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SC Freiburg - VfL Wolfsburg: Bruno Labbadia mit "komischem Gefühl"

Freiburg und Wolfsburg liefern "Werbung für den Fußball"
Von SID

09/02/2019 um 20:20Aktualisiert 09/02/2019 um 20:52

Der VfL Wolfsburg hat eine dreimalige Führung beim SC Freiburg nicht ins Ziel gebracht. Am Ende sorgte mal wieder der Videobeweis für heftige Debatten. Den Freiburgern wurde beim 3:3 ein Tor in der Nachspielzeit wegen Abseits aberkannt, damit sind die Breisgauer seit August 2011 weiter sieglos gegen das Team von Bruno Labaddia - der nach dem Spiel froh war, noch ein Punkt mitgenommen zu haben.

Die Fans des SC Freiburg hatten ihren Sündenbock schnell gefunden. "Fußball-Mafia DFB", hallte es am Ende eines verrückten Bundesligaspiels durch das Schwarzwaldstadion.

Und während sich alle Beteiligten die Köpfe rund um das aberkannte Kopfballtor des Österreichers Philipp Lienhart heiß redeten, blieb der Mann im Mittelpunkt erstaunlich cool. "Der Spieler steht im Abseits, befindet sich im Zweikampf mit dem Torwart und behindert ihn", kommentierte Schiedsrichter Felix Brych ohne den geringsten Zweifel an seiner Entscheidung, die er nach dem Videostudium gefällt hatte: "Das ist Abseits."

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Streich und Labbadia gelassen

Der Spieler, den Brych als Übeltäter ausgemacht hatte, sah das allerdings ganz anders. "Das Tor muss absolut zählen", sagte SC-Innenverteidiger Dominique Heintz, der fraglos Kontakt mit VfL-Torhüter Koen Casteels hatte: "Der Ball fällt in einer ganz anderen Richtung ins Tor. Der Torwart wäre niemals dran gekommen. Ich sehe da keine Behinderung." Casteels dagegen war sich sicher: "Er hat mich am Arm gezogen."

Erstaunlich gelassen präsentierten sich die Trainer nach der begeisternden Partie vor 23.600 Zuschauern, in der die überlegenen Gäste dreimal in Führung gegangenen waren - und am Ende trotzdem noch froh über den Punktgewinn sein mussten. VfL-Trainer Bruno Labbadia sagte:

"Es fühlt sich komisch an. Wir sitzen mit einem weinenden Auge hier. Aber Freiburg wird es ähnlich gehen wegen der Entscheidung am Ende."

Christian Streich bestätigte seinen Kollegen. "Wir hätten mal so etwas gebraucht am Schluss, das hätte uns brutale Energie gegeben", sagte der Coach: "Aber es hätte auch zwei weitere Elfmeter für Wolfsburg geben können. Gute Schiedsrichter schaffen die Balance - und mit einem 4:3 für uns hätte die Balance nicht so gestimmt."

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Labbadia: Deshalb liebe ich Fußball

Tatsächlich wäre ein Sieg der Freiburger, die seit August 2011 nicht mehr zu Hause gegen Wolfsburg gewonnen haben, des Guten zuviel gewesen. Jerome Roussillon (11.), Wout Weghorst per Foulelfmeter (63.) und Renato Steffen (74.) brachten den VfL dreimal auf die Siegerstraße. Vincenzo Grifo (37.), Nils Petersen (70.) und Luca Waldschmidt (88.) glichen jeweils aus.

"Das war Werbung für den Fußball. Solche Spiele sind der Grund dafür, warum ich Fußball so liebe", sagte Labbadia, der nicht auf den Europacup schielen möchte:

" Das Remis ist für uns kein Rückschlag. Wir haben fußballerisch in den vergangenen Wochen einen Quantensprung gemacht - aber wir wissen, wo wir herkommen."

Auch Streich war der Meinung, dass Fußball in dieser Art und Weise "toll" ist: "Und toll ist auch, dass wir dreimal zurückgekommen sind."

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