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"Macht mich sprachlos": Augsburg zwingt Frankfurt in die Knie

"Macht mich sprachlos": Augsburg zwingt Frankfurt in die Knie

14/04/2019 um 19:53Aktualisiert 14/04/2019 um 22:10

Rückschlag für Eintracht Frankfurt in der Liga: Nach der Niederlage in der Europa League gegen Benfica hat das Team von Adi Hütter die Partie gegen den abstiegsbedrohten FC Augsburg mit 1:3 (1:2) verloren. Goncalo Paciencia brachte die Eintracht in Führung (14.), ehe Marco Richter der Doppelpack gelang (31., 45.+1). Gregoritsch baute die Führung aus (84.), Gelson Fernandes sah die Rote Karte.

So lief das Spiel:

Eintracht Frankfurt startete engagiert in die Partie. Luka Jovic hatte alleine in den ersten fünf Minuten zwei gute Möglichkeiten zur Führung, vergab aber einmal per Kopf (4.) sowie aus der Distanz (5.).

Nicht unverdient gingen die Hausherren nach einer Viertelstunde in Front. Filip Kostic wurde bei seiner Flanke von links nicht angegriffen und bediente im Zentrum Goncalo Paciencia, der wie bereits unter der Woche in der Europa League gegen Benfica Lissabon per Kopf traf (15.).

Anschließend schienen die Gäste unter der Anleitung von Neu-Trainer Martin Schmidt aufzuwachen. Kurz nach dem Gegentreffer fiel Marco Richter im Frankfurter Strafraum nach einem Zweikampf mit Almamy Touré zu Boden - Schiedsrichter Bastian Dankert entschied sich dafür weiterspielen zu lassen (17.). Diskussionen und ein Videobeweis nach einem vermeintlichem Handspiel im Strafraum von Khedira blieben nicht aus (28.).

In der Defensive wirkten die Fuggerstädter anfällig: Bei einem Zweikampf zwischen Danny da Costa und Rani Khedira prallte der Ball an den Arm des Augsburgers – auch hier entschied sich Dankert - nach Ansicht des Videobeweises - gegen einen Elfmeterpfiff (27.).

Bei der Eintracht verletzte sich anschließend der Ex-Augsburger Martin Hinteregger. Für ihn kam Evan Ndicka in die Partie (26.). Auf der anderen Seite erwischte es Torhüter Gregor Kobel, der nach einem Schlag an den Kopf zunächst weiterspielte, kurz vor der Pause aber ausgewechselt werden musste (40.).

Nach einer halben Stunde hatte Torschütze Paciencia den zweiten Frankfurter Treffer auf dem Fuß, vergab aber zu überhastet aus bester Lage (30.).

Augsburg gab nicht auf, im Gegenteil: Nach feinem Zuspiel von Michael Gregoritsch tauchte Richter völlig frei vor Kevin Trapp auf und schob den Ball aus zehn Metern ins linke untere Toreck (31.).

Kurz vor der Pause drehten die Gäste die Partie: Wieder war es Richter, der sich aus 17 Metern halblinker Position ein Herz fasste und die Kugel mit Hilfe des Innenpfostens ins rechte Toreck beförderte (45.+4).

Kurz nach Wiederanpfiff war Frankfurt nur noch zu zehnt: Der bereits verwarnte Kapitän Gelson Fernandes wurde nach einem Foul an Jonathan Schmid mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (47.). Die SGE verlor anschließend den Faden. Die Gäste begannen eine Druckphase, in der allein Ja-Cheol Koo (58.), und Richter (60.) für das dritte Tor hätten sorgen können.

Die Eintracht blieb gefährlich, in Person von Top-Torschütze Jovic. Zweimal verzog der junge Stürmer (56. und 60.). Da auch Ante Rebics Versuch aus bester Position von Khedira geblockt wurde (70.), liefen die Frankfurter weiter dem Rückstand hinterher.

In der Schlussphase machte Gregoritsch alles klar: Nach überlegter Vorarbeit von Kapitän Daniel Baier schloss der Österreicher sehenswert in den linken Winkel ab (84.).

Damit war die Entscheidung gefallen, selbst wenn auf beiden Seiten in der Nachspielzeit noch hochkarätige Chancen ausgelassen wurden. Sowohl Gregoritsch (90.+3), als auch Jovic (90.+4) vergaben.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Martin Schmidt (Trainer FC Augsburg): "Unglaublich, momentan fehlen mir die Worte. Ich hab gemerkt, dass die Mannschaft genau das umsetzen wollte, was wir angesprochen haben. Und das macht mich ehrlich gesagt sprachlos. Auch nochmal Kompliment an meinen Vorgänger Manuel Baum. Ich wollte vor dem Spiel gegen Stuttgart schon ein bisschen Druck rausnehmen und hier punkten."

Stefan Reuter (FC Augsburg): "Martin Schmidt hat vom ersten Moment an versucht, den Jungs ein bisschen Lockerheit beizubringen. Er hat von der ersten Ansprache an gesagt, dass wir mutig sein wollen. Ich hatte fast Angst, denn sie haben wirklich richtig gut trainiert, richtig gut Fußball gespielt. Es ist sehr erfreulich natürlich, dass wir dann gleich mit dem Sieg gegen Frankfurt starten."

Fredi Bobic (Eintracht Frankfurt): "Aus meiner Sicht wird in der Bundesliga bei Kopfballduellen und Handspiel viel zu schnell gepfiffen. Ich fand den Schiedsrichter nicht gut heute, er hat nicht ansatzweise eine Linie gehabt. Das heißt aber nicht, dass er Schuld an der Niederlage ist. Meine Spieler waren heute auch nicht alle auf der Höhe."

Das fiel auf: Frankfurter Kräfte schwinden

Kapitän Gelson Fernandes erwies seiner Mannschaft mit der Gelb-Roten Karte kurz nach Wiederanpfiff einen Bärendienst. Bereits am vergangenen Donnerstag musste die Mannschaft von Adi Hütter in Lissabon gegen Benfica knapp 70 Minuten zu zehnt agieren.

Der Kräfteverschleiß der englischen Woche machte sich deutlich bemerkbar. Vor allem die Außenspieler Danny da Costa und Filip Kostic konnten den ein oder anderen Defensivsprint nicht mehr mitgehen, so hatte Augsburg im zweiten Durchgang immer wieder viel zu viel Platz.

Die Statistik: 1

Erster Sieg im ersten Spiel: Martin Schmidt legt mit dem FC Augsburg einen Traumstart hin. Seit Oktober 2018 hatte die Mannschaft nicht mehr in der Fremde gewonnen, unter der Woche musste Cheftrainer Manuel Baum seinen Platz räumen.

Der ehemalige Mainz- und Wolfsburg-Trainer Schmidt übernahm. Sein Debüt glückte, zudem konnte man der so starken Frankfurter Mannschaft die erste Niederlage in der Bundesliga im Jahr 2019 zufügen.

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