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Hertha gibt Sieg in Wolfsburg in letzter Sekunde aus der Hand

Furiose Nachspielzeit! Mehmedi verdirbt die Hertha-Party

15/09/2018 um 17:45Aktualisiert 15/09/2018 um 18:00

Hertha BSC hatte den dritten Sieg im dritten Bundesliga-Spiel vor Augen, musste sich im Auswärtsspiel gegen den VfL Wolfsburg dann aber doch mit einem 2:2 (0:0)-Remis abfinden. Javairo Dilrosun hatte die Hauptstädter in Führung gebracht (61.), Yunus Malli den Ausgleich erzielt (Elfmeter, 87.). In der Nachspielzeit traf Ondrej Duda für Hertha, ehe Admir Mehmedi auch noch zuschlug (90.+3).

So lief das Spiel:

Im etwas unerwarteten Spitzenspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC erwischten die Gastgeber den besseren Start. Innerhalb von nur zwei Minuten hatte der Wolfsburger Außenverteidiger Jerome Roussillon - jeweils nach einer Ecke - gute Schussmöglichkeiten (2., 4.). Hertha BSC fand dagegen zunächst gar nicht ins Spiel und hatte Glück, dass dem VfL trotz spielerischer Überlegenheit das letzte Quäntchen Präzision im Abschluss zählte. Erst nach einer Viertelstunde kamen die Berliner besser in die Partie. Nach einem Ballverlust vom Ex-Herthaner John-Anthony Brooks hatte Salomon Kalou die beste Möglichkeit auf dem Fuß, schoss allerdings zwei Meter über den Kasten (18.).

Anschließend verflachte das Spiel zunehmend, zwar waren die Wolfsburger weiterhin feldüberlegen, kamen ihrerseits allerdings nicht mehr zwingend vor den Kasten der Berliner. Kurz vor der Halbzeit hatte stattdessen Marko Grujic die beste Möglichkeit für Hertha BSC auf dem Kopf, Koen Casteels war allerdings rechtzeitig zur Stelle (43.).

Die Berliner kamen offensiver aus den Kabinen als noch im ersten Durchgang und spielte nun plötzlich mit. Fast folgerichtig jubelten die Herthaner dann auch wenig später über den Führungstreffer. Nach einem Wolfsburger Einwurf spielte William einen katastrophalen Fehlpass in die Füße des gut antizipierenden Javairo Dilrosun, der halblinks in den Strafraum eindrang und Casteels aus spitzem Winkel überwinden konnte (61.).

Wolfsburg wirkte zunächst geschockt, konnte die gut eingestellte Defensive der Berliner allerdings nicht entscheidend gefährden.

Für große Aufregung sorgte erst eine Entscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert in den Schlussminuten: Herthas Arne Maier brachte im Luftduell – mit angelegtem Arm – Maximilian Arnold zu Fall. Zunächst entschied Dingert auf Freistoß an der Strafraumkante, ehe er vom Videoschiedsrichter korrigiert wurde. Tatsächlich hatte der Zweikampf im Strafraum stattgefunden – Dingert pfiff Elfmeter für den VfL. Der eingewechselte Yunus Malli blieb cool und verwandelte halbhoch ins rechte Eck (87.).

Dieser Treffer war der Startschuss in eine verrückte Schlussphase.

In der Nachspielzeit trat Ondrej Duda zum Freistoß an, anstatt aus 20 Metern halblinker Position den Ball allerdings über die Mauer zu zirkeln, schob der Slowake die Kugel rotzfrech unter der hochspringenden Mauer durch ins Tor (90.+1).

Doch der Jubel der Berliner währte nicht lange. Fast im direkten Gegenzug legte Brooks nach einer Flanke von rechts per Kopf auf den ebenfalls eingewechselten Admir Mehmedi ab, der den Ball aus kurzer Distanz durch die Beine von Keeper Rune Jarstein ins Tor spitzelte (90.+3).

So trennten sich der VfL Wolfsburg und Hertha BSC nach einer turbulenten Partie mit 2:2.

Die Stimmen zum Spiel:

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Ich denke, dass man im Strafraum einfach nicht so hingehen darf. Sicherlich nehme ich den Kontakt an, aber der Schiedsrichter hat so entschieden, also muss man sich dann auch nicht so aufregen."

Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Unabhängig vom Ergebnis bin ich heute wirklich sehr stolz auf meine Mannschaft, weil sie einfach richtig guten Fußball gespielt hat. Gegen eine defensiv so clevere Mannschaft zweimal so zurückzukommen, das verdient Respekt."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Ein verdientes Unentschieden für beide Seiten. Beide Mannschaften wollten gewinnen, der Elfmeter hat diese Stillphase ein wenig gestört. Zum Schluss haben wir die langen Bälle nicht gut verteidigt. Zum Elfmeter: Das war nicht mal ein Freistoß, Arnold läuft in meinen Spieler. Also das hätte man sehen müssen."

Arne Maier (Hertha BSC): "Wenn das ein Elfmeter ist, dann weiß ich auch nicht. Für mich eine klare Fehlentscheidung. Von mir aus ist es ein Freistoß, aber dafür einen Elfmeter zu geben, ist für mich völlig unverständlich."

Niklas Stark (Hertha BSC): "Für mich ist es ein Witzelfmeter. Wenn das im Mittelfeld passiert, kann man darüber sprechen, aber das ist kein Elfmeter. Es war ein guter Start für uns, jetzt kommen noch ein paar große Aufgaben auf uns zu."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Immer wieder Videobeweis

Das späte Spektakel im Spitzenspiel – es hätte alles so schön sein können. Wäre da nicht immer wieder dieses eine Thema. Eine zumindest fragwürdige Elfmeterentscheidung wird die Diskussion um das Eingreifen des VAR wieder neu entfachen.

Die Statistik: 1

Startelfdebüt und erster Bundesligatreffer für den jungen Javairo Dilrosun, es gibt wohl schlechtere Nachmittage für einen 20-Jährigen.

Video - Götze über Bayernjäger-Rolle: "Regeln das auf dem Platz"

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