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Millimeter-Entscheidung: Bayern lässt Matchball in Leipzig liegen

Millimeter-Entscheidung: Bayern lässt Matchball in Leipzig liegen

11/05/2019 um 17:32Aktualisiert 11/05/2019 um 18:52

Der FC Bayern München hat am 33. Bundesliga-Spieltag einen Sieg bei RB Leipzig und somit auch die vorzeitige Entscheidung in der Meisterschaft verpasst. Der FCB kam nicht über ein 0:0 hinaus. Leon Goretzka traf zwar in der 50. Minute, doch da die Fußspitze von Robert Lewandowski im Abseits war, wurde der Treffer nicht anerkannt. Am letzten Spieltag empfangen die Bayern nun Eintracht Frankfurt.

So lief das Spiel:

Die ersten 45 Minuten in Leipzig sind schnell zusammengefasst. Fast jeder Szene war die Bedeutung der Partie mehr als deutlich anzumerken. Beide Teams konzentrierten sich auf die eigene Defensive und waren gewillt, nicht in Rückstand zu geraten.

So waren Chancen Mangelware. Die größte Möglichkeit auf die Führung vergab Serge Gnabry, der nach herrlicher Vorarbeit von Robert Lewandowski den Ball nicht an Peter Gulacsi vorbei gespitzelt bekam (29.).

Auch fünf Minuten vor der Pause war der Leipziger Keeper zur Stelle, als erneut Gnabry aus der Drehung abschloss (40.).

Ansonsten prägten viele intensive Zweikämpfe das Bild. Schiedsrichter Manuel Gräfe versuchte es dennoch mit der langen Leine und hatte damit Recht, da die Spieler nicht über die Stränge schlugen.

Nach dem Seitenwechsel war der FC Bayern gezwungen, durch die Dortmunder Führung gegen Düsseldorf selbst aktiver und zielstrebiger zu werden, um die Meisterschaft perfekt zu machen.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz auf der Tribüne gab es nach knapp 50 Minuten dann den ersten großen Aufreger der Partie.

Nach einer verunglückten Kopfballabwehr von Ibrahima Konaté schoss Leon Goretzka den FCB vermeintlich auf Meisterschaftskurs, doch nach längerer Unterbrechung wurde der Treffer von Video-Assistent Marco Fritz zurück genommen, da zuvor die Fußspitze von Robert Lewandowski um Millimeter im Abseits war.

Trotz der Aberkennung des Treffers dominierte der FC Bayern mit zunehmender Spielzeit die Partie immer klarer, ohne sich allerdings Torchancen in Serie zu erspielen.

Das allerletzte Risiko vermied die Elf von Niko Kovac aber, so dass es unter dem Strich beim torlosen Remis blieb.

Der Gewinner ist neben dem BVB in erster Linie die Bundesliga, die nach dem gleichzeitigen Sieg der Dortmunder gegen Düsseldorf ein Meisterschafts-Finale am letzten Spieltag bekommt.

Ein Punkt reicht dem FCB dann gegen Eintracht Frankfurt, um erstmals eine Meisterschaft in der heimischen Allianz Arena perfekt zu machen.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer Bayern München): "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein sehr gutes Bundesliga-Spiel gesehen haben. Das Spiel hat alles beinhaltet, was ein Top-Spiel beinhaltet. Ich glaube, dass wir etwa 20 Minuten gebraucht haben, um die komplette Dominanz zu übernehmen. Ich glaube schon, dass wir ein Tor hätten machen können oder vielleicht auch müssen. Aber es ist nicht so, die Meisterschaft ist vertagt. Deshalb müssen wir nächste Woche wieder Gas geben."

Thomas Müller (FC Bayern München): “Vom Gefühl her war es im zweiten Durchgang ein super Spiel von uns. Der Schiedsrichter hat das Spiel gut laufen lassen und somit war es für die Zuschauer ein tolles Spiel. Den einzigen Fehler, der wir gemacht haben war zu Beginn als wir in den ersten 20 Minuten ganz schnell ein Tor schießen wollten. Das kam Leipzig entgegen. Danach haben wir den Ball laufen lassen und damit Leipzig den Zahn gezogen. Leier haben wir uns nicht mit dem Sieg und der Meisterschaft belohnt. Das müssen wir jetzt nächsten Woche nachholen. Wir haben jetzt ein Finale.“

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Wir haben über 90 Minuten als Mannschaft gut verteidigt. Was wir heute hätten besser machen können, waren die Umschaltsituationen, die wir selber hatten. Das lag zum einen daran, dass die Bayern gut darauf vorbereitet waren, aber wir auch einfach falsche Entscheidungen getroffen haben. Deswegen bin ich zwar mit dem Spiel heute zufrieden, mit dem Spiel gegen den Ball sogar sehr, aber offensiv müssen und können wir besser spielen. Und das wird auch in zwei Wochen im Pokalfinale wichtig sein."

Willi Orban (RB Leipzig): “Wir haben heute gesehen, dass das Spiel ordentlich war. Wir können mithalten, doch im Finale müssen wir noch einen Gang zulegen. Gerade im Spiel nach vorne müssen wir da mutiger agieren. Ich denke, dass wir eine überragende Saison gespielt haben. Jetzt spielen wir noch in Bremen und dann steht das große Highlight in Berlin an.“

Yussuf Poulsen (RB Leipzig): “Ich denke, dass die Ansätze durchaus da waren, doch uns hat heute etwas die Freude am Spiel nach vorne gefehlt. Das müssen und können wir in Berlin besser machen. Wir haben gesehen, dass wir mit den Bayern mithalten können.“

Tweet zum Spiel:

Marc Marquez sollte vor dem Spiel eigentlich die Stimmung anheizen. Das kam allerdings nicht bei allen Leipziger Anhängern gut an.

Das fiel auf: Kein Herberger-Trick

Weder die Bayern aber vor allem auch nicht RB Leipzig mit Trainer Ralf Rangnick versuchten, im Hinblick auf das Pokal-Endspiel in Berlin mit einer B-Mannschaft allzu viele Karten verdeckt zu halten, sondern boten ihren bestmöglichen Formationen auf.

Die Statistik: 266

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