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FC Bayern München | So steht es um die 200-Millionen-Transferoffensive

200 Millionen - oder nicht? So steht es um Bayerns Transferoffensive

14/02/2019 um 10:08Aktualisiert 14/02/2019 um 12:08

Uli Hoeneß hat auf der Generalversammlung des FC Bayern München im vergangenen November Investitionen "im großen Stil" angekündigt. Doch noch ist kaum etwas passiert. Lediglich die Verpflichtungen von Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp sind fix. Die Transfers der Wunschspieler Callum Hudson-Odoi und Lucas Hernández gestalten sich weiterhin kompliziert. Ein Überblick über Bayerns Transferoffensive.

"Wir werden im großen Stil investieren." Es war wohl vor allem dieser Satz von Uli Hoeneß, der die Bayern-Fans auf der Generalversammlung im November aufhorchen ließ. Sonst ein Gegner von Preisexplosion und Aktionismus, kündigte der FCB-Präsident plötzlich eine große, spannende Transferoffensive an.

Was Hoeneß nicht verriet: wann im großen Stil investiert wird. Zwar stand der deutsche Rekordmeister schon im Winter kurz vor einer Verpflichtung von Lucas Hernández (Atlético Madrid) und Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea), fix sind bisher aber lediglich die Transfers von Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Jann-Fiete Arp (Hamburger SV).

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Wie ist der aktuelle Stand bei Bayerns Wunschspielern? Wo hat der FCB sonst noch Bedarf? Was sind mögliche Kandidaten?

Eurosport gibt einen Überblick über die Transferoffensive des FC Bayern.

Angriff: Jann-Fiete Arp - und sonst?

Sandro Wagners Wechselwunsch nach China wurde erfüllt. Mit Robert Lewandowski steht somit nur noch ein etatmäßiger Stürmer im Kader von Trainer Niko Kovac. Vom Hamburger SV kommt Jann-Fiete Arp für kolportierte zwei Millionen Euro. Nicht gerade eine Neuverpflichtung des "großen Stils", zumal der 19-Jährige selbst entscheiden darf, ob er bereits im kommenden Sommer oder erst 2020 nach München wechselt.

Zwar betonte Kovac zuletzt, dass auch Thomas Müller oder Serge Gnabry notfalls im Angriffszentrum aushelfen könnten, die Strategie des "Ein-Mann-Sturms" ist aber trotzdem riskant. Gut möglich also, dass die Bayern im Sommer tätig werden.

Ein Kandidat ist Timo Werner. Der 22-Jährige hatte im Dezember bei "Sky" erstmals angedeutet, einen Wechsel zum Rekordmeister in Erwägung zu ziehen:

"Wenn man in Deutschland bleiben will, gibt es ja eigentlich nur einen Verein, zu dem man wechseln kann."
Trainert Niko Kovac bald auch Timo Werner beim FC Bayern?

Trainert Niko Kovac bald auch Timo Werner beim FC Bayern?Eurosport

Dem TV-Sender "Rai Sport" zufolge ist Juventus deswegen bereit, den 25-Jährigen aus seinem bis 2022 laufenden Vertrag aussteigen zu lassen. Angebliche Ablöseforderung: 100 Millionen Euro. Dybala wäre definitiv eine Investition "im großen Stil" - für die Bayern aber vielleicht eine Nummer zu groß?

Mittelfeld: Hängepartie um Hudson-Odoi

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Als Alternative für die Position hinter der Spitze haben die Bayern laut "tz" Kai Havertz von Bayer Leverkusen im Visier. FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic bezeichnete ihn im Dezember als "eines der größten Talente Europas". Der 19-jährige Nationalspieler passt perfekt ins Bayern-Profil, wäre angesichts eines Vertrags bis 2022 und eines kolportierten Marktwertes von 65 Millionen Euro aber wohl kaum günstiger zu haben als James. Letzterer erscheint im Moment als die einfachere (und keinesfalls schlechtere) Alternative.

Größer als im Zentrum ist der Bedarf aber ohnehin auf den Außen. Arjen Robbens Abschied ist bereits beschlossene Sache, jener von Franck Ribéry gilt als wahrscheinlich. Mit Serge Gnabry (23), Kingsley Coman (22) und Alphonso Davies (18) stehen junge, zum Teil aber auch verletzungsanfällige Nachfolger bereit. Der FCB bemüht sich deswegen um weitere Alternativen.

Wunschspieler Nummer eins ist dabei Callum Hudson-Odoi. Der 18-Jährige ist der "Sun" zufolge unzufrieden mit seiner Situation beim FC Chelsea, wo er unter Maurizio Sarri meist nur zu Kurzeinsätzen kommt. Die Bayern sollen bereits im Winter mehr als 40 Millionen Euro für Hudson-Odoi geboten haben. Doch Chelsea blieb eisern und gab den Youngster nicht ab, obwohl dieser laut "Bild" unbedingt wollte. Die "Blues" hoffen weiterhin, den Vertrag mit Hudson-Odoi über 2020 hinaus verlängern zu können.

Callum Hudson-Odoi wartet auf die Freigabe des FC Chelsea

Callum Hudson-Odoi wartet auf die Freigabe des FC ChelseaEurosport

Abwehr: Warten auf den zweiten Weltmeister

"Es ist wahr, dass ich ein bedeutendes Angebot hatte, für eine andere Mannschaft zu spielen."

Madrid habe ihm aber mitgeteilt, das ein Wechsel im Winter keine Option sei und die Situation am Ende der Saison neu bewertet werde.

Lucas Hernández kann Atlético für 80 Millionen Euro verlassen

Lucas Hernández kann Atlético für 80 Millionen Euro verlassenEurosport

Atlético-Präsident Miguel Angel Gil Marin meinte im Dezember bei "SPOX":

"Wir haben eine gute Beziehung zum FC Bayern. Wenn der Spieler wechseln möchte, werden wir darüber sprechen, aber nur über einen Wechsel im Juli."

Hernández hat in Madrid noch einen Vertrag bis 2024, kann den Verein aber wegen einer Ausstiegsklausel für 80 Millionen Euro verlassen. Der Verteidiger scheint einem Wechsel nicht abgeneigt:

"Ich weiß, dass es die Absicht der Bosse ist, eine Vereinbarung zur Verlängerung meines Vertrags zu treffen. Sie haben sich aber auch verpflichtet, meine zukünftige Entscheidung zu respektieren."

Was für die Bayern spricht: Atlético hat das von der spanischen Liga festgelegte Gehaltslimit für diese Saison erreicht, in der Bundesliga dürfte dem Franzosen mehr Geld winken.

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Bedarf hat der Rekordmeister in der Abwehr allemal. Rafinha hat seinen Abschied zum Saisonende bereits angekündigt, über einen Wechsel von Jérome Boateng und/oder Mats Hummels halten sich hartnäckig Gerüchte.

Tor: Koan Neuer-Ersatz notwendig

Manuel Neuers Vertrag ist zwar noch bis 2021 datiert, der FCB bastelt aber offenbar schon an der Zeit danach. Nach Informationen von "ESPN" steht der englische U21-Nationaltorwart Dean Henderson auf der Bayern-Wunschliste. Die Münchner beobachteten den Keeper von Manchester United demnach bei einem Spiel von Sheffield United. Henderson ist bis zum Saisonende an den Zweitligisten ausgeliehen. Der Vertrag des 21-Jährigen bei United läuft noch bis 2020.

Dass sich die Bayern mit potenziellen Toptorhütern beschäftigen, ist legitim. Der akute Bedarf ist auf dieser Position dennoch am geringsten - Neuers vergangene und derzeitige Verletzungen hin oder her.

Fazit: Noch eine Menge (Überzeugungs-)Arbeit für Brazzo

Für Pavard und Arp haben die Bayern bereits etwa 37 Millionen Euro ausgegeben, 42 weitere für James dürften folgen. Verpflichtet der FCB auch seine Wunschspieler Hernández und Hudson-Odoi, kommen noch einmal circa 120 Millionen Euro obendrauf. Von den möglichen Millionen Werner ganz zu schweigen.

Summa summarum wären das mindestens 200 Millionen Euro für neue Spieler im Sommer 2019. Eine Transferoffensive, die das Prädikat "im großen Stil" durchaus verdient hätte - und wohl auch den einen oder anderen Abgang erfordern würde.

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