verteidigte seine Marschroute. Der Österreicher sagte:

"Wir wollten die erste Pressinglinie überspielen, man muss auch immer die Stärke des Gegners sehen. Man kann auch glauben, dass man Leipzig ausspielen kann. Aber dann muss man sich die Ergebnisse anschauen."

Mit dem Unentschieden konnten die Gäste aus Hessen sehr gut leben, weil Leipzig in der zweiten Halbzeit mehr um Spielkontrolle bemüht war und so zu zahlreichen Chancen kam.

Doch Willi Orbans Hackenschuss wurde von Gelson Fernandes von der Linie gekratzt (61.), Timo Werners Kopfball verfehlte nur um Zentimeter das Tor (61.) und Marcel Sabitzers Fernschuss landete am Pfosten (67.). Leipzig verteidigte zwar sein Fünf-Punkte-Polster auf Verfolger Frankfurt, doch ein Big Point wäre durchaus möglich gewesen.

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Wegen der vielen Chancen in der zweiten Halbzeit fühlte sich das Ergebnis für Rangnick "mau" an, mit der Leistung und vor allem mit der körperlichen Präsenz seiner Spieler drei Tage nach dem Pokal-Achtelfinalsieg gegen den VfL Wolfsburg (1:0) war der RB-Trainer aber "sehr zufrieden".

Frankfurter Sturm kommt kaum zur Geltung

Körperlichkeit war auch gefragt, denn die Frankfurter warfen sich in jeden Zweikampf – auch auf Kosten der eigenen Torgefahr. Das gefürchtete Sturm-Trio Rebic, Haller und Jovic, das 32 der 40 Frankfurter Saisontreffer erzielte, kam diesmal kaum zur Entfaltung.

"Es ging extrem darum, den zweiten Ball zu sichern", sagte da Costa: "Das sah phasenweise auf beiden Seiten nicht nach einem geregelten Spielaufbau aus." Auch Hütter gab zu, dass er spielerisch überhaupt nicht zufrieden sei, aber: "Wir haben 0:0 gespielt, deswegen haben wir sicher auch vieles richtig gemacht."

Die Eintracht bleibt in diesem Jahr trotz starker Gegner ungeschlagen und tankte vor den schweren Spielen in der Zwischenrunde der Europa League bei Schachtjor Donezk (Donnerstag) und in der Liga gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag) Selbstvertrauen. "Den Punkt sollten wir als gewonnenen Punkt auffassen", sagte da Costa daher.

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