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Das Sanches-Dilemma: Wie kommt seine Karriere wieder in Schwung?

Das Sanches-Dilemma: Wie kommt seine Karriere wieder in Schwung?

22/05/2019 um 14:02

Drei Jahre ist es her, dass mit Renato Sanches eines der vielversprechendsten Mittelfeld-Talente Europas zum FC Bayern wechselte. Die erhoffte Entwicklung blieb beim Europameister von 2016 jedoch aus. Der Portugiese ist meist nur Füllmaterial im Kader des Rekordmeisters. Ob er auch im nächsten Jahr in München spielt, steht in den Sternen. Nun verlangt der 21-Jährige nach Klärung.

Renato Sanches' Tor zum 3:1 gegen Eintracht Frankfurt am letzten Bundesligaspieltag war der Beweis. Das große Talent, das den FC Bayern im Sommer 2016 dazu bewog, Renato Sanches für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon nach Deutschland zu lotsen, steckt noch immer im Portugiesen.

Nach einem Pass von David Alaba ließ der mittlerweile 21-Jährige seinen Gegenspieler Gelson Fernades mit einem schnellen Haken ins Leere rutschen, ehe er vom linken Fünfereck ins rechte untere Toreck vollendete. Es war das erste und damit einzige Saisontor für den Mann, der in München oft eine Nebenrolle spielt.

Oder gar keine.

FC Bayern: Renato Sanches sucht das Gespräch

"Fußball ist meine Liebe", sagt Sanches. "Ich will mehr spielen."

Und das muss er auch. Schließlich gibt es für einen Fußballer in jungen Jahren nichts Wichtigeres als Spielpraxis. Dass sich dieser Wunsch in der kommenden Saison beim Rekordmeister realisieren lässt, ist eher unwahrscheinlich.

Sanches ist mit seinem Reservistendasein unzufrieden

Sanches ist mit seinem Reservistendasein unzufriedenSID

Noch haben er und die Vereinsbosse nicht über seine Zukunft gesprochen. Man will das Pokalfinale gegen RB Leipzig (Samstag ab 20:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) und damit das endgültige Ende der Spielzeit abwarten. Dann aber möchte Sanches das Gespräch mit Trainer Niko Kovac suchen (sofern dieser dann noch da ist).

Sanches sagt:

"Wir werden sehen, was passiert. Ich will nur das Beste für mich und meine Familie."

Renato Sanches: Chemie mit Kovac stimmt nicht

Schon im vergangenen Jahr stand Sanches vor einem Abgang vom FC Bayern. Um mehr Spielpraxis zu bekommen, verliehen ihn die Münchner in die Premier League zu Swansea City. Ein Projekt, dass fürchterlich schiefging.

Sanches plagte sich mit Oberschenkelproblemen herum, machte nur zwölf der 38 Liga-Spielen und hatte keine einzige Torbeteiligung. Swansea stieg als Tabellenachtzehnter ab.

Renato Sanches (Swansea City)

Renato Sanches (Swansea City)Getty Images

Unter Kovac sollte der Neuanfang in München gelingen, doch die Chemie zwischen Spieler und Trainer schien von Anfang an nicht zu stimmen. In der Hinrunde kam Sanches zwischen dem 4. und 12. Spieltag zwar regelmäßig zum Einsatz, nutzte die ihm gebotenen Chancen aber nicht.

Das Ergebnis: In der Rückrunde fand sich der Portugiese vornehmlich auf der Tribüne wieder - spielte bis zum 34. Spieltag addiert nur 50 Minuten. "Niko Kovac kennt meine Situation", erklärt der 21-Jährige.

"Wir müssen darüber nicht jeden Tag sprechen. Er trifft die Entscheidungen, ich akzeptiere sie."

Die Frage ist: Wie lange noch?

Renato Sanches: Der Mentor ist weg

Sollte Kovac auch nach dem Sommer die Fäden an der Säbener Straße in der Hand halten, dürfte es für Sanches schwierig werden. Im Mittelfeld tummeln sich beim FC Bayern einige Hochkaräter, der Konkurrenzkampf ist enorm.

Dennoch fühlt sich der beste Jungprofi der EM 2016 dazu bereit, den nächsten Schritt in München zu machen:

"Am Anfang war ich nicht bereit, jetzt aber schon. Ich fühle mich hier zuhause, aber ich will mehr spielen und meinen Fußball zeigen."
Renato Sanches; Niko Kovac; Rafinha

Renato Sanches; Niko Kovac; RafinhaGetty Images

Ein Gefühl von Zuhause vermittelte ihm auch Rafinha, der ihm "in schwierigen Momenten viel geholfen" habe. Der Brasilianer verlässt München am Saisonende - folgt ihm Sanches nach?

"Wir werden sehen. Die Saison dauert noch eine Woche. Alles ist möglich. Ich will nur glücklich sein."

Immerhin: Mit seinem Treffer gegen die Eintracht hat er noch einmal auf sich aufmerksam machen können - das könnte bei der Planung seiner Zukunft helfen.

Sanches jedenfalls glaubt fest daran: "Ja, das glaube ich."

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