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Eurosport Interview der Woche | Max Kruse von Bremen über die Lage bei Werder

Mit Video | Kruse im Interview der Woche: "Dann muss es krachen in der Kabine"
Von Eurosport

07/12/2018 um 16:41Aktualisiert 07/12/2018 um 17:41

Max Kruse (30) von Werder Bremen nimmt im Interview der Woche bei Eurosport kein Blatt vor den Mund und spricht auch unangenehme Wahrheiten direkt an. "Natürlich muss es dann mal krachen in der Kabine", so der Angreifer im Hinblick auf die schwachen Ergebnisse der vergangenen Wochen. Mit Florian Kohfeldt, so Kruse, habe man aber "den richtigen Mann an der Seitenlinie".

Max Kruse von Werder Bremen spricht im Interview der Woche bei Eurosport über…

…die aktuelle sportliche Situation:

"Wenn die Erfolgswelle da ist, läuft alles ein bisschen einfacher, und du lässt das ein oder andere einfach schleifen. Das kannst du vielleicht als FC Bayern oder Borussia Dortmund machen, aber wenn du eine Mannschaft bist, wie wir es sind, musst du immer an dein Maximum gehen - das haben wir die letzten Wochen verpasst und es uns gewissermaßen auch schöngeredet."

…Reaktionen auf die Krise:

"Jeder aus der Mannschaft hat gekocht. Ich will maximalen Erfolg, aber bin der festen Überzeugung, dass das jeder will. Natürlich muss es dann mal krachen in der Kabine, das ist ganz normal und gehört im Profifußball dazu. Egoismen sind jetzt fehl am Platz. Es geht darum, dass wir als Mannschaft funktionieren, und ich bin als Kapitän nun einmal für die Mannschaft zuständig. Deshalb bin ich der Erste, der versucht hier anzusetzen."

Video - Kruse exklusiv: "Früher haben sich Fußballer bis 6 Uhr morgens Bier reingeschüttet"

21:54

…Werder-Trainer Florian Kohfeldt:

Wir haben den richtigen Mann an der Seitenlinie. Man traut Florian Kohfeldt diesen Draufhau-Mechanismus irgendwie nicht so zu - aber ich glaube, er hat jetzt den Weg gefunden, den man finden muss in dieser Situation. Er weiß, dass ein Zeitpunkt gekommen ist, um eine Mannschaft auch mal anders anzufassen. Das hat er in dieser Woche gut gemacht."

…eigene Fehler:

"Ich weiß nicht, ob ich mich heute anders verhalten würde als damals. Ich habe nicht alles richtig gemacht und natürlich nicht unbedingt der Norm entsprechend gehandelt, aber grundsätzlich kann ich mit meinen Entscheidungen leben. Das ist das, was mich am Ende interessiert. Jeder Spieler, der eine gewisse Charakterstärke haben will, muss eben dazu stehen."

…fehlende Charakterköpfe:

"Ich weiß nicht, ob wir weniger haben - aber es zeigen weniger. Es ist eine gläserne Welt geworden. Wenn sich die Fußballer früher bis 6 Uhr morgens Bier reingeschüttet haben, dann hat's keinen interessiert. Heutzutage hättest du es zwei Stunden später auf Twitter. Dann springen die Leute natürlich drauf an, das muss man erst einmal verkraften und als Verein dazu stehen. Das ist leider sehr schwierig geworden."

Video - Kruse: "Heutzutage wäre das zwei Stunden später auf Twitter"

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…Tipps für junge Spieler:

"Ich würde einem jungen Spieler an die Hand geben, sich von Social Media erstmal fernzuhalten, sich auf Fußball zu fokussieren, auf den Inhalt, aufs Training, auf die Spiele, und sich nicht zu sehr von außen reinreden zu lassen."

Video - Keine Fehler-Toleranz bei jungen Profis? Das sagt Kruse

02:13

…seine Zukunft:

"Ich fühle mich in Bremen sehr, sehr wohl, aber grundsätzlich geht es natürlich um die sportliche Situation. Wenn wir nächstes Jahr europäisch spielen, spricht auf jeden Fall nicht viel dafür, den Verein zu verlassen. Ich spüre natürlich das Vertrauen, das war ja auch einer der Gründe, warum ich überhaupt zurückgekommen bin."

Video - Kruse exklusiv: Deshalb bin ich nach Bremen zurückgekommen

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…den Videobeweis:

"Ich finde es schon gut, wenn wir möglichst viele faire Aktionen haben. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass das den Spielfluss rausnimmt. Wenn man sieht, wie teilweise zwei, drei Minuten überlegt wird - dann sind's 50-50-Entscheidungen, die zurückgenommen werden. Meiner Meinung nach muss man eine klarere Linie ziehen. Wenn ich Schiedsrichter wäre, hätte ich den Videobeweis schon gerne, weil es einfach eine Entlastung ist. Ich persönlich bin nicht so der Fan davon. Du jubelst nach einem Tor gar nicht mehr, weil du nicht weißt, ob's überhaupt zählt. Das nimmt so ein bisschen die Spannung."

Video - Exklusiv: Kruse zeigt Verständnis für Schiedsrichter: "Du kannst es keinem recht machen"

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