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Völler glaubt an gute Karten im Brandt-Poker

Völler glaubt an gute Karten im Brandt-Poker
Von Eurosport

17/03/2019 um 15:49Aktualisiert 17/03/2019 um 17:53

Rudi Völler, Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen, äußert sich vor dem Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen (1:3) bei Eurosport zu Julian Brandts Zukunft und die Entwicklung, die der deutsche Nationalspieler genommen hat. Zudem spricht Völler über Kai Havertz und über das Ausscheiden seiner Mannschaft in der Europa League gegen Krasnodar. Matthias Sammer schwärmt von Bayers Youngster.

Rudi Völler im Interview mit Eurosport:

… über die Entwicklung von Julian Brandt: "Julian spielt nach dem Trainerwechsel eine andere Rolle. Er spielt nicht mehr die klassische Außenstürmer-Geschichte, sondern er ist zentraler, kann sich überall aufhalten, wie ein klassischer Zehner und er geht in dieser Rolle auf. Das merkt man beim Training, an seiner Laune, auf dem Platz. Das hat ihm noch einmal einen Schub gegeben."

… über die Stärken von Kai Havertz: "Das ist die große Qualität von Kai, er kann auf ganz vielen Positionen spielen. Bei Kai weiß man heute nicht, wie sieht in den nächsten zehn Jahren auf Weltklasse-Niveau seine Top-Position aus. Er kann auf der Zehn spielen, er kann über Außen kommen, er kann auf der Sechs, auf der Acht spielen. Er hat alle Möglichkeiten."

… über die Möglichkeit, Spieler wie Julian Brandt und Kai Havertz zu halten: "Natürlich sind wir ein Klub mit der Gefahr, dass wir Spieler verlieren. Das ist auch der Kreislauf. Die Jungs verstehen sich gut. Klar, wollen wir wieder international spielen. Das ist wichtig für unseren Klub und für die Spieler, dass sie sich auf dem Markt auch bewähren können. Julian lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Das war schon früher so. Als wir ihn geholt haben, hatte er schon unglaublich viele Anfragen. Da kannst du ihn nicht mit beeindrucken. Er hat einen klaren Plan. Im Moment gefällt es ihm besonders gut. Deswegen sind wir da gar nicht so pessimistisch, dass wir ihn vielleicht verlieren."

… über das Aus von Bayer 04 Leverkusen in der Europa League: "Das hat wehgetan, ganz klar. Ich hatte auch gewarnt vor dem Gegner. Es ist ein sehr reicher Klub, tolles Stadion, auch eine richtig gute Mannschaft. Dass es schwer wird, war klar. Aber natürlich war das enttäuschend. Wir hatten zwei Spiele Zeit, um sie zu schlagen und das hat nicht geklappt."

… über die aktuelle Qualität des deutschen Fußballs: "Die U-Mannschaften machen Sorge. Da ist die Talentfülle, die wir mal hatten, nicht mehr so gegeben. Das werden wir irgendwann spüren, aber jetzt noch nicht. In den nächsten Jahren müssen wir, was die Nationalmannschaft betrifft, uns nicht so große Sorgen machen, aber danach wird es problematischer. Vom Vereinsfußball muss man das trennen, das sind zwei verschiedene Dinge. Das war schon zu erwarten. Die Gefahr war da groß, wenn du im Achtelfinale gegen drei Klubs aus England spielst. Da kann es schon mal eng werden. Dortmund musste nicht ausscheiden, für Schalke war es schwierig gegen ManCity. Bayern hat einfach im Rückspiel nicht diese Leistung gebracht, die man bringen muss, um Liverpool ernsthaft zu gefährden. Die Bayern haben aber immer noch eine Klasse-Mannschaft."

… über den Meisterkampf: "Es bleibt auf jeden Fall spannend. Die Bayern werden bestimmt auch noch relativ viele Spiele gewinnen. Borussia Dortmund hatte ja so eine kleine Schwächephase, aber sie haben sich wieder gefangen. Ich finde gerade beim Spiel gegen Tottenham, da sehen die beiden nackten Ergebnisse natürlich brutal aus, aber sie waren absolut auf Augenhöhe. Sie waren nicht schlechter als Tottenham."

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Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen) im Interview mit Eurosport:

… zur Frage, wo er bei seiner Mannschaft das größte Steigerungspotenzial sieht: "Ich sehe schon etwas, nach zwei Monaten ist es noch nicht möglich, dass alles da ist. Aber die Jungs verstehen ganz gut, wie wir spielen wollen."

… über die Möglichkeit, Kai Havertz noch zu bringen: "Das kann so kommen, sonst wäre er nicht auf der Bank. Er hat etwas Falsches gegessen, deswegen hatte er vor zwei Tagen eine sehr schlechte Nacht."

Eurosport-Experte Matthias Sammer:

… über Kai Havertz: "Ein herausragendes Talent, schon mit einer Konstanz und Selbstverständlichkeit, das ist außergewöhnlich. Es ist immer schade, wenn solche Qualität nicht auf dem Platz ist. Auf der anderen Seite muss man dann auch wissen, wenn man sich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte fühlt, dass es dann manchmal auch besser ist, dass man wegbleibt. Also, lieber die ranlassen, die voll im Saft stehen. Leverkusen hat eine gute Mannschaft."

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