Drei Trainer, 20 Niederlagen, nur 28 Punkte aus 34 Spielen - diese Zahlen entsprechen alles andere als dem, was sich der VfB Stuttgart für die aktuelle Saison vorgenommen hatte. Nach 51 Punkten im Vorjahr konnten sich die Schwaben in dieser Saison gerade so in die Relegation gegen Union Berlin retten (Donnerstag 23.05. und Montag, 27.05. jeweils ab 20:30 Uhr live im Eurosport Player).

Für Eurosport-Experte Matthias Sammer zwar in dieser Deutlichkeit überraschend, jedoch nicht das erste Mal, dass sein Ex-Verein sich in eine solche Situation manövrierte. "In Stuttgart hast du das Gefühl, dass sie es durch all die Zusammenhänge in einer wahnsinnigen Regelmäßigkeit schaffen, sich - fußballerisch - selbst zu zerstören", sagte der 51-Jährige im Gespräch mit Eurosport-Reporter Christian Ortlepp.

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Der VfB und das Problem übersteigerter Erwartungshaltung

Doch woran liegt das? Für Sammer auf jeden Fall nicht am Kader:

Die jungen Spieler: Ozan Kabak in der Innenverteidigung, Benjamin Pavard ist Weltmeister, Marc-Oliver Kempf, Timo Baumgartl - alles eigentlich gute Spieler. Auch Nicolás González und Anastasios Donis haben vorne gute Ansätze.

Für den Eurosport-Experten "zu viel Qualität, um sich dort zu positionieren". Allerdings ist die Theorie eben nur die eine Seite. "Alles im Leben bestimmt die Praxis – und da musst du dich beweisen. Das geht von der Führungskonstellation bis zu Leistungsparametern", so Sammer weiter:

Das musst du erstmal immer wieder abrufen können. Individuell und gleichzeitig dabei ein Team zu formen. Das scheint - und das sage ich mit aller Vorsicht - nicht gelungen zu sein.

Für den Ex-Stuttgarter hat dies auch mit übersteigerter Erwartungshaltung zu tun:

In der Vorsaison hat Tayfun Korkut eine Wahnsinns-Serie gestartet. Hauchdünn die internationalen Plätze verpasst zu haben, hat natürlich alles ausgelöst, aber keinen Realitätssinn.

Sammer sieht Stuttgart gegen Union vorne

Gleichzeitig sieht Sammer in der Emotionalität, die im Klub allgegenwärtig ist, auch Vorteile:

Die Begeisterungsfähigkeit im Stadion ist extrem. Das ist etwas sehr, sehr Positives.

Durch die Relegation haben die Schwaben trotz aller Probleme der Saison noch die Möglichkeit, auch im kommenden Jahr weiter erstklassig zu spielen. Der Bundesligist setzte sich in den vergangene zehn Jahren in acht von zehn Fällen durch - und auch Sammer sieht die Stuttgarter leicht im Vorteil:

Vom Leistungspotential würde ich den VfB einen Tick höher einschätzen.

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