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Bayern zeigt sein Meistergesicht

Bayern zeigt sein Meistergesicht

15/04/2019 um 20:11Aktualisiert 15/04/2019 um 23:11

Der FC Bayern München lacht wieder - ausgerechnet auf der Zielgerade der Bundesliga-Saison. Die Münchner liefern wieder wie von ihnen erwartet. Das Gefühl der Überlegenheit gegenüber dem BVB ist gewaltig. Das Team von Niko Kovac geht mit Vorteilen gegenüber dem direkten Konkurrenten in die letzten Spiele.

Kollege Niko Kovac genoss derweil den meisterlichen Auftritt der Münchner am Rhein, strotzte wie seine Spieler vor Selbstvertrauen, nahm dann aber doch mit einer kleinen Bitte Abschied aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. "Vielleicht", raunte Kovac, 47, dem 18 Jahre älteren Funkel schelmisch zu, "könnt ihr uns noch Gutes tun."

Trumpf eins: Keine Geschenke nötig

Es war ein charmanter Hinweis auf das Düsseldorfer Gastspiel in der vorletzten Runde in Dortmund. Im ersten Duell hatte Favoritenschreck Fortuna den damals souveränen Spitzenreiter BVB 2:1 geschlagen. Eine Wiederholung fänden die Bayern sicherlich nett. In Wahrheit aber genießen sie es mit allen Poren, auf der Zielgeraden nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Aus den neun Punkten und zwölf Toren Rückstand auf Dortmund eine Woche vor Weihnachten sind eine Woche vor Ostern ein Zähler Vorsprung und das um 17 Treffer bessere Torverhältnis gegenüber den Schwarz-Gelben geworden.

Ein Manifest bajuwarischer Stärke, und genau so leben es die Münchner auch aus. "Wir mussten unsere Hausaufgaben machen, das haben wir getan. Wir schauen nur auf uns", sagte Innenverteidiger Niklas Süle in Düsseldorf. "Pflichtsieg? Ja, so was war das", urteilte Mittelstürmer Robert Lewandowski. Und Offensivkraft Thomas Müller fügte hinzu: "Natürlich hat man von uns erwartet, dass wir gewinnen. Aber wir haben es auch in die Tat umgesetzt. Wir müssen einfach liefern."

Trumpf zwei: Auf der schwarz-gelben Welle

Dabei läuft der Münchner Lieferservice im nationalen Fußballbetrieb seit Wochen wie geschmiert. Die letzte Niederlage in der Liga liegt mittlerweile zweieinhalb Monate zurück, danach wurde allein die Partie in Freiburg (1:1) nicht gewonnen. Das 5:0 gegen den BVB vor einer Woche gab der Kovac-Elf schließlich noch den entscheidenden Euphorieschub. Seitdem surfen die Bayern, in Düsseldorf mit derselben Startelf angetreten wie gegen Dortmund, mit geballter Energie und höchster Konzentration ihrem 29. Meistertitel entgegen.

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In Zahlen ist der Vorsprung auf den Konkurrenten aus Westfalen zwar minimal, das Gefühl der Überlegenheit dagegen gewaltig. Bei den Borussen wünscht sich Kapitän Marco Reus für die letzten fünf Spiele "eine gewisse Lockerheit und Spaß auf dem Platz"

Dieses Fußballergefühl leben die Bayern längst aus – exemplarisch aufgeführt durch Witzbold Müller, der den fragwürdigen Handelfmeter, der zu Fortunas Ehrentreffer durch Münchens Hinspiel-Schreck Dodi Lukebakio führte, augenzwinkernd kommentierte: "Wenn ich den bei uns bekomme, schiebe ich ihn absichtlich daneben."

Trumpf drei: Offene Ohren, saloppes Mundwerk

Trainer Kovac lobte die Seriosität, mit der sein Team die Partie in Düsseldorf von der ersten Minute an angegangen sei. Bezeichnend: Lewandowskis Tadel, die Mannschaft habe nach dem 3:0 kurz nach Wiederbeginn ein bisschen zu passiv gespielt und sich so um einen gegentorfreien Sieg gebracht. Die Anmerkung eines Musterschülers, deswegen applaudierte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auch allen Beteiligten: "Das war ein richtig gutes Spiel von uns – genau so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Gegen die Fortuna fiel keiner im Team ab, Doppeltorschütze Kingsley Coman, der agile Müller und Abräumer Javi Martinez stachen heraus. "Wir haben den Anspruch, dass wir alle restlichen Spiele gewinnen", schlussfolgerte Müller, der über den angeschlagenen Verfolger zudem höflich, aber bestimmt sagte: "Die Dortmunder spielen aktuell nicht brillant. Doch sie bringen die Ergebnisse, und das setzt uns unter Druck." Aber der, so der 29-jährige Oberbayer, schade den Münchnern bekanntlich ja nicht.

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