Ganz Deutschland diskutiert über diese Szene: Theodor Gebre Selassie legt im Strafraum Hand an Bayerns Kingsley Coman an, schiebt ihn mutmaßlich an der Hüfte. Der Franzose geht zu Boden. Das Gefühl sagt: kein Elfmeter - Kontakt war aber da. Eine klare Fehlentscheidung sieht deshalb anders aus.

Einen Tag nach dem Spiel benennt der DFB den Elfer-Pfiff von Daniel Siebert in einem öffentlichen Statement jedoch genau so und stellt das Schiedsrichtergespann damit vollends an den Pranger. Warum steht der DFB öffentlich nicht hinter seinem Schiedsrichter?

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Autorität wurde genommen

Völlig unverständlich, denn schließlich räumte der Chef der Videoschiedsrichter, Dr. Jochen Drees, in eben dieser Stellungnahme ein, dass es neben Aspekten, "die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen", auch einen Aspekt gibt, "der für einen strafstoßwürdiges Vergehen spricht".

So schützt man seinen Schiedsrichter nicht, so macht man ihn klein und nimmt ihm jede Autorität.

Auch die Entscheidung, Robert Kampka als vierten Offiziellen der anstehen Bundesligapartie zwischen Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen abzuziehen, wirkt alles andere als glücklich. Er war am Mittwoch bei Bremen gegen Bayern Videoassistent.

Wirkung wie eine Bestrafung

Klar, der DFB will den Schiedsrichter vor den Anfeindungen der Bremer Anhänger schützen. In der Öffentlichkeit wird aber vor allem die öffentliche Zurechtweisung der Schiris aufgrund eines folgeschweren Fehlers hängenbleiben. Sie wirkt wie eine Bestrafung. Der Ruf aller involvierten Schiedsrichter - inklusive Kampka - wird so noch weiter beschädigt.

Wie so häufig in der Vergangenheit gibt der deutsche Fußballbund in Sachen Kommunikation ein schlechtes Bild ab.

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