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Krieg der Philosophien: Bayern gegen Leipzig in der Tempo-Falle

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Thomas Müller

Fotocredit: Getty Images

VonLuca Baier
11/05/2019 Am 10:52 | Update 11/05/2019 Am 10:52

Der FC Bayern München könnte mit einem Sieg gegen RB Leipzig am Samstag vorzeitig deutscher Meister werden - und mit einem guten Gefühl ins DFB-Pokalfinale gehen. Dort wartet erneut das Team um Trainer Ralf Rangnick. Doch RB Leipzig könnte den Bayern durchaus die Feier vermiesen. Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, weshalb Leipzig zum doppelten Partyschreck für den Titelanwärter werden kann.

Mit vier Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund geht der FC Bayern München in das vorletzte Bundesligaspiel in dieser Saison. Ein Sieg gegen RB Leipzig würde den vorzeitigen Titelgewinn bedeuten (RB Leipzig - FC Bayern München im Liveticker auf Eurosport.de).

Damit dies gelingt, muss jedoch eine starke Leistung des Rekordmeisters her: Leipzig hat seit Januar nicht mehr verloren und ist trotz des Unentschiedens in Mainz das Team der Stunde.

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VOR EINER STUNDE
  • Taktik-Check: Drei Gründe für Leipzigs Siegesserie

Bayern verschleppt den Spielaufbau – Einladung für Leipzig?

Im Spiel zwischen Leipzig und den Bayern treffen zwei sehr unterschiedliche Arten von Fußball aufeinander. Während Leipzig ohne große Umwege schnell nach vorne spielt, hält Bayern lange den Ball und versucht den Gegner Meter um Meter zurückzudrängen.

Auch im direkten Aufeinandertreffen wird die Mannschaft von Niko Kovac höchstwahrscheinlich ein klares Plus in puncto Ballbesitz haben – denn genau das ist Leipzigs Plan.

Kovac und seinem Trainerteam ist es bislang nicht gelungen, der Mannschaft jene Stabilität und Dominanz im Spielaufbau einzuimpfen, die sie jahrelang ausgezeichnet haben. Zu oft stimmen die Abstände zwischen den Spielern nicht, sodass der Aufbau langsam wird.

Bayern-Sechser als Pressingziel für Leipzig

So ist immer wieder zu beobachten, dass Bayerns Sechser und/oder Achter viel zu weit entgegenkommen, statt sich im Rücken der gegnerischen Stürmer zu positionieren. Leipzig lauert im Pressing auf solche Momente: Wird der entgegenkommende Mittelfeldspieler angespielt, hat dieser den Blick frontal auf Bayerns Tor – und kann sich nicht gut orientieren. Ein heransprintender Leipziger Spieler kann in diesen Momenten früh stören und im besten Fall einen direkten Ballgewinn erzielen.

Thiago, FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Gelingt dies nicht, führt das sogenannte Vordecken – das Ansprinten eines Gegenspielers mit Blickrichtung zum eigenen Tor – in den meisten Fällen zumindest zu einem Rückpass. Der pressende Leipziger Spieler kann ohne Tempoverlust durchlaufen und den Innenverteidiger oder Torwart attackieren. Zuletzt fehlte Bayern gegen hohes Pressing die Ruhe, diese Situationen spielerisch zu lösen, in der Regel greifen sie dann zu langen Bällen.

Tempovorteil Leipzig!

Provozieren die Leipziger viele lange Bälle der Münchener, haben sie schon einmal viel richtig gemacht. Weil bei Bayern immer viele Spieler im Aufbau entgegenkommen, sind sie bei langen Bällen meistens nicht gut positioniert – die Präsenz im offensiven Mittelfeld fehlt, zweite Bälle landen meistens beim Gegner.

In Ballbesitz wird Leipzig die Tempovorteile ausspielen wollen. Nahezu jeder Spieler im Team von Ralf Rangnick ist sehr schnell und seinem jeweiligen Gegenspieler in diesem Bereich überlegen. Selbst gegen den FC Bayern München wird dies so sein.

Es ist also davon auszugehen, dass es immer wieder Situationen geben wird, in denen Spieler wie Timo Werner in die Tiefe geschickt werden – es gibt angenehmere Aufgaben für Bayerns Innenverteidiger.

Bayerns wunder Punkt

Die Leipziger werden vor allem die Schnittstelle zwischen Bayerns Innen- und Außenverteidigern als Schwäche ausgemacht haben. Wenn David Alaba oder Joshua Kimmich nach außen an den Flügel müssen, um Druck auf den Ballführenden auszuüben, bleiben die Innenverteidiger meist im Zentrum. Vor allem, wenn Leipzig wie so oft mit zwei Stürmern spielt, sind Hummels und seine Kollegen gebunden.

Leipzigs Mittelfeldspieler werden daher den Raum hinter dem herausrückenden Münchener Außenverteidiger belaufen. In diesen Situationen müssen Bayerns Sechser und Achter den Laufweg rechtzeitig erkennen und sich dann im Laufduell behaupten – keine Szenen, in denen Spieler wie Thiago oder Martinez oft glänzen.

Eurosport-Check: Bayerns Schwächen passen zu Leipzigs Stärken

Dass der FC Bayern in den "großen Spielen eigentlich immer da" ist, lässt sich leicht sagen. Die Historie garantiert hier keinen Selbstläufer gegen einen starken Gegner. Einen starken Gegner, dessen Stärken auch noch genau zu Bayerns Schwächen passen.

Tempo, Timing und Zielstrebigkeit: Leipzig hat sowohl mit dem Ball als auch gegen den Ball Waffen, mit denen sie den Bayern richtig weh tun können – und zwar im Kampf um beide Titel!

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